KTM und IMA Schelling streichen Hunderte Jobs in Österreich
16.01.2026 - 20:03:12Der Motorradhersteller KTM und der Anlagenbauer IMA Schelling kündigen massive Stellenstreichungen an. Hunderte Arbeitsplätze an heimischen Standorten sind bedroht. Die Unternehmen reagieren damit auf eine schwache Weltkonjunktur und internen Restrukturierungsdruck.
KTM streicht 500 Stellen nach Eigentümerwechsel
Unter dem neuen Mehrheitseigentümer, der indischen Bajaj-Gruppe, verschärft die KTM AG ihren Sparkurs. Das Unternehmen kündigte diese Woche den Abbau von rund 500 Stellen an. Etwa zwei Drittel davon entfallen auf österreichische Standorte.
Die Kürzungen treffen vor allem Angestellte und das mittlere Management. Laut Unternehmensangaben soll sogar eine komplette Führungsebene wegfallen. Als Grund nennt KTM ein notwendiges Effizienzprogramm nach der Insolvenz Ende 2024.
- Ziel: Senkung der Fixkosten und Fokussierung auf die Kernmarken KTM, Husqvarna und GASGAS.
- Hintergrund: Es ist bereits die nächste Entlassungswelle. Bereits 2023 und 2024 wurden Hunderte Jobs, vor allem in der Produktion, gestrichen.
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IMA Schelling kämpft mit schwacher Auftragslage
Auch der Maschinenbauer IMA Schelling Group muss Personal abbauen. Das Unternehmen streicht über 100 Arbeitsplätze. 30 davon fallen auf den Standort in Schwarzach in Vorarlberg, der Großteil betrifft den Hauptsitz in Deutschland.
Die Geschäftsführung führt die Maßnahme auf eine schwache Auftragslage zurück. Besonders das Geschäft mit Standardprodukten und Einzelmaschinen leidet.
Als weitere Belastungsfaktoren nennt das Unternehmen:
* Eine erschwerte Exportlage durch die US-Zollpolitik.
* Schwache Nachfrage in der globalen Möbelindustrie.
* Gestiegene Lohnkosten.
Parallel arbeitet IMA Schelling an Prozessoptimierungen und plant, die internationale Wertschöpfung auszubauen – unter anderem mit einem neuen Standort in Indien.
Industrie steckt im Konjunkturtal
Die Fälle sind kein Einzelfall. Sie spiegeln die angespannte Lage in weiten Teilen der österreichischen Exportindustrie wider. Viele Unternehmen leiden unter globaler Konjunkturabkühlung und Investitionszurückhaltung der Kunden.
Besonders konjunktursensible Branchen wie Maschinenbau und Fahrzeugindustrie geraten unter Druck. Die österreichische Industrie verzeichnete zuletzt rückläufige Umsätze und Exporte. Das wichtige Handelsvolumen mit den USA brach stark ein.
Kann der Standort Österreich mit diesem strukturellen Wandel Schritt halten? Während Hightech-Sektoren wie Pharma noch wachsen, geraten traditionelle Industriezweige zunehmend in die Defensive. Der Umbau hin zu Digitalisierung und Dekarbonisierung beschleunigt diesen Trend zusätzlich.
Was kommt auf die betroffenen Mitarbeiter zu?
Für die gekündigten KTM-Mitarbeiter in Oberösterreich steht eine Stiftung der Automotive-Branche für die Neuorientierung bereit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die radikalen Sparmaßnahmen bei beiden Unternehmen fruchten.
Bei KTM hängt der Erfolg davon ab, ob die Strategie der neuen Eigentümer aufgeht. IMA Schelling hofft auf eine Erholung der globalen Nachfrage ab 2026. Branchenbeobachter rechnen jedoch damit, dass der Druck zu weiteren Umstrukturierungen in der österreichischen Industrielandschaft anhalten wird.
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