Klagenfurt, Bauträger

Klagenfurt plant eigenen Bauträger – Wirtschaftskammer warnt vor „Katastrophe“

21.01.2026 - 20:44:12

Die Stadt Klagenfurt erwägt den Einstieg in den Wohnungsbau mit einem eigenen Bauträger, stößt damit aber auf massive Kritik der Wirtschaftskammer und spaltet die Stadtpolitik.

Die Klagenfurter Stadtregierung will mit einem eigenen Bauträger in den Wohnbau einsteigen. Die Wirtschaftskammer Kärnten hält das für eine gefährliche „Schnapsidee“ und warnt vor einer finanziellen Katastrophe. Der Vorstoß spaltet die Stadtpolitik.

Auslöser ist das stockende Projekt auf dem Areal des alten Hallenbades. Ein bereits vereinbarter Verkauf an private Investoren droht zu scheitern. Als „Plan C“ schlagen Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Finanzreferentin Constance Mochar (beide SPÖ) nun vor, dass die städtische Immobilienverwaltung selbst baut.

Ein städtischer Bauträger als „Plan C“

Die Stadtwerke Klagenfurt als Eigentümerin bereitet eine Klage gegen die Grazer Bietergemeinschaft vor. Diese ist mit Preis und Auflagen des Deals offenbar nicht mehr einverstanden. Um einen jahrelangen Stillstand zu verhindern, präsentierten die SPÖ-Politiker eine Alternative.

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Ihr Plan: Die städtische IVK gründet eine eigene Bauträgergesellschaft. Auf dem Hallenbad-Grundstück sollen dann sowohl geförderte als auch frei finanzierte Wohnungen entstehen. Dieses Modell könnte laut Initiatoren auch auf acht bis zehn weiteren städtischen Grundstücken zum Einsatz kommen. Der Wohnungsbeirat der IVK hat sich bereits für eine Prüfung ausgesprochen.

WK: „Stadt soll keine Abenteuer starten“

Die Wirtschaftskammer reagierte umgehend mit scharfer Kritik. WK-Bezirksstellenobmann Franz Ahm nannte den Vorstoß eine „Schnapsidee“. Eine finanzielle Katastrophe sei damit vorprogrammiert.

Die Kammer argumentiert:
* Der Stadt fehle die Expertise für solche unternehmerischen Projekte.
* Die angespannte Haushaltslage und vergangene Missstände in der Verwaltung sprächen dagegen.
* Die Politik solle lieber bessere Rahmenbedingungen für private Investoren schaffen.

Statt selbst zu bauen, fordert die WK die Einrichtung einer unabhängigen Wirtschaftsagentur und zweckgebundene Mittel aus der Kommunalsteuer.

Koalition im Rathaus gespalten

Auch innerhalb der Stadtregierung ist der Vorschlag höchst umstritten. ÖVP-Stadtrat Julian Geier kritisiert, dass die Diskussion über Alternativen die Verhandlungsposition der Stadt im laufenden Rechtsstreit schwächt.

Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP) hält den Plan für realitätsfern. Er verweist darauf, dass das Grundstück den Stadtwerken und nicht der Stadt selbst gehört. Unterstützung kommt einzig von den Grünen, die eine aktivere Rolle der Stadt beim Wohnungsbau befürworten.

Alte Probleme nähren neue Skepsis

Die hitzige Debatte ist symptomatisch für tieferliegende Probleme Klagenfurts. Die Stadt kämpft mit einer angespannten Haushaltslage. Die städtische Wohnungsverwaltung „Klagenfurt Wohnen“ stand in der Vergangenheit wiederholt wegen Misswirtschaft in der Kritik.

Ein Bericht des Landesrechnungshofs hatte bereits 2024 erhebliche Mängel aufgezeigt. Diese Vorgeschichte nährt die Zweifel, ob die Verwaltung ein so komplexes Vorhaben stemmen kann. Gleichzeitig zeigt der SPÖ-Vorstoß den politischen Druck, auf hohe Immobilienpreise und einen stockenden Bausektor zu reagieren.

Was wird nun aus dem Hallenbad-Areal? Zunächst entscheidet der mögliche Rechtsstreit zwischen Stadtwerken und privaten Investoren über das Schicksal des Grundstücks. Parallel arbeitet die Stadt an der rechtlichen Ausarbeitung für den eigenen Bauträger. Die Entscheidung wird Signalwirkung für die gesamte Klagenfurter Wohnungspolitik haben.

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