KRITIS-Gesetze, Versorger

KRITIS-Gesetze: Versorger im Wettlauf gegen die Zeit

10.02.2026 - 05:52:12

Verschärfte Sicherheitsvorschriften und 24-Stunden-Meldepflichten stellen Versorgungsunternehmen vor immense Herausforderungen. Experten sehen in der Automatisierung die einzige Lösung.

Neue Sicherheitsvorschriften für kritische Infrastrukturen stellen Energie- und Wasserversorger vor immense Herausforderungen. Experten warnen vor veralteten Systemen und fordern dringend Automatisierung.

Das Bundeskabinett hat mit dem neuen KRITIS-Dachgesetz und der Umsetzung der EU-Richtlinie NIS2 die Sicherheitsanforderungen für kritische Infrastrukturen massiv verschärft. Für viele Versorgungsunternehmen wird die Einhaltung der Vorgaben zum Wettlauf gegen die Zeit. Der Grund: veraltete IT-Systeme, mangelnde Automatisierung und ein akuter Fachkräftemangel könnten die Versorgungssicherheit gefährden.

Doppelter Druck durch neue Gesetze

Die Gesetzespakete sind eine direkte Reaktion auf die zunehmend komplexe Bedrohungslage. Cyberangriffe auf Energie- und Wassernetze werden immer ausgeklügelter, oft unterstützt durch künstliche Intelligenz. Gleichzeitig erweitern die neuen Regelungen den Kreis der betroffenen Unternehmen drastisch – von bisher rund 4.500 auf schätzungsweise 30.000 Einrichtungen. Besonders betroffen: mittelständische Versorger und ihre Dienstleister.

Die persönliche Haftung der Geschäftsführung rückt in den Fokus. Sie muss nun persönlich für die Einhaltung aller Sicherheitsvorgaben einstehen. Das erhöht den Druck auf die Unternehmen erheblich.

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Physischer Schutz wird Pflicht

Das KRITIS-Dachgesetz schreibt erstmals bundeseinheitliche Mindeststandards für den physischen Schutz kritischer Anlagen vor. Betreiber in elf Sektoren – darunter Energie und Wasser – müssen sich nun doppelt registrieren: beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für Cybersicherheit und beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für den physischen Schutz.

Die neuen Pflichten sind umfangreich: Risikoanalysen, Resilienzmaßnahmen und detaillierte Dokumentation in sogenannten Resilienzplänen werden zur Norm. Veraltete Zutrittskontrollen oder Überwachungssysteme werden damit zum direkten Compliance‑Risiko.

NIS2: 24‑Stunden‑Meldepflicht als Herausforderung

Parallel wirkt das NIS2-Umsetzungsgesetz mit verschärften Meldepflichten für Sicherheitsvorfälle. Eine Erstmeldung muss innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnisnahme erfolgen, ein detaillierter Bericht binnen eines Monats.

Diese kurzen Fristen sind mit manuellen Prozessen kaum einzuhalten. Ohne automatisierte Überwachungssysteme, die Anomalien in Echtzeit erkennen, laufen Unternehmen Gefahr, die Vorgaben zu verfehlen. Sanktionen drohen – und die persönliche Haftung des Managements.

Automatisierung wird überlebenswichtig

Experten sind sich einig: Nur durch umfassende Automatisierung können Versorger die neuen Anforderungen bewältigen. Manuelle Verfahren zur Überwachung von Zutrittsrechten oder zur Bedrohungserkennung sind zu langsam und fehleranfällig.

„Investitionen in moderne Technologien sind kein Luxus, sondern existenziell“, betonen Branchenkenner. Automatisierte Systeme für IT- und OT-Netzwerke (Operational Technology) sowie digitale Workflows für das Berechtigungsmanagement werden zur Grundvoraussetzung.

Paradigmenwechsel für die Branche

Die Gesetze markieren einen fundamentalen Wandel: von reaktiver Gefahrenabwehr hin zu proaktivem, ganzheitlichem Resilienzmanagement. Unternehmen müssen nun systematisch alle Gefahren bewerten – von Cyberangriffen über Sabotage bis zu Naturkatastrophen.

Dieser „All-Gefahren-Ansatz“ erfordert integrierte Managementsysteme, die IT-Sicherheit, physischen Schutz und Betriebskontinuität vereinen. Isolierte Lösungen reichen nicht mehr aus. Angesichts des Fachkräftemangels werden viele Unternehmen auf spezialisierte Dienstleister angewiesen sein.

Die Uhr tickt: Fristen drängen

Die Zeit für die Umsetzung ist knapp. Die Registrierung beim BBK muss für viele Betreiber bereits bis zum 17. Juli 2026 erfolgen. Zwar gibt es für einige Maßnahmen längere Übergangsfristen – doch die Weichen müssen jetzt gestellt werden.

Unternehmen sind aufgefordert, ihre Sicherheitsbudgets neu zu bewerten und gezielt in Automatisierungstechnologien zu investieren. Die Alternative sind nicht nur hohe Strafen, sondern im Ernstfall echte Versorgungsengpässe. Der Schutz der öffentlichen Infrastruktur steht auf dem Spiel.

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