KI-Verordnung, HR-Abteilungen

KI-Verordnung: HR-Abteilungen starten in entscheidendes Compliance-Jjahr

02.01.2026 - 08:13:12

Ab August 2026 müssen KI-Systeme im Recruiting vollständig konform sein. Die Bundesnetzagentur wird Aufsichtsbehörde und verhängt bei Verstößen hohe Bußgelder.

Für deutsche Personalabteilungen beginnt 2026 der Endspurt zur Umsetzung der EU-KI-Verordnung. Bis August müssen Recruiting-Systeme vollständig konform sein.

Berlin, 02. Januar 2026 – Das neue Arbeitsjahr startet mit einem klaren Auftrag für HR-Verantwortliche: Die finale Umsetzung der europäischen KI-Verordnung (EU AI Act) steht an. Während einige Verbote, wie die Emotionserkennung am Arbeitsplatz, bereits seit 2025 gelten, erreicht die Regulierung nun ihre kritische Phase. Ab dem 2. August 2026 müssen sogenannte Hochrisiko-KI-Systeme im Recruiting – etwa Software für Lebenslauf-Scans oder Bewerber-Rankings – die strengen Transparenz- und Dokumentationspflichten vollständig erfüllen. Branchenbeobachter warnen: Die Schonfrist ist vorbei.

Finaler Countdown für Hochrisiko-Systeme startet

Die Zeit theoretischer Vorbereitungen ist abgelaufen. 2026 wird das Jahr, in dem die KI-Regeln den Arbeitsmarkt praktisch durchdringen. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft ZAZOON markiert der Januar den „Startschuss für die finale Umsetzungsphase“. Unternehmen, die ihre Systeme noch nicht einem Compliance-Check unterzogen haben, riskieren, die Sommerfrist zu verpassen.

Die neuen Pflichten zielen auf maximale Transparenz ab. Bewerber müssen künftig nicht nur wissen, dass eine KI im Einsatz ist, sondern auch nachvollziehen können, wie diese zu Entscheidungen kommt. Undurchsichtige „Black-Box“-Algorithmen werden damit unzulässig. Diese Offenlegungspflicht stellt viele etablierte Recruiting-Tools auf den Prüfstand.

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Bundesnetzagentur wird zentrale Aufsichtsbehörde

Die deutschen Zuständigkeiten konkretisieren sich. Basierend auf einem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr wird voraussichtlich die Bundesnetzagentur (BNetzA) die zentrale Aufsichtsrolle übernehmen. Sie soll als Verbindungsstelle fungieren und eng mit Datenschutz- und Arbeitsschutzbehörden kooperieren.

Für die Wirtschaft bedeutet dies eine mächtige Kontrollinstanz. Die finanziellen Risiken sind immens: Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – ein Rahmen, der sogar die DSGVO-Sanktionen übertrifft. Branchenverbände wie der Bitkom sehen in der klaren Zuständigkeit zwar Planungssicherheit, mahnen aber gleichzeitig zum zügigen Handeln. Unternehmen müssen nun interne Verantwortlichkeiten klären und von ihren Software-Lieferanten die erforderlichen Konformitätsnachweise (CE-Kennzeichnung) einfordern.

Neue Transparenzregeln verändern Recruiting-Alltag

Neben den Hochrisiko-Systemen treten 2026 auch allgemeine Transparenzregeln in Kraft. Die Verbraucherzentrale Bayern weist darauf hin, dass die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte nun konsequent durchgesetzt wird. Im Personalwesen hat das direkte Auswirkungen:

  • KI-Chatbots müssen für Bewerber sofort als solche erkennbar sein.
  • KI-generierte Inhalte wie Stellenanzeigen oder Absageschreiben sollten gekennzeichnet werden, um Vertrauen nicht zu verspielen.
  • Das Informationsrecht der Kandidaten wird gestärkt: Sie müssen erfahren, wenn eine Entscheidung maßgeblich auf automatisierter Verarbeitung beruht.

Rechtsexperten der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer betonen, dass 2026 das Jahr der „Erklärbarkeit“ wird. Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung, die Funktionsweise ihrer Systeme offenzulegen, ohne Geschäftsgeheimnisse preiszugeben – eine juristische und technische Gratwanderung.

Compliance als Chance für die Arbeitgebermarke

Die regulatorischen Hürden werden oft als Belastung wahrgenommen. In einem von Fachkräftemangel geprägten Markt kann transparente KI-Nutzung jedoch zum Wettbewerbsvorteil werden. Unternehmen, die klar kommunizieren, wie KI menschliche Entscheider unterstützt und nicht ersetzt, können ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. „Trustworthy AI“ wird zum Qualitätsmerkmal.

Der Fokus liegt nun auf den kommenden sieben Monaten. Bis August müssen technische Dokumentationen fertiggestellt, Risikomanagementsysteme implementiert und Mitarbeiter geschult sein. Die Botschaft an alle HR-Abteilungen ist eindeutig: KI-Compliance gehört ganz oben auf die Agenda.

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Wichtige Meilensteine der EU-KI-Verordnung

  • Februar 2025: Verbot inakzeptabler KI-Praktiken (z.B. Emotionserkennung am Arbeitsplatz) – bereits in Kraft.
  • August 2025: Pflichten für General Purpose AI (GPAI)-Modelle – bereits in Kraft.
  • Januar 2026: Start der finalen Umsetzungsphase für Hochrisiko-Systeme.
  • 02. August 2026: Vollständige Anwendbarkeit der Pflichten für Hochrisiko-KI-Systeme im Recruiting.
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