KTM streicht 500 Jobs – Sozialplan wird zur Nagelprobe
16.01.2026 - 15:16:12Nach dem jüngsten massiven Stellenabbau beim Motorradbauer KTM steht die soziale Abfederung im Fokus. Der neue indische Mehrheitseigentümer Bajaj treibt die Restrukturierung voran – und stellt den Standort Mattighofen auf eine harte Probe.
Mattighofen, 16. Januar 2026 – Rund 500 Mitarbeiter verlieren ihren Job beim oberösterreichischen Motorradhersteller KTM. Die angekündigte Kündigungswelle trifft vor allem Angestellte und das mittlere Management und unterstreicht den tiefgreifenden Wandel unter dem neuen Eigentümer, der Bajaj Mobility AG. Zwei Drittel der Stellen werden in Österreich gestrichen. Jetzt wird der geforderte umfassende Sozialplan zur Nagelprobe für die soziale Verantwortung des Unternehmens.
Schmerzhafte Neuausrichtung unter neuer Führung
Die Konzernspitze begründet den Schritt mit der Notwendigkeit, Fixkosten zu senken und Strukturen zu verschlanken. „Die Entscheidung ist schwierig, aber unumgänglich für die langfristige Stabilität“, so CEO Gottfried Neumeister. Eine komplette Führungsebene soll entfallen.
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Es ist der jüngste Akt in einer dramatischen Restrukturierung, die das Unternehmen seit der Insolvenz Ende 2024 durchläuft. Die formelle Umbenennung der Muttergesellschaft in Bajaj Mobility AG im vergangenen Jahr markierte den Abschluss der Integration in den indischen Konzern. Künftig will sich das Unternehmen streng auf seine Kernmarken KTM, GASGAS und Husqvarna konzentrieren.
Druck für einen fairen Sozialplan wächst
Aus Politik und Gewerkschaften kommen sofort Forderungen nach einem verbindlichen und großzügigen Sozialplan. „Das ist keine freiwillige Geste, sondern unternehmerische Pflicht“, betont etwa die grüne Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter. Ein solcher Plan ist bei Betriebsänderungen dieser Größenordnung gesetzlich vorgesehen.
Im Zentrum der Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat werden übergesetzliche Abfindungen, oft gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit, und die Einrichtung einer Arbeitsstiftung stehen. Diese soll Umschulung, Coaching und aktive Jobvermittlung bieten. Ein Härtefallfonds für besonders betroffene Mitarbeiter ist ebenfalls denkbar.
Was jetzt für die Betroffenen zählt
Während die Sozialplan-Verhandlungen anlaufen, können sich Entlassene an bestehende Angebote wenden. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner verwies auf eine von Land und AMS finanzierte Stiftung für die Automotive-Branche mit über 300 freien Plätzen. Der Fachkräftebedarf in der Region ist nach wie vor hoch.
Die kommenden Wochen werden von intensiven Gesprächen geprägt sein. Die Gewerkschaft PRO-GE wird den Prozess eng begleiten und auf maximale Unterstützung für die Belegschaft drängen. Der Betriebsrat steht vor der schwierigen Aufgabe, in wirtschaftlich angespannter Zeit das Beste für die Mitarbeiter herauszuholen.
Mattighofen zwischen Unsicherheit und Zukunftshoffnung
Für die traditionsreiche Region ist der Stellenabbau ein herber Schlag. Das Unternehmen argumentiert, dass die schmerzhafte Kur nur so den langfristigen Erhalt der Standorte und die globale Wettbewerbsfähigkeit sichern könne.
Für die 500 betroffenen Mitarbeiter beginnt eine Phase der Unsicherheit. Die Qualität des nun ausgehandelten Sozialplans wird zeigen, wie sozialverträglich der Wandel unter dem neuen Eigentümer wirklich ist. Die Verhandlungen werden definieren, welche Perspektiven Bajaj Mobility den scheidenden Mitarbeitern – und dem Standort Mattighofen – bietet.
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