KI-Regulierung, Globale

KI-Regulierung: Globale Gesetzesflut trifft Unternehmen

22.01.2026 - 07:00:12

Die Regulierung Künstlicher Intelligenz wird weltweit zur Realität – und stellt Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen. Während die USA Chip-Exporte beschränken und die EU Tech-Giganten unter Druck setzt, treten in Asien eigene Gesetze in Kraft. Ein global einheitlicher Rahmen ist nicht in Sicht.

In Washington schreitet ein umstrittenes Gesetzesvorhaben voran. Der Auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses stimmte am 21. Januar für den „AI Overwatch Act“. Das Gesetz würde dem Kongress ein 30-tägiges Vetorecht bei Exportlizenzen für hochmoderne KI-Chips an Länder wie China, Russland oder Iran einräumen. Exporteure müssten nachweisen, dass ihre Technologie nicht für militärische oder Überwachungszwecke genutzt wird.

Parallel dazu ringt das Land um eine nationale Strategie. Seit Jahresbeginn gelten in Kalifornien und New York erste KI-Sicherheitsgesetze. Ihre Zukunft ist jedoch ungewiss. Eine präsidiale Taskforce soll prüfen, ob sie mit einer geplanten, „minimal belastenden“ Bundesregulierung vereinbar sind.

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Europa: Brüssel erhöht Druck vor KI-Gesetz

In der EU bereiten sich Behörden auf die Vollziehung des KI-Gesetzes vor. Kernpflichten für Hochrisiko-Systeme greifen ab August 2026. Doch schon jetzt geraten Tech-Konzerne in den Fokus. Medienberichten zufolge halten sich mehrere führende KI-Entwickler nicht an die Transparenzvorgaben zur Trainingsdaten-Herkunft. Die EU-Kommission droht mit Geldbußen.

Eine entscheidende, kaum beachtete Änderung: Die Einstufung von Systemen als „hochriskant“ liegt künftig in der Verantwortung der Unternehmen selbst. Diese Selbstbewertung verlagert die rechtliche Haftung direkt in die Organisationen – ein Paradigmenwechsel mit weitreichenden Folgen.

Asien setzt eigene Maßstäbe

Südkorea und Kasachstan starteten diese Woche eigene, umfassende KI-Regime. In Seoul trat am 22. Januar ein Gesetz in Kraft, das menschliche Aufsicht für KI in Gesundheitswesen, Verkehr und Kreditvergabe vorschreibt. Kasachstan verbietet seit dem 18. Januar KI, die diskriminiert oder menschliche Schwächen ausnutzt. Ein Regierungsprogramm soll 100 Führungskräfte im öffentlichen Sektor schulen.

China setzt unterdessen seine eigenen Regeln rigoros durch. Neue Zertifizierungspflichten für grenzüberschreitende Datenströme gelten seit 2026. Unternehmen wurden bereits bestraft, weil sie KI-generierte Inhalte nicht gekennzeichnet hatten.

Fragmentierte Welt, gemeinsame Themen

Die weltweite Gesetzesflut offenbart ein zentrales Dilemma: Es entsteht ein Flickenteppich nationaler Vorschriften. Für multinationale Konzerne bedeutet das enorme Komplexität. Können Systeme nicht grenzüberschreitend eingesetzt werden, drohen Innovationsbremsen.

Dennoch zeichnen sich gemeinsame Schwerpunkte ab: Transparenz, Risikoklassifizierung, Jugendschutz und Regeln für automatisierte Entscheidungen. Viele Unternehmen orientieren sich nun an internationalen Standards wie den OECD-Prinzipien, um globale Compliance-Programme zu entwickeln.

Ausblick: Wettlauf um Interoperabilität

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die nationalen Ansätze konvergieren oder weiter auseinanderdriften. In den USA entscheidet der Kongress über das Chip-Export-Gesetz. In Europa beginnt im August die heiße Phase der KI-Gesetz-Durchsetzung. Für Unternehmen wird es überlebenswichtig, von reaktiver Rechtsanalyse zu proaktivem KI-Governance überzugehen. Nur wer robuste interne Strukturen aufbaut, wird im komplexen globalen Regelwerk bestehen können.

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