KRITIS-Gesetz und Banken-Compliance: Doppelter Stichtag für Deutschlands Sicherheit
31.01.2026 - 12:43:12Heute laufen gleich drei entscheidende Fristen für Deutschlands kritische Infrastruktur und Finanzwirtschaft ab. Die Synchronisation von technischer Normung, Bankenaufsicht und Gesetzgebung zeigt eine neue Stufe staatlicher Resilienz-Strategie.
Normungsanträge und KI-Preis: Die technische Basis entsteht
Bis Mitternacht können Forschung und Industrie beim Bundesforschungsministerium (BMBF) Normungsbedarfe der zivilen Sicherheit einreichen. Diese Vorschläge sollen Lücken in bestehenden Sicherheitsstandards identifizieren und neue technische Normen definieren. Das Ziel: Kritische Infrastrukturen besser vor hybriden Bedrohungen und Cyberangriffen schützen.
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„Dieser Prozess ist strategisch, nicht bürokratisch“, betonen Branchenkenner. Die jetzt definierten Standards sollen die nationalen Resilienzprotokolle mit den künftigen Anforderungen des geplanten KRITIS-Dachgesetzes in Einklang bringen. Parallel enden heute auch die Bewerbungen für den 1. Deutschen Präventionspreis zum Schwerpunkt „KI in der Prävention“. Die Auszeichnung unterstreicht die wachsende Rolle Künstlicher Intelligenz bei der frühzeitigen Erkennung von Gefahren.
Finanzsektor im Compliance-Stresstest
Für Banken und Finanzinstitute – eine Säule der kritischen Infrastruktur – ist heute ein harter Meldeschluss. Die jährlichen Selbsteinschätzungsberichte müssen beim Einheitlichen Abwicklungsausschuss (SRB) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht werden.
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VÖB) verweist auf ein neues Berichtsformat für den Zeitraum 2025. Der geforderte „Weniger ist mehr“-Ansatz soll die Datenerhebung straffen. Für Compliance-Abteilungen bleibt der Termin dennoch ein Stresstest. Sie müssen die Resilienzvorgaben der europäischen Bankenabwicklungsrichtlinie (BRRD) und der bevorstehenden DORA-Verordnung zur digitalen Betriebsstabilität erfüllen.
Dachgesetz: Letzte Änderungen stehen
Über diesen operativen Deadlines schwebt eine zentrale legislative Entwicklung. Regierungskreise haben laut OpenKRITIS Ende Januar die letzten Änderungen am KRITIS-Dachgesetz finalisiert.
Das Bundesgesetz setzt die EU-Richtlinie zur Resilienz kritischer Entitäten (CER) um und war Jahre in Vorbereitung. Die finalen Änderungen klären wohl die Aufsichtsverteilung zwischen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Gesetz soll noch 2026 in Kraft treten und physische wie digitale Resilienzmaßnahmen für Betreiber in Energie, Verkehr und Wasser vorschreiben.
Die Synchronisation von Normungsfrist und Gesetzesfinalisierung deutet auf ein koordiniertes Vorgehen hin: Die technischen Normen sollen fertig sein, wenn das Gesetz wirksam wird.
Nach dem Stichtag: Personal und EU-Förderung
Während heute Kapitel schließen, bleibt das operative Tempo hoch. Das Bayerische Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) wirbt heute auf der Stuzubi-Messe in Nürnberg um IT-Sicherheitstalente für die wachsenden Compliance-Aufgaben.
Auf europäischer Ebene bleiben Fördertöpfe offen. Das Digital-Europe-Programm hat bis 31. März 2026 Calls zur Stärkung der Resilienz kritischer Entitäten laufen. Diese EU-Förderung wird zum nächsten Anlaufpunkt für Organisationen, die heute nationale Fristen verpassten oder europäische Unterstützung für Sicherheitsprojekte suchen.
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