Krankenkassen setzen 2026 auf Traditionelle Chinesische Medizin
12.01.2026 - 00:24:11Die gesetzlichen Krankenkassen nutzen Traditionelle Chinesische Medizin zunehmend als Wettbewerbsvorteil. Hintergrund ist der deutsch-chinesische Gesundheitsaktionsplan.
Im neuen Leistungskatalog für 2026 rücken alternative Schmerztherapien stärker in den Fokus. Während die Pflichtleistungen für Akupunktur weiterhin streng auf chronische Lendenwirbelsäulen- und Kniegelenkschmerzen beschränkt bleiben, öffnen viele Kassen bei den freiwilligen Satzungsleistungen deutlich weiter. Osteopathie, erweiterte Akupunkturbehandlungen und in Einzelfällen sogar TCM-Arzneimitteltherapien werden zunehmend bezuschusst.
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Wettbewerbsfaktor gegen den Fachkräftemangel
Dieser strategische Schub ist eine direkte Folge des „Deutsch-Chinesischen Aktionsplans Gesundheit 2024-2026“. Das Abkommen, das 2026 in sein letztes Umsetzungsjahr geht, hat den Austausch über TCM explizit zur Priorität erklärt. Ziel ist es, regulatorische Hürden abzubauen und die Integration evidenzbasierter TCM-Methoden zu erleichtern.
Gleichzeitig soll eine höhere Vergütung die Versorgung sichern. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein um 2,8 Prozent erhöhter Orientierungswert für ärztliche Leistungen. „Diese Anpassung war ein notwendiger Kompromiss, um die ambulante Versorgung aufrechtzuerhalten“, betonte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen bereits Ende 2025. Für Patienten bedeutet das: Der Zugang zu qualifizierten Akupunkteuren bleibt trotz des allgemeinen Fachkräftemangels stabil.
Doch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hält an strengen Qualitätsvorgaben fest. Akupunktur bei chronischen Schmerzen darf nur von Ärzten mit spezieller Zusatzqualifikation durchgeführt werden. So soll die Patientensicherheit gewährleistet bleiben.
Kostendruck vs. Kundenbindung
Die Erweiterung der TCM-Angebote findet in einem angespannten finanziellen Umfeld statt. Um ein prognostiziertes Defizit zu schließen, hat die Bundesregierung die Beitragssätze für 2026 stabilisiert und unter anderem die Mittel für den Innovationsfonds gekürzt.
Dennoch schützen die Kassen ihre Budgets für freiwillige Leistungen. Analysten sehen darin eine kluge Strategie: „Weiche“ Benefits wie TCM gelten als kostengünstige Instrumente zur Kundenbindung. Sie sind vergleichsweise preiswert, können aber bei Millionen chronischen Schmerzpatienten die Lebensqualität verbessern und teure Langzeitfolgen verhindern.
Die Hoffnung der Kassen: Durch bessere alternativmedizinische Versorgung ließe sich die Abhängigkeit von pharmazeutischen Schmerzmitteln reduzieren – und langfristig Kosten sparen.
Was bedeutet das für Versicherte?
Der Blick in die eigene Satzung lohnt sich. Die gesetzliche Grundversorgung garantiert Akupunktur nur für Rücken und Knie. Der eigentliche „2026-Update“ für viele Schmerzpatienten versteckt sich in den individuellen Zusatzangeboten der Kassen.
Aktuell hat der G-BA Akupunktur bei Migräne oder Spannungskopfschmerzen noch nicht als Pflichtleistung anerkannt. Viele Kassen bieten sie aber bereits freiwillig an. Mit Abschluss des deutsch-chinesischen Aktionsplans Ende 2026 könnten weitere TCM-Methoden den Weg in den Leistungskatalog finden – möglicherweise schon 2027.
Das deutsche Gesundheitssystem geht damit einen pragmatischen Weg: Strenge evidenzbasierte Standards für Pflichtleistungen, aber mehr Spielraum für Wettbewerb und alternative Therapien bei den Zusatzangeboten.
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