KI übernimmt 40 Prozent der Einsteiger-Aufgaben
19.01.2026 - 13:02:12Künstliche Intelligenz verändert den Berufseinstieg in Deutschland grundlegend. Eine aktuelle Studie zeigt: Viele Unternehmen setzen KI für klassische Junior-Tätigkeiten ein. Doch die Jobs verschwinden nicht – sie wandeln sich.
Routine fällt weg, Jobs bleiben
Eine deutliche Verschiebung zeichnet sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt ab. Laut der heute veröffentlichten Randstad-ifo-Personalleiterbefragung plant rund jedes zweite Unternehmen, in den nächsten drei Jahren Tätigkeiten von Berufseinsteigern durch KI zu ersetzen. Konkret sind es 40 Prozent der befragten Firmen.
Doch der vermeintliche Jobkiller KI führt nicht zwangsläufig zu weniger Stellen. Nur 19 Prozent der Unternehmen wollen die Zahl der Einsteigerpositionen tatsächlich reduzieren. Zwei Drittel (65 Prozent) halten ihre Einstellungszahlen stabil. Die Diskrepanz zwischen Aufgabenersatz und Stellenabbau deutet auf eine tiefgreifende Umgestaltung der Rollen hin.
„Die Routine fällt weg, aber die Menschen bleiben“, fasst ein ifo-Experte den Trend zusammen. Statt einfacher Analysen oder Verwaltungsarbeit übernehmen junge Mitarbeiter früher anspruchsvollere Aufgaben. KI wird zum digitalen Copiloten, der die Grundlagenarbeit übernimmt.
Wenn klassische Lehraufgaben und Routinearbeiten wegfallen, fehlt vielen Unternehmen ein systematischer Plan für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender. Ein kostenloser Leitfaden mit praxisnaher Onboarding-Checkliste erklärt, wie Sie strukturierte Einarbeitungspläne und Upskilling-Maßnahmen einführen – inklusive Vorlagen (WORD/PDF) und einem Muster für die ersten 90 Tage. So werden Einsteiger schneller produktiv und bleiben langfristig im Team. Jetzt Onboarding-Checkliste & Leitfaden herunterladen
Soziale Kompetenz wird zum Trumpf
Mit der Automatisierung technischer Aufgaben verschieben sich die Einstellungskriterien dramatisch. Für Personaler zählen heute vor allem Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann.
An erster Stelle stehen Kommunikation und Teamfähigkeit – für 66 Prozent der befragten HR-Manager das wichtigste Kriterium. Dicht folgen Selbstorganisation und Verantwortungsbewusstsein (61 Prozent). Die klassische Berufserfahrung verliert dagegen an Bedeutung. Für 68 Prozent der Unternehmen spielt sie keine größere Rolle als bisher.
„Wir suchen keine Ausführenden mehr, sondern Koordinatoren“, erklärt eine Personalchefin aus dem Dienstleistungssektor. Die Fähigkeit, KI-Ergebnisse zu bewerten und in Teams einzubinden, werde zur Schlüsselkompetenz.
Große Unterschiede zwischen den Branchen
Die Auswirkungen der KI-Revolution fallen je nach Wirtschaftszweig unterschiedlich stark aus. Besonders betroffen sind Industrie und Handel.
In diesen Sektoren planen 22 bis 23 Prozent der Unternehmen, Einsteigerstellen abzubauen. Anders im Dienstleistungsbereich: Hier erwarten nur 14 Prozent weniger Junior-Positionen, 17 Prozent rechnen sogar mit mehr Einstellungen. Die große Mehrheit (69 Prozent) will die Zahlen halten.
Der Grund für die Kluft liegt in der Art der Tätigkeiten. Dienstleistungsjobs erfordern oft zwischenmenschliche Interaktion und komplexe Problemlösungen – Bereiche, in denen KI noch an Grenzen stößt. Administrative und logistische Aufgaben in Handel und Industrie lassen sich leichter automatisieren.
Ausbildungssystem unter Druck
Die Studie wirft eine kritische Frage auf: Wie lernen Berufseinsteiger ihr Handwerk, wenn die klassischen „Lehraufgaben“ wegfallen? Bislang eigneten sich junge Mitarbeiter Wissen durch praktische Routinearbeit an.
„Das Ausbildungsmodell für Büroberufe steht vor einer Reform“, warnt ein Arbeitsmarktexperte. Unternehmen müssten neue Methoden für Einarbeitung und Training entwickeln. Die Stabilität der Einstellungszahlen deute darauf hin, dass Firmen zunächst auf Upskilling setzen – also die Weiterqualifizierung bestehender Mitarbeiter.
Auch das Bildungssystem gerät unter Anpassungsdruck. Universitäten und Berufsschulen müssen ihre Lehrpläne überdenken. Technisches Wissen bleibt Grundvoraussetzung, doch entscheidend für die Employability werden zunehmend soziale und organisatorische Fähigkeiten.
Für Absolventen ab 2026 gilt: KI-Kenntnisse werden erwartet, doch den Unterschied machen menschliche Stärken. Die kommenden drei Jahre werden zeigen, ob die versprochene Stabilität der Einsteigerstellen hält – oder ob Effizienzgewinne am Ende doch zu weniger Jobs führen.
PS: Unternehmen, die Einsteigerstellen langfristig sichern wollen, profitieren von einem verlässlichen Onboarding-Prozess. Der kostenlose Leitfaden zeigt die drei Erfolgsphasen der Einarbeitung, liefert eine sofort einsetzbare Checkliste und erklärt, wie Upskilling praktisch umgesetzt wird – ohne großen Mehraufwand für HR oder Führungskräfte. Ideal für Personaler, Ausbilder und Teamleiter. Gratis Onboarding-Leitfaden & Checkliste sichern


