Kupfer und Aluminium erreichen Rekordwerte zum Jahreswechsel
28.12.2025 - 20:42:12Die globalen Handelskonflikte treiben die Preise für Schlüsselrohstoffe auf neue Höhen. Kupfer knackt die historische Marke von 12.000 US-Dollar je Tonne, während Aluminium sich einem Dreijahreshoch nähert. Für deutsche Industrieunternehmen bedeutet das deutlich höhere Materialkosten zu Beginn des Jahres 2026.
Die aggressive Handelspolitik der neuen US-Regierung prägt die Märkte. Seit Januar 2025 gelten für Kanada und Mexico Einfuhrzölle von 25 Prozent, auf chinesische Waren kommen weitere 10 Prozent oben drauf. Laut einer Analyse der Financial Post vom 26. Dezember stieg der durchschnittliche US-Einfuhrzoll im April 2025 auf fast 17 Prozent – ein Niveau, das seit den 1930er Jahren nicht mehr erreicht wurde.
Die Folgen sind spürbar: US-Zölle auf chinesische Importe liegen jetzt im Schnitt bei 47,5 Prozent. Lieferketten werden umgeleitet, etwa über Vietnam, Taiwan oder Mexiko. Doch diese Umwege erhöhen Komplexität und Kosten für industrielle Vorprodukte. Das US-Handelsdefizit mit China sank zwar um ein Viertel, das Gesamtdefizit bleibt jedoch bestehen.
Passend zum Thema internationale Handelskosten: Die neue CBAM-Regelung (CO2-Grenzausgleich) verpflichtet Importeure energieintensiver Waren dazu, die CO2-Emissionen ihrer eingeführten Güter zu melden — eine Vorschrift, die besonders Stahl, Aluminium und andere Metalle treffen kann. Wenn Sie Ihre Lieferketten neu ausrichten oder alternative Bezugsquellen prüfen, drohen zusätzliche Berichtspflichten und Kosten. Holen Sie sich die kostenlose Schritt-für-Schritt-Checkliste mit Fristen, Ausnahmen und konkreten Maßnahmen zur Risikominimierung. CBAM-Checkliste jetzt kostenlos herunterladen
Metallmärkte unter Druck: Kupfer bricht Rekorde
Die Handelsunsicherheit schlägt voll auf die Rohstoffbörsen durch. Analysten sprechen bereits von einer “Versorgungskrise”.
Kupfer überschritt am 27. Dezember die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Dollar je Tonne. Der Grund liegt nicht nur in der Nachfrage: Aus Furcht vor weiteren Handelskonflikten hamstern große Industrieabnehmer Vorräte und sichern sich Lieferungen bis weit in 2026. Das treibt die physischen Lagerbestände in den USA über den Londoner Metallbörsen-Preis.
Aluminium legte 2025 über 15 Prozent zu und notiert bei rund 2.957 Dollar. Die Knappheit kommt aus China: Der größte Produzent der Welt nähert sich seiner jährlichen Produktionsobergrenze von 45 Millionen Tonnen. Chinesische Hütten müssen den heimischen Markt bedienen – die Exporte sanken im November um neun Prozent. Gleichzeitig machen Zölle alternative Bezugsquellen teurer.
Chinas taktisches Manöver bei kritischen Rohstoffen
In einer überraschenden Wende lockerte China im November 2025 den Exportstopp für die High-Tech-Metalle Gallium, Germanium und Antimon gegenüber den USA. Das Verbot war erst im Dezember 2024 verhängt worden.
Die Aussetzung gilt bis November 2026 und wird als “strategische Neujustierung” nach monatelangen Handelsreibereien gewertet. Doch die Beruhigung bleibt fragil: Die Lizenzvergabe ist streng, und die Verunsicherung sitzt tief. US-Unternehmen diversifizieren ihre Lieferketten weiter – die Preise bleiben trotz wieder einsetzender Lieferungen hoch.
Struktureller Wandel statt kurzer Schock
Experten betonen: Die heutige Situation unterscheidet sich grundlegend vom Handelskrieg 2018. Die Preiserhöhungen für 2026 spiegeln “grundlegende Verschiebungen in der globalen Ressourcenallokation” wider.
Künstliche Intelligenz im Bergbau und der Ausbau erneuerbarer Energien schaffen eine stabile Nachfragebasis. Zusammen mit den Handelszöllen bedeutet das: Eine baldige Entspannung ist unwahrscheinlich. Die US-Regierung nahm 2025 zwar über 236 Milliarden Dollar an Zolleinnahmen ein – die Kosten tragen jedoch Verbraucher und Unternehmen durch höhere Materialpreise.
Ausblick 2026: Engpässe und hohe Kosten bleiben
Die Prognosen für das erste Quartal 2026 sind ernüchternd. Aluminium könnte binnen eines Jahres auf 3.100 Dollar je Tonne steigen.
Für Kupfer und kritische Mineralien bietet Chinas vorübergehende Export-Lockerung zwar ein Zeitfenster zum Auffüllen der Lager. Doch das Auslaufen dieser Aussetzung im November 2026 droht bereits als nächster Preistreiber. Marktteilnehmern wird geraten, hohe Lagerbestände zu halten. Die Volatilität vom Dezember 2025 dürfte kein Ausrutscher bleiben – sondern der neue Normalzustand.
PS: Übrigens: Steigende Zölle und gezielte Exportrestriktionen machen die Einhaltung neuer EU-Vorschriften wie CBAM jetzt noch dringlicher. Unser kostenfreier Leitfaden erklärt, ob Ihre importierten Metalle meldepflichtig sind, welche Berichtspflichten und Fristen gelten und wie Sie Strafrisiken minimieren. Schnell prüfen, ob Ihr Unternehmen betroffen ist — jetzt downloaden und Reporting-Pflichten rechtssicher umsetzen. Jetzt CBAM-Leitfaden herunterladen


