Schlüssel, Energiewende

KI wird zum Schlüssel für die Energiewende

21.01.2026 - 07:44:12

Neue KI-Lösungen von Fraunhofer und Johnson Controls sollen die Integration erneuerbarer Energien meistern und den Verbrauch in Gebäuden senken, stehen aber vor der Herausforderung des eigenen Energiebedarfs.

KI-Software revolutioniert die Steuerung von Stromnetzen und Gebäuden – und wird zum unverzichtbaren Werkzeug für die Energiewende. Neue Lösungen von Fraunhofer und Johnson Controls zeigen, wie Algorithmen die Integration erneuerbarer Energien meistern sollen.

Fraunhofer-Institut stellt präzisen Netz-Prognostiker vor

Das Fraunhofer-Institut IOSB-AST hat am 20. Januar eine neue KI-Software namens „WattPredictor“ vorgestellt. Sie sagt Verbrauch und Erzeugung in Strom-, Gas- und Wärmenetzen mit hoher Genauigkeit voraus. Ein zentrales Problem der Energiewende ist die schwankende Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen. Der Algorithmus soll helfen, diese Volatilität zu beherrschen. Er optimiert Lastprognosen bei dynamischen Tarifen und integriert den wachsenden Strombedarf von E-Auto-Ladesäulen. Beim Netzbetreiber SWE Netz GmbH in Erfurt läuft die Software bereits im Praxiseinsatz.

Energiebranche investiert massiv in intelligente Analytik

Der Trend zur KI ist kein Einzelfall. Ein aktueller Branchenreport der Information Services Group (ISG) bestätigt, dass europäische Versorger ihre Investitionen in KI-Analytik deutlich erhöhen. Treiber sind die Netzmodernisierung, strenge Dekarbonisierungsvorgaben und die Integration dezentraler Erzeuger. „Unternehmen gestalten ihre IT-Systeme zunehmend datengesteuert, um die Volatilität zu beherrschen“, so die ISG-Analysten. Die Investitionen in die Netzinfrastruktur hätten höchste Priorität, um die notwendige Flexibilität für Sektoren wie Verkehr und Wärme zu schaffen.

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Smarte Gebäude: KI optimiert den Verbrauch vor Ort

Die Optimierung durch KI endet nicht beim Netzbetreiber, sondern reicht bis in den Heizungskeller. Das Technologieunternehmen Johnson Controls kündigte an, auf der Fachmesse E-world im Februar seine digitale Plattform „OpenBlue“ zu präsentieren. Sie vernetzt Sensoren, Edge-Computing und KI, um den Energieverbrauch in Gebäuden ganzheitlich zu steuern. Die Plattform überwacht und optimiert den Betrieb von Großwärmepumpen oder Kälteanlagen. Solche dezentralen Systeme erhöhen die Effizienz direkt am Verbrauchsort und senken so dauerhaft die Emissionen.

Die duale Rolle der KI: Lösung und neues Problem

Der KI-Einsatz ist eine direkte Antwort auf die Komplexität der Energiewende. Algorithmen helfen, das Gleichgewicht zwischen wetterabhängiger Erzeugung und dynamischer Nachfrage zu finden. Doch die Technologie hat eine Schattenseite: Der Betrieb der rechenintensiven KI-Modelle und der dafür nötigen Rechenzentren verbraucht selbst enorme Mengen Energie. Die Branche steht damit vor einer neuen Aufgabe: Die KI-Systeme müssen nicht nur das Netz optimieren, sondern auch selbst so energieeffizient wie möglich arbeiten. Die Optimierung der Algorithmen wird zum Schlüssel für eine nachhaltige Digitalisierung.

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