KI-Regulierung, Weltweit

KI-Regulierung: Weltweit startet die Umsetzungsphase

23.01.2026 - 07:52:12

Südkorea setzt als erstes Land ein umfassendes KI-Gesetz in Kraft, während die EU auf Umsetzung drängt und die USA auf Deregulierung setzen. Globale Unternehmen stehen vor komplexen Compliance-Herausforderungen.

Die Regulierung Künstlicher Intelligenz tritt in eine entscheidende Phase. Während Südkorea das weltweit erste umfassende KI-Gesetz aktiviert, drängen auch die EU und die Tech-Industrie auf konkrete Umsetzung.

Südkorea setzt mit „AI Basic Act“ neuen globalen Standard. Seit Donnerstag gilt das landesweite Gesetz, das den asiatischen Staat zum Pionier einer verbindlichen, wirtschaftsweiten KI-Regulierung macht. Kern der Regelung: Nutzer müssen informiert werden, wenn generative KI im Einsatz ist. KI-generierte Inhalte wie Deepfakes, die mit der Realität verwechselt werden könnten, müssen klar gekennzeichnet werden.

Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 30 Millionen Won (rund 21.000 Euro) geahndet werden. Unternehmen erhalten jedoch eine einjährige Übergangsfrist, in der der Fokus auf Beratung und Anpassung liegt. Das Gesetz soll ein Gleichgewicht schaffen – es will die heimische KI-Branche fördern, aber gleichzeitig notwendige Sicherheitsvorkehrungen etablieren.

Tech-Konzerne setzen auf eigene Ethik-Rahmen

Parallel zu staatlichen Gesetzen treiben Tech-Unternehmen eigene ethische Leitlinien voran. Das KI-Sicherheitsunternehmen Anthropic veröffentlichte diese Woche eine deutlich erweiterte „Verfassung“ für sein KI-Modell Claude. Das 84-seitige Dokument dient als Grundlage für das Verhalten der KI und priorisiert eine klare Prinzipien-Hierarchie.

Anzeige

Seit August 2024 gelten neue KI-Regeln – viele Unternehmen riskieren unwissentlich Bußgelder, weil Kennzeichnungspflichten und Dokumentationsanforderungen noch nicht umgesetzt sind. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt kompakt Risikoklassen, Kennzeichnungs‑ und Reportingpflichten sowie die wichtigsten Übergangsfristen. Praktische Checklisten und Vorlagen helfen Entwicklern und Anbietern, KI-Systeme korrekt zu klassifizieren und rechtskonform zu dokumentieren. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

EU und USA verfolgen unterschiedliche Wege

Etablierte Regulierungsmächte schärfen ihre Strategien. In Luxemburg trafen sich am 20. Januar Stakeholder zur Konferenz „The AI Act in Action“. Im Fokus standen praktische Werkzeuge für Unternehmen, um die komplexen Anforderungen des EU-KI-Gesetzes zu meistern, das bis 2027 schrittweise in Kraft tritt. Die EU befindet sich damit im Übergang von der Gesetzgebung zur Implementierung.

In den USA verfolgt die Trump-Administration einen anderen Kurs. Ein Berat des Weißen Hauses betonte diese Woche die Strategie, Innovation durch Deregulierung zu beschleunigen und die amerikanische KI-Vorherrschaft zu fördern. Dieser innovationsfokussierte Ansatz bildet einen klaren Kontrast zu den regulatorischen Rahmenwerken in EU und Südkorea.

Fragmentierte Landschaft fordert globale Unternehmen

Die parallelen Entwicklungen zeigen einen kritischen Wendepunkt in der globalen KI-Governance. Die Wege sind unterschiedlich: Südkoreas umfassendes Gesetz, das risikobasierte EU-Modell, der innovationsgetriebene US-Ansatz und brancheninterne Initiativen. Für global operierende Entwickler und Unternehmen entsteht so ein komplexes Flickenteppich an Compliance-Herausforderungen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) startete am 20. Januar eine „Globale Initiative für Regierungsführung mit KI“. Sie soll Regierungen weltweit zusammenbringen, um Best Practices und Umsetzungswerkzeuge für vertrauenswürdige KI in der öffentlichen Verwaltung zu teilen. Die zentrale Spannung bleibt: Wie vermeidet man eine Bremsung der Innovation, während gleichzeitig robuste Schutzvorkehrungen gegen potenzielle Schäden geschaffen werden?

Die nächsten zwei Jahre werden entscheidend. Unternehmen stehen vor einer Reihe von Fristen zur Umsetzung des EU-KI-Gesetzes, besonders für Allzweck- und Hochrisiko-Systeme. Südkoreas einjährige Übergangsfrist wird zum Praxistest für die Anpassung der Wirtschaft. Die Welt beobachtet, ob diese verschiedenen Ansätze koexistieren können – oder ob die Fragmentierung zu geopolitischen Spannungen und Innovationsbarrieren führt.

Übrigens: Die Übergangsfristen der EU‑KI‑Verordnung laufen schrittweise an – wer jetzt vorbereitet, vermeidet operative Risiken und Strafen. Der Gratis‑Leitfaden enthält praxisnahe To‑dos, Vorlagen zur Risikobewertung und Beispiele für Kennzeichnungs‑pflichten, damit Unternehmen ihre KI‑Systeme korrekt einstufen und dokumentieren können. Ideal für Compliance‑Verantwortliche, Entwicklerteams und Führungskräfte. Gratis-Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung sichern

@ boerse-global.de