Kuehne+Nagel, Daten-Leak

Kuehne+Nagel untersucht mutmaßlichen Daten-Leak vom Darkweb

06.01.2026 - 19:43:12

Der Logistikkonzern prüft einen möglichen massiven Datendiebstahl mit über 200.000 internen Dokumenten. Die Daten könnten auf einen früheren Hackerangriff zurückgehen und bergen hohe Risiken für die Branche.

Der Logistikriese Kuehne+Nagel hat eine interne Untersuchung eingeleitet. Anlass sind Berichte, wonach sensible Unternehmensdaten im Darkweb zum Verkauf stehen. Die Fahnder prüfen, ob die Informationen aus einem früheren Hackerangriff stammen.

Verdacht auf massiven Datendiebstahl

Seit dieser Woche überprüft Kuehne+Nagel die Echtheit und den Umfang eines Datensatzes, der in Untergrundforen kursiert. Es soll sich um über 200.000 Datensätze handeln – darunter interne Dokumente, Mitarbeiterkontakte, Finanzunterlagen sowie Fracht- und Zolldokumente. Die Daten wurden Ende Dezember 2025 für rund 5.000 Euro angeboten.

Der vergleichsweise niedrige Preis könnte darauf hindeuten, dass es sich um ältere oder fragmentierte Informationen handelt. Für die Branche sind die enthaltenen Frachtpapiere besonders brisant. Sie bergen ein hohes Risiko für gezielte Phishing-Angriffe und Betrugsversuche innerhalb der Lieferkette.

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Verbindung zu Ransomware‑Gruppe „Coinbasecartel“

Die Spur führt zu einem früheren Sicherheitsvorfall. Bereits im Oktober 2025 hatte die Ransomware‑Gruppe „Coinbasecartel“ einen Cyberangriff auf Kuehne+Nagel für sich reklamiert. Damals blieb der genaue Umfang unklar.

Cybersicherheitsexperten sehen ein typisches Muster: Oft versuchen Angreifer, gestohlene Daten Monate nach einem Erstangriff zu monetarisieren – besonders, wenn Lösegeldforderungen scheitern. Der Zeitablauf von der Attacke im Oktober über den Verkaufsversuch im Dezember bis zur aktuellen Untersuchung passt in das Schema moderner Doppel‑Erpressungs‑Kampagnen.

Hohe Risiken für die globale Logistikbranche

Die Logistikbranche ist ein bevorzugtes Ziel für Cyberkriminelle. Frachtbriefe und Zolldeklarationen enthalten wertvolle Informationen für Diebstahl, Schmuggel oder betrügerische Manipulationen. Für einen Konzern wie Kuehne+Nagel mit über 80.000 Mitarbeitern in fast 100 Ländern ist die Datenintegrität existenziell.

Ein bestätigter Leak von Personendaten würde zudem Meldepflichten nach der EU‑Datenschutz‑Grundverordnung (DSGVO) auslösen. Das könnte hohe Bußgelder und Reputationsschäden nach sich ziehen. Das Unternehmen arbeitet bereits mit externen Forensikern zusammen und verstärkt seine Sicherheitsprotokolle.

Vorsichtige Reaktionen und langanhaltende Bedrohung

Die Marktreaktion fällt bisher verhalten aus. Partner warten auf offizielle Stellungnahmen. Die Branche hat in den letzten zwei Jahren einen deutlichen Anstieg von Cyberbedrohungen erlebt und investiert massiv in digitale Resilienz.

Die Untersuchung dürfte in den kommenden Wochen abgeschlossen sein. Sollten sich die Daten als authentisch erweisen, muss Kuehne+Nagel Betroffene informieren. Der Fall zeigt erneut die langfristige Gefahr durch Datenexfiltration: Gestohlene Informationen können noch Monate nach einem Angriff auftauchen und Schaden anrichten.

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