Krankenstand, Psychische

Krankenstand bleibt hoch: Psychische Belastungen auf Rekordniveau

22.01.2026 - 23:33:12

Psychische Erkrankungen sind zweithäufigste Ursache für Arbeitsausfälle. Studien zeigen hohe Belastung der Beschäftigten und fordern mehr Prävention in Unternehmen.

Deutschlands Krankenstand verharrt auf hohem Niveau, während psychische Erkrankungen als Ursache dramatisch zunehmen. Neue Studien zeigen den dringenden Handlungsbedarf für Unternehmen und Politik.

Eine aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für 2025 bestätigt den besorgniserregenden Trend: Der Krankenstand liegt stabil bei 5,4 Prozent. Zwar führen weiterhin Atemwegserkrankungen die Statistik an, doch der alarmierende Befund betrifft die Psyche. Psychische Erkrankungen stiegen um 6,9 Prozent und sind nun die zweithäufigste Ursache für Arbeitsausfälle – noch vor Rückenleiden und Muskel-Skelett-Problemen.

Stressreport zeigt: Arbeitnehmer können nicht abschalten

Diese Entwicklung wird durch den neuen Stressreport der Techniker Krankenkasse (TK) untermauert. Die am 21. und 22. Januar veröffentlichten Daten zeichnen ein klares Bild der Überlastung: Ein Drittel der Beschäftigten (33 Prozent) findet nach Feierabend keine Erholung. 42 Prozent fühlen sich häufig ausgelaugt, und bei 29 Prozent leidet das Privatleben unter dem Job.

„Die Zahlen belegen den direkten Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Gesundheit“, kommentiert ein TK-Experte. Die ständige Erreichbarkeit, hohe Verdichtung der Aufgaben und unklare Zuständigkeiten gelten als Haupttreiber. DAK-Chef Andreas Storm fordert angesichts der Lage bereits einen „Krankenstands-Gipfel“ im Kanzleramt.

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Betriebe setzen auf Prozessoptimierung statt Symptombekämpfung

Als Reaktion rückt die Optimierung von Arbeitsprozessen in den Fokus. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass ineffiziente Abläufe und ständige Unterbrechungen krank machen. Die Lösung liegt im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM), das von der Nebensache zum strategischen Erfolgsfaktor wird.

„Es geht darum, Stressquellen systematisch zu identifizieren und abzustellen“, erklärt eine Beraterin für Arbeitspsychologie. Agile Methoden, klare Kommunikationswege und realistische Ressourcenplanung entlasten die Belegschaft. Besondere Aufmerksamkeit benötigen hybride Arbeitsmodelle, die neue Konzepte für Führung und Teamzusammenhalt erfordern.

Psychische Gefährdungsbeurteilung wird zum Standard

Das zentrale Werkzeug ist die gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung nach §5 Arbeitsschutzgesetz. Sie analysiert nicht die Mitarbeiter, sondern die Arbeitsbedingungen – von der Aufgabenstellung bis zum Betriebsklima. Initiativen wie der Praxis-Workshop „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz aktiv gestalten“ der IHK Region Stuttgart am 27. Januar zeigen, dass die Wirtschaft das Thema ernst nimmt.

Durch präventive Maßnahmen können Unternehmen die Resilienz ihrer Teams stärken. Das lohnt sich: Gesunde, motivierte Mitarbeiter sind produktiver und senken langfristig die Fehlzeiten. In Zeiten des Fachkräftemangels wird dies zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Politische Debatte: Mehr Kontrolle oder bessere Prävention?

Die aktuellen Zahlen befeuern auch die politische Diskussion. Während Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger etwa die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung fordert, warnen Kritiker vor den Folgen. Ein Rückgang gemeldeter Krankheiten könnte den Präsentismus erhöhen – kranke Mitarbeiter stecken dann Kollegen an oder riskieren Langzeitschäden.

Für 2026 zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Die betriebliche Gesundheitsvorsorge entwickelt sich vom „Nice-to-have“ zum Kernbestand guter Führung. Der Fokus liegt auf ganzheitlichen Konzepten, die mentale Gesundheit, gesunde Führung und flexible Angebote verbinden. Unternehmen, die hier investieren, sichern sich ihre Zukunftsfähigkeit.

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