Krankenstand, Rekordhoch

Krankenstand auf Rekordhoch: Präsentismus wird zur versteckten Gefahr

31.01.2026 - 00:03:12

Der Krankenstand erreichte 2025 mit 5,7 Prozent einen historischen Höchstwert. Die dadurch verursachten volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm, wobei psychische Erkrankungen und Präsentismus zentrale Probleme darstellen.

Deutschlands Wirtschaft verliert Milliarden durch krankheitsbedingte Ausfälle. Ein neuer Bericht offenbart die alarmierenden Zahlen für 2025 und zeigt den dringenden Handlungsbedarf auf.

Die DAK-Gesundheit schlägt Alarm: Der Krankenstand erreichte 2025 mit 5,7 Prozent einen historischen Höchstwert. Jeder Arbeitnehmer fehlte im Schnitt 19,5 Tage. Besorgniserregend ist der Anteil psychischer Erkrankungen, der für fast jeden fünften Fehltag verantwortlich ist. Der volkswirtschaftliche Schaden der letzten vier Jahre wird auf bis zu 160 Milliarden Euro geschätzt. Doch hinter den sichtbaren Ausfällen lauert eine oft übersehene Gefahr.

Die unsichtbare Epidemie: Präsentismus kostet mehr als Abwesenheit

Während die Fehlzeiten steigen, ist ein anderes Phänomen noch folgenreicher: Präsentismus. Mitarbeiter erscheinen trotz Krankheit am Arbeitsplatz – getrieben von Arbeitsdruck, Jobangst oder falschem Pflichtgefühl. Die Folgen sind fatal. Die Produktivität sinkt, Fehler häufen sich und akute Beschwerden können chronisch werden.

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Experten sehen die Ursache nicht in mangelnder Arbeitsmoral, sondern in zunehmender Arbeitsverdichtung und Belastung. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) erforscht das Problem intensiv, besonders im Bereich der digitalen Arbeit. „Tele-Präsentismus“ wird zur neuen Herausforderung im Homeoffice.

Gesetzliche Pflicht: Psychische Gefährdungsbeurteilung wird konkret

Viele Unternehmen unterschätzen eine klare gesetzliche Vorgabe: Die psychische Gefährdungsbeurteilung ist im Arbeitsschutzgesetz verankert und keine freiwillige Leistung. Für 2026 werden verschärfte Leitlinien erwartet, die die Anforderungen konkretisieren.

Eine umfassende Beurteilung muss Faktoren wie Arbeitsintensität, Zeitdruck, das Betriebsklima und den Handlungsspielraum der Mitarbeiter analysieren. Das Ziel ist klar: Gefahren für die psychische Gesundheit früh zu erkennen und zu beseitigen, bevor sie zu Langzeiterkrankungen führen. Unternehmen, die diese Pflicht vernachlässigen, müssen mit Sanktionen rechnen.

Vom Problem zur Lösung: So gelingt wirksame Prävention

Die Analyse allein reicht nicht. Entscheidend sind die daraus abgeleiteten Maßnahmen. Diese reichen von Schulungen für Führungskräfte in gesunder Führung über die Entschärfung stressiger Arbeitsabläufe bis hin zu einer offenen Fehlerkultur.

Initiativen wie die „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) bieten Unternehmen praktische Hilfen. Solche Investitionen in Prävention sind kein Kostenfaktor, sondern eine strategische Maßnahme. Sie stärken die Bindung der Mitarbeiter und die Attraktivität als Arbeitgeber.

Nationale Aufgabe: Politik und Wirtschaft in der Pflicht

Die Rekordzahlen haben eine gesellschaftliche Debatte entfacht. Während manche Wirtschaftsvertreter über sinkende Arbeitsmoral klagen, verweisen Gewerkschaften auf die gestiegenen Belastungen. Die DAK fordert einen „Krankenstands-Gipfel“ im Kanzleramt.

Eines wird deutlich: Die Wende gelingt nur im Schulterschluss von Politik, Unternehmen und Sozialpartnern. Die konsequente Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung ist der Schlüssel, um den Teufelskreis aus Überlastung und Krankheit zu durchbrechen. In Zeiten des Fachkräftemangels wird die Gesundheit der Belegschaft zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Der Wandel von der Reparatur- zur Präventionskultur hat gerade erst begonnen.

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