KI-Recruiting, IT-Stellen

KI-Recruiting boomt – doch 148.500 IT-Stellen bleiben unbesetzt

29.11.2025 - 23:12:12

Während KI-Systeme die Personalbeschaffung automatisieren, steigt die Zahl unbesetzter MINT-Stellen auf 148.500. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf strategisches Onboarding zur Bindung internationaler Talente.

Deutsche Arbeitgeber stehen vor einem Paradox: Während künstliche Intelligenz die Personalbeschaffung revolutioniert, verschärft sich der Fachkräftemangel im MINT-Bereich dramatisch. Allein in dieser Woche zeigen neue Daten, wie weit die Schere zwischen technologischer Innovation und faktischem Personalnotstand auseinanderklafft.

Millionen-Investment für automatisierte Talentsuche

Am Freitag verkündete das US-Start-up Helio AI eine Finanzierungsrunde über eine Million Dollar. Das Unternehmen entwickelt KI-Systeme, die Bewerber binnen Sekunden analysieren und ranken – eine Fähigkeit, nach der deutsche HR-Abteilungen angesichts steigender Bewerberzahlen bei gleichzeitig sinkender Passung regelrecht lechzen.

Zeitgleich legte die HSMAI Foundation eine Studie vor, die aufhorchen lässt: KI-Tools reduzieren den Arbeitsaufwand bei der Kandidatensuche um 60 bis 80 Prozent. Mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen nutzt bereits künstliche Intelligenz, um Bewerberprofile zu durchleuchten – weit über simples Keyword-Matching hinaus.

„KI deckt Talente auf, die früher durchs Raster gefallen wären”, so Branchenbeobachter. Für 2026 prognostizieren Experten, dass KI-gestützte Kompetenztests zum Standard werden und klassische Abschlüsse teilweise ersetzen. Ein Bericht von Forbes vom Donnerstag untermauert diese These: Praktische Fähigkeiten rücken in den Vordergrund, Zeugnisse verlieren an Gewicht.

Anzeige

Viele Unternehmen setzen auf KI‑gestützte Talentsuche – doch die langfristige Bindung neuer Fachkräfte scheitert oft am schlecht organisierten Onboarding. Ein praxisorientierter Leitfaden bietet eine systematische Checkliste, die drei Erfolgsphasen, editierbare WORD/PDF‑Vorlagen und konkrete Integrationsmaßnahmen für internationale Mitarbeitende. So werden neue Kolleginnen und Kollegen schneller produktiv und die Fluktuation sinkt messbar. Ideal für HR-Teams, die den Übergang vom Vertrag zum ersten Arbeitstag proaktiv gestalten wollen. Onboarding-Checkliste & Leitfaden herunterladen

VDI schlägt Alarm: Die MINT-Lücke wächst weiter

Doch was nützt die beste Recruiting-Technologie, wenn die Kandidaten fehlen? Am Donnerstag veröffentlichte der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) den „MINT-Herbstreport 2025″ – und die Zahlen sind ernüchternd. Rund 148.500 offene Stellen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik können derzeit nicht besetzt werden.

Besonders prekär: Die Ingenieurslücke bedroht Deutschlands Position als Technologiestandort unmittelbar. „Trotz konjunktureller Abkühlung bleibt die Lücke riesig”, warnt der VDI. Die Lösung? Internationale Absolventen. Bereits 2022 steuerten ausländische MINT-Fachkräfte 14,6 Milliarden Euro zur deutschen Wertschöpfung bei.

Das Problem liegt woanders: Zwar äußern 64 Prozent der internationalen Ingenieurstudierenden den Wunsch, nach dem Abschluss in Deutschland zu bleiben. Doch bürokratische Hürden und fehlende soziale Integration treiben viele wieder fort. Hier offenbart sich die Achillesferse deutscher Arbeitgeber.

Willkommenskultur als Wettbewerbsvorteil

Der VDI fordert eine „gelebte Willkommenskultur” – und meint damit weit mehr als freundliche Worte beim Einstellungsgespräch. Onboarding wird vom administrativen Pflichtprogramm zum strategischen Retention-Instrument.

Was funktioniert wirklich?

Integration statt Papierkram: Erfolgreiche Unternehmen unterstützen ausländische Mitarbeitende aktiv bei Wohnungssuche, Visumsverlängerung und Spracherwerb. Die Zeit zwischen Vertragsunterzeichnung und erstem Arbeitstag nutzen clevere HR-Teams für digitale Team-Einführungen – das senkt die Nervosität am ersten Tag spürbar.

Praktische Hilfe schafft Vertrauen: Mit Ablauf der Frist am 30. November für den Lohnsteuer-Freibetrag 2025 läuft diesen Sonntag eine wichtige Deadline ab. Proaktive Personalabteilungen informieren ihre Teams rechtzeitig – solche Details entscheiden über Zufriedenheit und Bindung.

Schweiz als Kontrast: Entspannung dank Konjunkturflaute

Ein Blick über die Grenze zeigt: Es geht auch anders. Laut Swissinfo.ch ist der Fachkräftemangel in der Schweiz um 22 Prozent zurückgegangen – eine direkte Folge der schwächeren Wirtschaftslage und sinkender Stellenausschreibungen.

Doch für Deutschlands MINT-Sektor gilt diese Entwarnung nicht. Die demografischen Herausforderungen bleiben, und die Spezialisierung der Volkswirtschaft erfordert hochqualifizierte Köpfe in Bereichen, in denen KI zwar bei der Suche hilft, aber keine Absolventen produziert.

2026: Wenn Algorithmen Abschlüsse ablösen

Die Botschaft dieser Woche ist unmissverständlich: Deutsche Arbeitgeber müssen parallel auf zwei Hochzeiten tanzen. KI kann Quantität und Logistik der Rekrutierung übernehmen – aber nur der menschliche Faktor beim Onboarding sichert die langfristige Bindung jener Spezialisten, die Algorithmen identifizieren.

Oder wie es der VDI formuliert: „Wir müssen Qualifizierung neu denken und internationale Talente binden, um Deutschlands Position als führende Wirtschafts- und Technologienation zu sichern.”

Bleibt die Frage: Können deutsche Unternehmen schnell genug umdenken, bevor die Konkurrenz im Ausland die besten Köpfe abwirbt?

Anzeige

PS: Onboarding-Fehler kosten Unternehmen Talente und Zeit – viele neue Mitarbeitende kündigen innerhalb der ersten Monate. Der kostenlose Onboarding‑Leitfaden erklärt die drei Phasen erfolgreicher Einarbeitung, liefert editierbare Vorlagen für Onboarding-Pläne, Checklisten für Visums- und Wohnungsunterstützung und praxiserprobte Maßnahmen zur Integration internationaler Fachkräfte. Ein praktisches Werkzeug für Personaler, die Fachkräfte schneller integrieren und langfristig binden wollen. Onboarding-Leitfaden & Checkliste kostenlos downloaden

@ boerse-global.de