KUKA und Algorized revolutionieren Cobot-Sicherheit mit KI
12.01.2026 - 10:15:12Die Sicherheit von kollaborativen Robotern in Deutschland erlebt eine Zeitenwende. Neue ISO-Normen und eine bahnbrechende KI-Technologie zwingen Hersteller und Sicherheitsverantwortliche zum Umdenken. Der Fokus verschiebt sich von starren Schutzmaßnahmen hin zu dynamischen, vorausschauenden Sicherheitssystemen.
Vom „Cobot“ zur „kollaborativen Anwendung“
Seit Januar 2026 ist der Begriff „Cobot“ in der offiziellen Compliance-Dokumentation obsolet. Die aktualisierten Normen ISO 10218-1 und ISO 10218-2 definieren Sicherheit nicht mehr über die Roboter-Hardware, sondern ausschließlich über die gesamte kollaborative Anwendung. Für die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung bedeutet das: Nicht der Roboterarm allein, sondern das komplette System aus Greifer, Werkstück und Umgebung muss als sicher validiert werden.
Die neuen Standards führen eine strenge Klassifizierung ein:
* Anwendungen der Klasse I erfordern die strengste Validierung, inklusive obligatorischer Kraft-Druck-Messungen.
* Anwendungen der Klasse II beinhalten geringere Risiken, benötigen aber dennoch dokumentierte Nachweise.
Viele bisher einfach als „sicher“ vermarktete Systeme fallen nun unter Klasse I. Integratoren müssen physische Kraftmessungen durchführen – theoretische Berechnungen reichen für die Konformität nicht mehr aus.
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KI prognostiziert Unfälle, bevor sie passieren
Parallel zu den verschärften Regeln liefert die Technologie neue Lösungen. Auf der CES 2026 stellten der Roboterpionier KUKA und der Software-Spezialist Algorized eine „Predictive Safety Engine“ vor. Diese Sicherheitslösung nutzt Edge-KI und Millimeterwellen-Radar, um die Absichten von Mitarbeitern in Echtzeit vorherzusagen.
Anders als traditionelle Systeme, die erst bei Grenzverletzungen einen Notstopp auslösen, erkennt die KI Atemmuster und klassifiziert Objekte selbst durch Staub oder Rauch. Für die Gefährdungsbeurteilung eröffnet das neue Wege: Der Roboter passt Geschwindigkeit und Bahn dynamisch an das vorhergesagte Verhalten des Menschen an. So wird das Kollisionsrisiko minimiert, ohne die Produktivität durch häufige Stopps zu beeinträchtigen.
DGUV passt Vorschriften für deutsche Betriebe an
Für deutsche Betriebsleiter wird die Umstellung dringlich. Die überarbeitete DGUV Vorschrift 2 ist seit dem 1. Januar 2026 in Kraft und hat die Anforderungen an die sicherheitstechnische Betreuung angepasst.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) betont, dass die Gefährdungsbeurteilung nun die neuen ISO-Standards und spezifische biomechanische Grenzwerte für verschiedene Körperteile abbilden muss. Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) weist darauf hin, dass mechanische Risiken gegen diese Gewebetoleranzen bewertet werden müssen. Integratoren müssen nun lückenlose Nachweise über diese Kraftmessungen für Versicherer und Aufsichtsbehörden vorlegen.
Marktwachstum trifft auf regulatorische Reifeprüfung
Die Verschärfung der Normen trifft auf einen boomenden Markt. Prognosen zufolge soll das globale Marktvolumen für kollaborative Anwendungen von rund 1,4 Milliarden Euro 2025 auf über 3,3 Milliarden Euro bis 2030 mehr als verdoppelt werden.
Experten sehen in der Regulierung einen notwendigen Reifeprozess. Kollaboration werde endlich als Systemeigenschaft und nicht mehr als Hardware-Merkmal verstanden. Für den deutschen Maschinenbau, bekannt für hohe Sicherheitsstandards, passt dieser Wandel zum Leitbild von Industrie 4.0.
Die Herausforderung liegt im Detail: Die Validierung von Klasse-I-Anwendungen erfordert spezielle Messtechnik und Expertise, über die viele kleinere Integratoren nicht verfügen. Die Verantwortung und Haftung verlagert sich deutlich von den Roboterherstellern hin zu den Systemintegratoren.
Retroaktive Gefährdungsbeurteilungen stehen an
Für das erste Quartal 2026 erwartet die Branche eine Welle nachträglicher Risikobewertungen. Unternehmen, die ihre Cobots nach der alten ISO/TS 15066 installiert haben, müssen ihre Anlagen möglicherweise überprüfen und an die harmonisierten ISO-10218-Anforderungen anpassen.
Gleichzeitig werden Behörden wie die DGUV voraussichtlich neue Fachinformationen veröffentlichen, wie KI-gesteuerte Sicherheitscontroller zu validieren sind. Die statische Risikobewertung wird zum Auslaufmodell – ersetzt durch einen kontinuierlichen, datengesteuerten Sicherheitslebenszyklus.
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