KI-Verordnung, Schulungspflicht

KI-Verordnung: Schulungspflicht für Mitarbeiter ist in Kraft

18.01.2026 - 02:15:12

Die EU-KI-Verordnung verpflichtet Unternehmen zur Kompetenzvermittlung bei KI-Systemen. Dies erfordert maßgeschneiderte Schulungen und bietet strategische Chancen für die digitale Transformation.

Seit fast einem Jahr müssen Unternehmen in der EU ihre Belegschaft in KI-Kompetenz schulen. Die Vorgabe aus Artikel 4 der KI-Verordnung zwingt Firmen zum Umdenken – und birgt Chancen.

Die Frist lief am 2. Februar 2025 ab. Seither sind Anbieter und Betreiber von KI-Systemen verpflichtet, die grundlegende KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter sicherzustellen. Die Regelung gilt branchenübergreifend und unabhängig von der Unternehmensgröße. Ihr Ziel: einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie zu fördern und das Bewusstsein für Chancen und Risiken zu schärfen. Für viele Betriebe bedeutete das die Entwicklung komplett neuer Weiterbildungskonzepte.

Was die Verordnung konkret fordert

Der Gesetzestext verlangt von Unternehmen, „nach besten Kräften“ sicherzustellen, dass ihr Personal über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügt. Diese ist breit definiert als Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis für einen informierten KI-Einsatz – inklusive der Sensibilisierung für mögliche Risiken und Schäden.

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Die Pflicht betrifft alle KI-Systeme im beruflichen Kontext. Das reicht von generativen Sprachmodellen bis zu spezialisierter Software im Recruiting oder Kundenservice. Bei der Umsetzung haben Firmen großen Gestaltungsspielraum. Ob Online-Kurse, Workshops oder interne Leitfäden: Die Maßnahmen müssen zum Kenntnisstand der Belegschaft und zum konkreten Einsatzkontext passen.

So setzen Unternehmen die Schulungen um

Eine Pauschallösung gibt es nicht. Die Inhalte müssen auf die jeweilige Rolle zugeschnitten sein. Während Führungskräfte strategisches Wissen zu Risiken und Steuerung brauchen, müssen Anwender die Grenzen ihrer Tools kennen. Für alle gelten jedoch gemeinsame Grundlagen.

Zu den Kerninhalten gehören:
* Ein grundlegendes Verständnis von KI-Funktionsweise und -Risiken
* Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der KI-Verordnung und der DSGVO
* Ethische Aspekte wie die Erkennung und Vermeidung von Bias (Voreingenommenheit) in KI-Systemen
* Interne KI-Richtlinien des Unternehmens und der korrekte Umgang mit Unternehmensdaten

Entscheidend für die Compliance ist die lückenlose Dokumentation aller Schulungen. Nur so können Unternehmen die Einhaltung der Vorgaben gegenüber Aufsichtsbehörden nachweisen.

Strategische Chance statt reiner Pflicht

Die Verordnung sieht für Verstöße gegen die Schulungspflicht zwar keine direkten Bußgelder vor. Die indirekten Konsequenzen können jedoch erheblich sein. Fehler ungeschulter Mitarbeiter können als Verletzung der Sorgfaltspflicht gewertet werden und rechtliche Folgen haben. Zudem drohen Imageverlust und Wettbewerbsnachteile.

Viele Experten betrachten die Regulierung daher nicht als Belastung, sondern als strategische Gelegenheit. Unternehmen, die früh in fundierte KI-Kompetenz investieren, fördern eine Innovationskultur. Sie stellen sicher, dass die Technologie verantwortungsvoll und wertschöpfend genutzt wird. Die Ernennung von KI-Beauftragten oder die Bildung interner Taskforces sind mögliche Schritte, um das nötige Wissen zu bündeln.

KI-Kompetenz wird zum Dauerprozess

Die Schulungspflicht war nur der Anfang. Weitere, strengere Bestimmungen der KI-Verordnung – insbesondere für Hochrisiko-Systeme – werden ab 2026 wirksam. Die EU arbeitet an ergänzenden Leitlinien zur praktischen Umsetzung.

Für Unternehmen bedeutet das: Die entwickelten Programme dürfen keine Eintagsfliege sein. Da sich die KI-Technologie rasant weiterentwickelt, müssen auch die Schulungsinhalte regelmäßig aktualisiert werden. Der Aufbau von KI-Kompetenz wird sich zum festen Bestandteil der Personalentwicklung mausern. Firmen, die diesen Wandel aktiv gestalten, erfüllen nicht nur Vorgaben. Sie sichern sich einen entscheidenden Vorteil im digitalen Wettbewerb.

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