Kommunale IT-Sicherheit: Bayern vergibt 1000. Zertifizierung
19.01.2026 - 10:42:11Ein Meilenstein im Kampf gegen Cyberangriffe auf Rathäuser: Bayern hat das 1000. IT-Sicherheitssiegel an eine Gemeinde vergeben. Das zeigt den wachsenden Druck auf Kommunen, ihre digitale Infrastruktur zu schützen.
Im oberpfälzischen Bodenwöhr überreichten Finanz- und Heimatminister Albert Füracker und der Präsident des Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), Bernd Geisler, das begehrte Siegel an Bürgermeister Georg Hoffmann. Die Auszeichnung unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Widerstandsfähigkeit. Denn Städte und Gemeinden stehen zunehmend im Fadenkreuz von Cyberkriminellen.
Die 1000. Verleihung ist mehr als eine symbolische Zahl. Sie markiert die flächendeckende Einführung einheitlicher Sicherheitsstandards. Das Siegel „Kommunale IT-Sicherheit“ bietet den Rathäusern einen überprüfbaren Maßstab.
Minister Füracker betonte bei der Übergabe, die Zahl der Angriffe auf Kommunen steige stetig. Für viele der über 2000 bayerischen Gemeinden bleibe der Aufbau einer umfassenden IT-Sicherheit eine „Riesenaufgabe“. Das Siegel belegt, dass eine Kommune wesentliche Schutzmaßnahmen für Bürgerdaten und kritische Infrastrukturen umgesetzt hat.
Kommunen stehen zunehmend im Visier von Cyberkriminellen — viele Verwaltungen wissen nicht, wo sie anfangen. Der kostenlose E‑Book‑Report „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt praxisnah, welche Sofortmaßnahmen kleine und mittelgroße Behörden sofort umsetzen können: Notfall‑ und Wiederanlaufpläne, Schulungen für Mitarbeiter, sichere Cloud‑Nutzung und Prioritäten für begrenzte Budgets. Ideal für Bürgermeister, IT‑Leiter und Verwaltungsfachleute, die IT‑Resilienz jetzt stärken wollen. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide herunterladen
Bodenwöhr erhielt die Zertifizierung nach Erfüllung strenger Kriterien. Bürgermeister Hoffmann verwies auf die existenzielle Bedeutung: Ein erfolgreicher Hackerangriff könnte nicht nur die Verwaltung lahmlegen, sondern auch die Wasserversorgung.
Kein einmaliger Akt, sondern Daueraufgabe
Das Siegel ist zentraler Baustein der bayerischen Digitalstrategie. Es handelt sich um eine befristete Zertifizierung, die regelmäßig erneuert werden muss. So sollen sich die Sicherheitskonzepte parallel zur Bedrohungslage weiterentwickeln.
Der Prozess prüft, ob eine Kommune die drei Grundwerte der Informationssicherheit gewährleistet: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Diese Initiative ist im Bayerischen Digitalgesetz verankert, das Kommunen zu angemessenen Sicherheitskonzepten verpflichtet.
Interessant ist die Statistik: Zwar wurden 1000 Siegel vergeben, aber nur etwa 650 verschiedene Kommunen erhielten die Auszeichnung mindestens einmal. Diese Differenz spricht für einen lebendigen Erneuerungszyklus bei den Vorreitern. Über 98 Prozent der bayerischen Gemeinden hätten bereits Beratungs- oder Unterstützungsangebote des LSI genutzt.
Staatliche Hilfe für jede Gemeindegröße
„IT-Sicherheit ist keine Frage der Größe, sondern des Verantwortungsbewusstseins“, so LSI-Präsident Geisler. Das LSI, Deutschlands erstes Landesamt dieser Art, bietet Zertifizierung und Beratung kostenfrei an. Das soll besonders kleineren Gemeinden den Einstieg erleichtern.
Experten der Behörde arbeiten direkt mit den Verwaltungen vor Ort. Dieser „IT-TÜV“ hilft Gemeinden wie Bodenwöhr, ihre Abwehr gegen immer raffiniertere Erpressungssoftware und Spionageangriffe zu überprüfen.
Fachleute halten solche staatlichen Programme für entscheidend. Sie schließen die Lücke zwischen finanzstarken Städten und kleinen Gemeinden. Standardisierte Anforderungen schaffen ein grundlegendes Schutzniveau. Das erschwert es Angreifern, im Behördennetzwerk „einfache Ziele“ zu finden.
Nächste Stufe: Von der Absicherung zur Widerstandsfähigkeit
Mit fortschreitender Digitalisierung wächst auch die Angriffsfläche. Der Meilenstein in Bodenwöhr markiert eine erfolgreiche Einführungsphase. Doch der Fokus verschiebt sich bereits.
Analysten erwarten den nächsten Schritt: hin zur „IT-Resilienz“. Es geht dann nicht mehr nur darum, Angriffe zu verhindern, sondern auch, sich nach einem erfolgreichen Hack schnell zu erholen.
Das LSI wird die Kriterien für das Siegel regelmäßig anpassen. Künftige Prüfzyklen dürften strenger werden, besonders beim Schutz kritischer Infrastrukturen und bei der Nutzung sicherer Cloud-Dienste.
Für Bodenwöhr und Hunderte andere zertifizierte Kommunen ist das Siegel eine Momentaufnahme. Die eigentliche Herausforderung, so betonen Landesvertreter, liegt im dauerhaften Erhalt dieses Standards. In einer Welt, in der digitale Bedrohungen sich ständig weiterentwickeln.
PS: Der Meilenstein in Bodenwöhr schützt heute — doch was ist, wenn ein Angriff gelingt? Das gleiche Gratis‑E‑Book zeigt in vier umsetzbaren Schritten, wie Verwaltungen die Erkennungs‑ und Reaktionsfähigkeit verbessern, Phishing‑Risiken minimieren und gesetzliche Vorgaben (inkl. aktueller KI‑Regelungen) praktisch umsetzen — ohne große Zusatzkosten. Holen Sie sich die Checklisten und Priorisierungen für nachhaltige IT‑Resilienz. Kostenlosen Cyber‑Security‑Report jetzt sichern


