Komplimente: Die unterschätzte Kunst des Lobens
25.01.2026 - 20:14:12Ein ehrliches Lob kann motivieren und Beziehungen stärken. Doch falsch eingesetzt, schadet es sogar. Psychologen erklären, wie Anerkennung wirklich wirkt.
Ein aufrichtiges Kompliment aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. Der Botenstoff Dopamin wird ausgeschüttet und verankert positive Verhaltensweisen. Diesen Effekt nutzen erfolgreiche Führungskräfte und Pädagogen längst. Doch die Psychologie dahinter ist komplex.
Spezifisch loben statt pauschal schmeicheln
Der entscheidende Unterschied liegt im Fokus. Wirksames Lob bezieht sich auf konkrete Handlungen und Anstrengungen, nicht auf angeborene Eigenschaften.
- Schwaches Lob: „Du bist so klug.“ Dies kann bei Kindern Angst vor Herausforderungen auslösen, um das „Klug“-Image nicht zu gefährden.
- Starkes Lob: „Ich habe gesehen, wie konzentriert du gearbeitet hast.“ Diese prozessorientierte Anerkennung fördert Ausdauer und Frustrationstoleranz.
Studien zeigen: Wer für seinen Einsatz gelobt wird, entwickelt eine „wachstumsorientierte Denkweise“. Die Überzeugung, dass Fähigkeiten durch Übung verbessert werden können, wird gestärkt. Die Aufrichtigkeit ist dabei der Schlüssel – unechte Floskeln durchschauen Menschen instinktiv.
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Warum uns Lob oft peinlich ist
Obwohl sich viele nach Anerkennung sehnen, fällt die Annahme schwer. Hinter dem Abwehren stecken oft tiefere Muster:
- Geringes Selbstwertgefühl: Das positive Feedback passt nicht zum eigenen negativen Selbstbild.
- Angelernte Bescheidenheit: Die Sorge, arrogant zu wirken, lässt uns das Kompliment kleinreden.
- Misstrauen: Vor allem im Job wird Lob schnell als manipulative Schmeichelei verdächtigt.
Psychologen raten zu einem einfachen, aber wirksamen Schritt: Einfach „Danke“ sagen und das Gesagte wirken lassen. Das Annehmen von Lob trainiert aktiv das Selbstwertgefühl.
Das Büro: Wo Lob zum Führungsinstrument wird
Unternehmen setzen gezielt auf eine Kultur der Wertschätzung. Denn authentische Anerkennung steigert die Motivation und Bindung von Mitarbeitern stärker als viele Bonusprogramme. Es geht nicht um pauschales Lob, sondern um die sichtbare Würdigung von Einsatz und Ergebnis.
Interessant: Viele Menschen unterschätzen die Wirkung ihrer eigenen Komplimente. Die sogenannte „Lob-Defizit-Illusion“ führt dazu, dass wir positive Rückmeldungen seltener aussprechen, als wir könnten. Dabei profitieren beide Seiten: Der Empfänger fühlt sich wertgeschätzt, und der Geber erlebt oft selbst ein Glücksgefühl.
Die Zukunft einer gesunden Kommunikation liegt in diesem bewussteren Umgang. Ein gut platziertes, ehrliches Kompliment bleibt ein mächtiges Werkzeug – es kostet nichts und kann alles verändern.


