Kirchen rufen zu Betriebsratswahlen auf
31.01.2026 - 21:14:12Deutschlands Kirchenführer appellieren gemeinsam an alle Beschäftigten, sich an den Betriebsratswahlen 2026 zu beteiligen. In einer gemeinsamen Erklärung betonen sie die Wahl als Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft – besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Der Aufruf von Bischof Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Bischöfin Kirsten Fehrs, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), kommt wenige Wochen vor Beginn des offiziellen Wahlzeitraums. Sie fordern alle Wahlberechtigten auf, zwischen dem 1. März und dem 31. Mai 2026 ihre Stimme abzugeben oder selbst zu kandidieren. Sichere und gute Arbeit sei ein Fundament der Menschenwürde, so die Kirchen. Die regelmäßigen Wahlen böten die Chance, Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten und Solidarität im Betrieb zu stärken.
Steht bei Ihnen bald eine Betriebsratswahl an oder überlegen Sie selbst zu kandidieren? Viele Wahlvorstände und Kandidatinnen sind unsicher bei Formalien, Fristen und organisatorischen Schritten – Fehler können eine Wahl verzögern. Das kostenlose PDF‑Fahrplan‑E‑Book „Betriebsratswahl“ erklärt Schritt für Schritt Kandidatensuche, Organisation des Wahlvorstands, Ablaufpläne für die Wahlperiode 2026 und liefert praktische Checklisten für eine rechtssichere Durchführung. Jetzt kostenlosen Betriebsratswahl-Fahrplan herunterladen
Arbeitsplatz als „Schule der Demokratie“
Im Zentrum der Botschaft steht eine ethische Sicht auf die Arbeit. Sie sei mehr als ein ökonomischer Tausch, betonen die Kirchen. Der gemeinsame Text beschreibt den Betrieb als „Schule der Demokratie“, in der Regeln ausgehandelt, Perspektiven gewechselt und Verantwortung übernommen werde. Das Engagement in einer Mitarbeitervertretung sei „gelebte Solidarität und ein Dienst an der Gemeinschaft im Unternehmen“.
Damit heben die Kirchen die Funktion von Betriebsräten über alltägliche Verhandlungen hinaus. Sie werden als essenzielle Institutionen für demokratische Grundsätze an der Basis dargestellt. Durch Teilnahme förderten Beschäftigte Transparenz, Fairness und Mitbestimmung. Die Sozialpartnerschaft sei eine tragende Säule der Demokratie in der Arbeitswelt.
Appell in turbulenten Zeiten
Der Zeitpunkt und Ton des Aufrufs sind eine direkte Reaktion auf die aktuelle Lage. Die Kirchenoberhäupter verwiesen ausdrücklich auf „wirtschaftlich turbulente und politisch angespannte Zeiten“ als Grund für ihren Appell. Ein starkes Engagement in der Mitarbeitervertretung sei ein klares Signal, dass zentrale Themen wie gerechte Bezahlung, angemessene Rente und gute Arbeitsbedingungen nicht polarisierenden Kräften überlassen werden dürften.
Diese Haltung verbindet die betriebliche Demokratie mit dem Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft. Starke Mitbestimmung in den Unternehmen könne den sozialen Frieden sichern. Die Position knüpft an frühere theologische und gesellschaftliche Stellungnahmen beider Kirchen an. 2025 veranstaltete die EKD ein Wirtschaftsforum und die Bischofskonferenz veröffentlichte ein Papier zur „versöhnenden Kraft der Arbeit“.
Rechtsrahmen und Bedeutung der Wahlen 2026
Die turnusmäßigen Betriebsratswahlen sind ein Kernstück der deutschen Sozialen Marktwirtschaft und im Betriebsverfassungsgesetz geregelt. Die Wahlperiode 2026 läuft vom 1. März bis zum 31. Mai. Alle Beschäftigten ab 16 Jahren – mit Ausnahme leitender Angestellter – sind wahlberechtigt. Der gewählte Betriebsrat hat weitreichende Mitbestimmungsrechte, etwa zu Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz, Kündigungen oder Sozialplänen.
Der kirchliche Appell zielt darauf ab, die Beteiligung an diesem etablierten Prozess zu erhöhen und so seine Legitimität zu stärken. Eine hohe Wahlbeteiligung und viele Kandidaten sollen sicherstellen, dass Betriebsräte wirklich repräsentativ sind und für die Interessen der gesamten Belegschaft eintreten können.
Impuls für die Mitbestimmungskultur
Die gemeinsame Erklärung der beiden großen Kirchen gibt dem Wahlvorgang einen moralischen und gesellschaftlichen Rückenwind. Sie erinnert daran, dass Betriebsratswahlen mehr sind als eine Verwaltungsvorschrift: Sie sind eine Gelegenheit, demokratische Werte im Wirtschaftsleben zu bekräftigen und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Der Aufruf dankt allen amtierenden Betriebsräten für ihr Engagement und ermutigt eine neue Generation von Beschäftigten, Verantwortung zu übernehmen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der prominente Appell in höheren Wahlbeteiligungen und mehr Kandidaten mündet. Unabhängig vom statistischen Effekt positioniert die ökumenische Botschaft die Wahlen 2026 als wichtigen Moment für das deutsche Modell der Sozialpartnerschaft. Eine faire, sichere und würdige Arbeit sei nicht nur ein individueller Vorteil, sondern ein Fundament für eine gesunde und widerstandsfähige Gesellschaft.
PS: Die ökumenische Aufforderung zeigt, wie wichtig gute Vorbereitung für Wahlvorstände, Kandidaten und Betriebsräte ist. Das kostenlose E‑Book „Betriebsratswahl“ bietet den kompletten Fahrplan von der Kandidatensuche bis zur konstituierenden Sitzung – inklusive rechtlicher Hinweise, Muster‑Vorlagen und Checklisten, die Praxis und Rechtssicherheit verbinden. Ideal für alle, die Mitbestimmung aktiv gestalten wollen. Kostenloses E-Book ‚Betriebsratswahl‘ jetzt herunterladen


