Krankenstand, Deutschland

Krankenstand in Deutschland verharrt auf Rekordniveau

03.02.2026 - 01:34:12

Der Krankenstand in Deutschland bleibt auf Rekordniveau, angetrieben durch psychische Belastungen und Atemwegserkrankungen. Unternehmen setzen zunehmend auf ganzheitliches Gesundheitsmanagement und eine präventive Führungskultur.

Der Krankenstand in deutschen Unternehmen bleibt auf historisch hohem Niveau. Aktuelle Daten für 2024 und die ersten Wochen des Jahres 2026 bestätigen den anhaltenden Druck durch krankheitsbedingte Ausfälle. Dieser Trend zwingt Betriebe, ihre Strategien im Umgang mit Fehlzeiten grundlegend zu überdenken.

Was treibt die Zahlen in die Höhe?

Die Ursachen sind vielschichtig. Atemwegserkrankungen sind nach wie vor eine Hauptursache für Krankschreibungen. Gleichzeitig steigen die Fallzahlen bei psychischen Erkrankungen langfristig und besorgniserregend an.

  • Hohe Belastung: Stress, Fachkräftemangel und daraus resultierende Mehrarbeit verschärfen die Situation.
  • Bessere Erfassung: Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) führt zu einer vollständigeren Erfassung, auch von Kurzerkrankungen.

Hinter den Zahlen steht also keine sinkende Arbeitsmoral, sondern wachsende Belastungen in der modernen Arbeitswelt.

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Betriebliches Gesundheitsmanagement wird ganzheitlich

Als Reaktion rückt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) in den Fokus. Moderne Ansätze gehen weit über klassische Rückenschulkurse hinaus. Die Trends für 2025 heißen: Ganzheitlichkeit, Digitalisierung und Personalisierung.

Unternehmen setzen zunehmend auf maßgeschneiderte Programme. Dazu gehören:
* Flexible Arbeitszeitmodelle
* Stressmanagement und Resilienztraining
* Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung

Hybride Modelle, die digitale Gesundheits-Apps mit Präsenzangeboten kombinieren, gewinnen an Bedeutung. Sie sollen allen Beschäftigten flexiblen Zugang zu Gesundheitsförderung ermöglichen.

Führungskultur als entscheidender Faktor

Studien wie der AOK-Fehlzeiten-Report 2024 betonen die zentrale Rolle der Führungskräfte. Eine hohe emotionale Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen korreliert nachweislich mit geringeren Fehlzeiten.

Diese Bindung entsteht durch:
* Wertschätzendes Arbeitsklima
* Offene Kommunikationskultur
* Partizipative Führung und Einbindung in Entscheidungen

Unternehmen, die in eine solche Vertrauenskultur investieren, senken nicht nur den Krankenstand. Sie steigern auch ihre Attraktivität im Wettbewerb um knappe Fachkräfte.

Teufelskreis aus Fachkräftemangel und Krankheit

Die wirtschaftlichen Folgen sind gravierend. Neben direkten Kosten für Lohnfortzahlung wiegen indirekte Kosten oft schwerer: Produktionsausfälle, Projektverzögerungen und die Überlastung verbleibender Teams.

Fachkräftemangel und hohe Fehlzeiten können einen Teufelskreis auslösen. Weniger Personal führt zu mehr Druck – was wiederum die Krankheitsanfälligkeit erhöht. Gesellschaftlich rückt die psychische Gesundheit in der Arbeitswelt stärker in den Fokus. Initiativen wie die „Offensive Psychische Gesundheit“ des Bundesarbeitsministeriums zielen auf bessere Vernetzung und Prävention.

Wohin geht die Reise?

Die Zukunft des Fehlzeiten-Managements liegt in der Prophylaxe. Experten prognostizieren eine stärkere Individualisierung der Gesundheitsangebote. Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) könnten helfen, Risiken früher zu erkennen und passgenaue Präventionsmaßnahmen anzubieten.

Der Fokus verschiebt sich von der Reaktion auf Krankmeldungen hin zur Schaffung gesundheitsfördernder Arbeitsbedingungen. Nachhaltigkeit wird auch im BGM zum Thema: Das Wohl der Mitarbeiter wird als integraler Bestandteil des langfristigen Unternehmenserfolgs verstanden.

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