Koralmbahn treibt Kärntner Grundstückspreise in die Höhe
10.01.2026 - 20:45:12Seit der Eröffnung der Koralmbahn erleben Anrainergemeinden einen Immobilien-Boom. Besonders das Lavanttal profitiert von der neuen Schnellverbindung zwischen Graz und Klagenfurt. Die Preise für Bauland steigen rasant, während sich der Gesamtmarkt in Kärnten nur stabilisiert.
Knapp vier Wochen nach der Inbetriebnahme der Hochleistungsstrecke schlägt der prognostizierte “Koralm-Effekt” voll durch. Immobilienmakler verzeichnen einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage, vor allem nach Grundstücken im Einzugsbereich der neuen Bahnhöfe. Die Fahrzeit zwischen den Landeshauptstädten schrumpfte auf 45 Minuten – das verändert die geografische Wahrnehmung Südösterreichs grundlegend.
Regionale Experten bestätigen: Was lange Theorie war, wird nun Realität. Konkrete Verkaufsabschlüsse und steigende Quadratmeterpreise entlang der 130 Kilometer langen Trasse belegen den Trend. Käufer aus dem Grazer Ballungsraum entdecken die Kombination aus ländlicher Lebensqualität und urbaner Anbindung für sich.
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Lavanttal: Vom Abseits zum Hotspot
Das Epizentrum des Booms liegt klar im Lavanttal. Die Gemeinde St. Paul im Lavanttal mit ihrem neuen Intercity-Bahnhof verzeichnet eine beispiellose Aufwertung. Die Preisdynamik übertrifft selbst optimistische Prognosen.
- Baureifes Land in begehrten Lagen kostet nun 125 bis 150 Euro pro Quadratmeter.
- Vor wenigen Jahren lagen die Preise noch deutlich darunter.
- Bauträger sichern sich bereits strategisch Flächen, das Angebot wird knapp.
“Der Bereich wird durch die Anbindung an Graz massiv aufgewertet”, bestätigt Robert Haubiz von s REAL. Die Nachfrage übersteigt das Angebot in diesen Mikrolagen zunehmend. Der Effekt strahlt auf die gesamte Region Wolfsberg aus, die nun als erweiterter Speckgürtel zweier Landeshauptstädte fungiert.
Das massive Preisgefälle als Treiber
Der Hauptmotor der Entwicklung ist der klare Preisvorteil gegenüber der Steiermark. Trotz der jüngsten Steigerungen bleibt Grund in Kärnten vergleichsweise günstig.
In beliebten Grazer Wohngegenden wie Seiersberg sind Quadratmeterpreise von rund 390 Euro und mehr üblich. Die 120 bis 150 Euro im Lavanttal – bei einer Pendelzeit von unter 30 Minuten nach Graz – wirken da wie ein Schnäppchen. Diese Arbitrage-Möglichkeit lockt eine neue Käuferschicht an: junge Familien und Pendler aus der Steiermark.
Die “Steiermark-Connection” verändert die Demografie. Kärntner Gemeinden treten nun in direkte Konkurrenz zu steirischen Bezirken wie Deutschlandsberg – und punkten mit günstigeren Preisen bei ebenbürtiger Anbindung.
Vom Ferien- zum Hauptwohnsitz
Ein weiterer Trend betrifft touristische Regionen wie den Klopeiner See. Die Bahn verwandelt Feriendestinationen in potenzielle Hauptwohnsitze.
Die Überlegung vieler Interessenten ist einfach: Ein Haus am See, bisher nur am Wochenende nutzbar, wird durch die schnelle Zugverbindung alltagstauglich. Leben in der Tourismusregion, arbeiten in der Wirtschaftsmetropole – diese neue Lebensqualität wird zunehmend eingepreist.
“Hier sehen wir großes Potenzial”, so Experte Haubiz. Die landschaftliche Attraktivität in Kombination mit der Erreichbarkeit lockt gut verdienende Pendler an, die dem Stadtstress entfliehen wollen.
Gesamtmarkt stabil, aber zweigeteilt
Die Dynamik entlang der Koralm-Trasse hebt sich deutlich vom Rest Kärntens ab. Nach Preiskorrekturen im Jahr 2025 zeigt der Gesamtmarkt 2026 zwar Stabilisierung, bleibt aber zweigeteilt:
- Die Koralm-Achse: Hier herrscht Aufbruchsstimmung, Verknappung und steigender Preisdruck.
- Periphere Lagen: In abseits gelegenen Tälern wie dem Gurk- oder Mölltal stagnieren die Preise oder geben weiter nach. Der “Sogeffekt” des neuen Zentralraums könnte Abwanderung sogar verstärken.
Thomas Kircher von Raiffeisen Immobilien Kärnten weist darauf hin, dass Bauträger im Neubau kaum Spielraum für Preissenkungen haben. Der Druck bleibt daher besonders auf den Grundstücken als variable Kostenkomponente.
Der “Zentralraum Süd” entsteht
Die aktuellen Entwicklungen sind erst der Anfang. Mit der Koralmbahn wächst ein neuer Wirtschafts- und Lebensraum für 1,1 Millionen Menschen zusammen. Raumordnungsexperten rechnen für 2026 mit weiter steigendem Siedlungsdruck auf die Bahnhofsgemeinden.
Für Kaufinteressenten schließt sich das Zeitfenster für günstige Akquisitionen entlang der Trasse langsam. Die Preise im Lavanttal und im Klagenfurter Becken werden voraussichtlich weiter steigen, bis sich das Niveau stärker an das der Steiermark angleicht.
Die Koralmbahn ist damit zum entscheidenden Katalysator für die Immobilienwirtschaft im Süden Österreichs geworden. Für 2026 wird ein deutlicher Anstieg der Bautätigkeit entlang der Strecke erwartet, um den neuen Bedarf an Wohnraum für Bahn-Pendler zu decken.
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