KMUkompetentsicher, Lernportal

KMU.kompetent.sicher: Neues Lernportal soll Mittelstand für NIS-2 fit machen

11.01.2026 - 09:53:12

Eine neue, kostenfreie Bildungsinitiative unterstützt mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung der komplexen EU-Vorgaben, während die Aufsicht durch das BSI begonnen hat.

Deutschlands Mittelstand erhält eine kostenlose Lernplattform, um die komplexen Vorgaben der EU-Cybersicherheitsrichtlinie NIS-2 zu meistern. Das Angebot des Software Innovation Campus Paderborn (SICP) kommt zum perfekten Zeitpunkt, denn die Aufsicht durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gerade begonnen.

Lern-Nuggets gegen die Regulierungsflut

Die neue Plattform „KMU.kompetent.sicher“ zielt genau auf das Hauptproblem kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) ab: die überwältigende Komplexität der EU-Verordnung. Entwickelt mit Partnern wie den Universitäten Paderborn und Hohenheim, zerlegt das Tool die NIS-2 in verdauliche, kurze Lerneinheiten – sogenannte „Learning Nuggets“. Diese Module sollen sich problemlos in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

„Wir bieten einen kostenfreien Einstieg in die NIS-2-Thematik“, erklärt Dr. Simon Oberthür vom SICP. Statt trockener Gesetzestexte setzt die Plattform auf Storytelling und interaktive Quizze. So werden abstrakte Vorgaben zu praktischem Wissen etwa zu IT-Sicherheitskultur, Risikomanagement oder E-Mail-Sicherheit. Für KMU, die oft keinen eigenen IT-Sicherheitsbeauftragten haben, ist dieser Ansatz entscheidend. Geplant sind bereits weitere Module zu Ransomware-Abwehr und Incident-Reporting.

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Hoher Bedarf zeigt Verunsicherung

Das Lernportal ist der zweite Baustein der vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) finanzierten „FitNIS2“-Initiative. Es ergänzt den bereits verfügbaren „FitNIS2-Navigator“, ein Online-Tool zur Selbsteinstufung. Dessen Nutzungszahlen belegen den großen Informationsbedarf: Rund 1.500 Firmen haben bereits den „Betroffenheits-Check“ durchgeführt, 700 nutzten die Selbsteinschätzung.

Hinter dieser hohen Nachfrage steckt eine wachsende Verunsicherung. Zwar regelt NIS-2 direkt nur „wesentliche“ und „wichtige“ Einrichtungen. Der „Lieferketten-Effekt“ zwingt aber unzählige Zulieferer indirekt zur Einhaltung der Standards, weil ihre Großkunden dies vertraglich fordern. Genau diese Gruppe adressiert die neue Lernplattform. Sie soll KMU helfen, Compliance-Fähigkeiten nachzuweisen, ohne teure Berater engagieren zu müssen.

BSI-Portal erhöht den Druck

Die Bildungsinitiative startet nur Tage, nachdem die Aufsicht scharfgeschaltet wurde. Seit dem 6. Januar ist das zentrale BSI-Meldeportal für NIS-2-Betriebe freigeschaltet. Etwa 29.500 Unternehmen – deutlich mehr als die 4.500 der alten Regelung – müssen sich nun registrieren. Das Portal dient auch zur Meldung signifikanter Cybervorfälle, die binnen 24 Stunden gemeldet werden müssen.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner bezeichnet die Richtlinie als „Gamechanger“ für die nationale Stabilität. Ihr Portal soll als „One-Stop-Shop“ für Cyber-Resilienz dienen. Die parallele Inbetriebnahme von Meldeportal und Lernhilfe zeigt die Zwei-Schienen-Strategie: Während die Aufsicht den Rahmen durchsetzt, sollen Unterstützungsnetzwerke die oft unvorbereitete Wirtschaft fit machen.

Die indirekte Regulierung als größte Hürde

Die eigentliche Herausforderung für 2026 liegt in der indirekten Regulierung. Ein mittelständischer Zulieferer mag zwar nicht direkt unter die BSI-Aufsicht fallen. Seine Rolle als Lieferant für einen Krankenhausbetreiber oder Energieversorger verpflichtet ihn jedoch vertraglich zu gleichen Standards.

Hier setzt „KMU.kompetent.sicher“ an. Die Plattform soll die „Compliance-Falle“ entschärfen, in der KMU aus Lieferketten gedrängt werden, weil sie ihre Sicherheitsstandards nicht nachweisen können. Ein staatlich gefördertes, standardisiertes Curriculum bietet eine überprüfbare Basis, die kleinere Firmen ihren Partnern vorlegen können.

Vom Melden zum Nachweisen

Im weiteren Verlauf des ersten Quartals 2026 wird der Fokus von der Registrierung auf die Überprüfung der Umsetzung wechseln. Die beim BSI gemeldeten Unternehmen müssen dann ihre eingeführten Risikomanagement-Maßnahmen belegen können.

Für das Lernportal steht die schrittweise Veröffentlichung des gesamten Curriculums im Laufe des Jahres an. Es soll zu einer dauerhaften Ressource für den Mittelstand werden. Das BSI plant derweil, sein Portal um Echtzeit-Datenaustausch und Analyse-Tools zu erweitern, um Unternehmen bei der Abwehr akuter Bedrohungen zu unterstützen. Die Schonfrist zum „Reinfinden“ ist vorbei – die kostenlosen Hilfsangebote sollten jetzt genutzt werden.

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