Kupferkrise, PC-Hardware

Kupferkrise trifft PC-Hardware: KI-Boom treibt Preise in Rekordhöhen

26.01.2026 - 05:02:12

Eine strukturelle Kupferverknappung durch KI-Rechenzentren und angespannte Lieferketten führt zu Rekordpreisen und droht die Verfügbarkeit von Grafikkarten und Motherboards zu beeinträchtigen.

Eine schwere globale Kupferknappheit schickt Schockwellen durch die Tech-Branche. Der unersättliche Hunger der KI-Industrie und angespannte Lieferketten treiben die Preise für das Basismetall auf Rekordniveau – mit direkten Folgen für Grafikkarten und Motherboards. Für Verbraucher bedeutet das höhere Kosten und neue Engpässe.

Der globale Markt erlebt einen perfekten Sturm aus explodierender Nachfrage und gedrosselter Produktion. Im Januar 2026 schnellte der Kassapreis an der London Metal Exchange (LME) auf nie dagewesene 13.270 US-Dollar pro Tonne. Analysten sehen einen strukturellen Mangel: Die Nachfrage übertrifft die Fördermengen bei weitem. Aus einem leichten Überschuss 2025 wird 2026 ein signifikanter Engpass – eine explosive Mischung für alle Industrien, die auf das rote Metall angewiesen sind.

KI-Boom als „Super-Motor“ des Verbrauchs

Der Haupttreiber ist der explosive Aufschwung der Künstlichen Intelligenz und der dafür nötigen Rechenzentren. Eine aktuelle Morgan-Stanley-Studie prognostiziert: Der globale Kupferverbrauch von Data Centern steigt 2026 auf 740.000 Tonnen und überschreitet 2027 die Millionengrenze. Grund ist die zentrale Rolle von Kupfer in Verkabelung, Stromverteilung und Kühlsystemen der KI-Giganten.

Diese neue, gierige Nachfrage kommt obenauf: Schon der globale Umbau zu erneuerbaren Energien und die Elektromobilität zehren kräftig am Angebot. Experten von S&P Global sprechen von einem „systemischen Risiko für globale Industrien“. Ihre Prognose: Die Gesamtnachfrage könnte bis 2040 um 50 Prozent auf 42 Millionen Tonnen anschwellen. Ein Wert, den aktuelle Förderpläne nicht decken können. Der intensive Wettbewerb um die begrenzte Ressource droht so den KI-Boom selbst auszubremsen, der ihn antreibt.

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Lieferkette am Limit

Während die Nachfrage explodiert, stottert die globale Kupfer-Lieferkette. Analysten rechnen für 2026 mit einem Defizit von rund 330.000 Tonnen raffinierten Kupfers. Diese Schieflage wird durch massive Produktionsausfälle in Schlüsselminen und enorme Schwierigkeiten beim Erschließen neuer Quellen verschärft.

Die Bergbauindustrie kämpft mit sinkenden Erzgehalten in bestehenden Lagerstätten – die Förderung wird aufwendiger und teurer. Noch problematischer: Vom Fund bis zur produktiven Mine vergehen im Schnitt 17 Jahre. Eine schnelle Reaktion auf die aktuelle Nachfragewelle ist unmöglich. Die globale Kupferproduktion dürfte um 2030 ihren Höhepunkt erreichen. Danach klafft eine immer größere Lücke, die ohne massive Neuinvestitionen bis 2040 auf 10 Millionen Tonnen anwachsen könnte.

Von Data Centern zum Desktop: Die Folgen für PC-Komponenten

Die Auswirkungen dieser Krise spüren bald PC-Bauer und Verbraucher direkt. Kupfer ist unersetzlich in der Elektronikfertigung. Es bildet die leitenden Schichten in den Leiterplatten (PCBs), der Grundlage jedes Motherboards und jeder Grafikkarte. Bei einer standardmäßigen doppelseitigen Leiterplatte macht Kupfer 15 bis 20 Prozent der direkten Materialkosten aus. Bei komplexen, mehrlagigen PCBs für High-End-KI-Server oder Gaming-GPUs sind es über 25 Prozent.

Steigen die Rohstoffkosten, verteuern sich auch Kupferfolie und die basierenden Laminatmaterialien für Leiterplatten. Das treibt die Herstellungskosten für Komponentenhersteller in die Höhe. Da die gierigen Data Center einen Großteil des verfügbaren Angebots abschöpfen, müssen Hersteller von Consumer-Hardware um eine teurere und knappere Ressource konkurrieren. Branchenkenner erwarten die stärksten Auswirkungen bei Produkten mit den größten und komplexesten Leiterplatten – also High-End-Motherboards und Grafikkarten.

Analyse: Eine neue Realität für die Tech-Branche

Die Lage ist mehr als eine vorübergehende Preisschwankung. Sie markiert eine fundamentale Neuausrichtung des Rohstoffmarktes. Banken wie Citigroup und J.P. Morgan erwarten, dass die Kupferpreise 2026 hoch bleiben. Einige Prognosen sehen ein Potenzial bis 15.000 US-Dollar pro Tonne, falls die Lieferprobleme anhalten. Diese anhaltend hohen Kosten werden unweigerlich an die Verbraucher weitergegeben – in Form teurerer Elektronik.

Die Kupferknappheit verstärkt andere Lieferkettenprobleme, etwa den „beispiellosen“ Mangel an High-Bandwidth Memory (HBM), der ebenfalls für die KI-Industrie priorisiert wird. Dieser Doppelschlag bei essenziellen Materialien bedeutet für PC-Hersteller und Käufer wohl eine längere Phase von Komponentenknappheit und Preissteigerungen, die bis weit in 2026 und darüber hinaus reichen könnte. Amazon hat bereits vorgebaut und eine eigene Kupferversorgung durch eine Partnerschaft mit einem Biotech-Bergbauunternehmen gesichert. Ein Signal, dass große Tech-Konzerne die Risiken des Mangels aktiv entschärfen wollen.

Ausblick: Wie geht es weiter mit dem Engpass?

Die Zukunft des Kupfermarktes bleibt volatil. Ohne massive Steigerung der Bergbauinvestitionen und -produktion wird das strukturelle Defizit weiter wachsen. Kupfer festigt seine Rolle als Hauptengpass für das technologische Wachstum. PC-Hardware-Hersteller stehen vor schwierigen Preisfindungen, bei denen sie Gewinnmargen gegen die Erschwinglichkeit für Kunden abwägen müssen.

Die Industrie dürfte die Forschung nach Materialsubstitutionen vorantreiben, wo möglich, und stärker auf „urban mining“ setzen – das Recycling von Kupferschrott. Doch allein werden diese Maßnahmen die prognostizierte Versorgungslücke von 10 Millionen Tonnen bis 2040 nicht schließen. Auf absehbare Zeit muss sich der PC-Hardware-Markt mit einer neuen Realität arrangieren: Einer seiner fundamentalen Bausteine wird zu einer immer knapperen und teureren Ressource. Ein Trend, der Produktentwicklung und Preisgestaltung noch Jahre prägen wird.

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