KI-Polizist überwacht erstmals Verkehr in chinesischer Stadt
18.01.2026 - 14:09:12Wuhu setzt als erste Stadt Chinas einen humanoiden Roboter als vollwertigen Verkehrspolizisten ein. Die KI-Einheit soll rund um die Uhr Verstöße erkennen und den Verkehrsfluss verbessern.
Seit diesem Wochenende regelt in der ostchinesischen Millionenstadt Wuhu ein unermüdlicher Kollege den Verkehr: „Intelligente Polizeieinheit R001“. Der humanoide Roboter, ausgestattet mit einer Polizeiuniform und reflektierender Weste, hat seinen Dienst an neuralgischen Kreuzungen wie der Zhongjiang Avenue aufgenommen. Die lokalen Behörden und der Technologieanbieter AiMOGA Robotics bestätigten den Schritt von Pilotprojekten zum Regelbetrieb.
Der Anblick wirkt wie aus einem Cyberpunk-Film: Auf einer Verkehrsinsel stehend, führt der Roboter präzise Handzeichen aus, synchron mit den Ampelschaltungen. Doch er ist weit mehr als eine schicke Attrappe. „Er ist ein fähiger neuer Kollege, der uns unterstützt, nicht ersetzt“, betont Verkehrspolizist Jiang Zihao.
Die Einheit ist voll in das städtische Verkehrsleitsystem integriert. Ihre Stärke liegt in der Echtzeit-Analyse: Hochauflösende Kameras und komplexe Algorithmen erkennen Verstöße von Fußgängern und Radfahrern sofort. Wechselt ein Fahrradfahrer unerlaubt auf die Autospur, erhält er eine gezielte Sprachaufforderung zur Korrektur. Auch illegales Parken und allgemeine Verkehrsbeobachtung gehören zu seinen Aufgaben.
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Technologie für alle Wetterlagen
Der von AiMOGA Robotics entwickelte Roboter markiert einen technologischen Sprung. Im Gegensatz zu früheren, oft stationären Modellen, ist er mobil und kann eigenständig zu Einsatzorten navigieren. Ein Sensor-Set aus LiDAR und visuellen Systemen macht ihn wetterunabhängig einsatzfähig – ein Vorteil bei Extremwetter oder in den Stoßzeiten, die menschliche Kräfte an ihre Grenzen bringen.
„Die Einheit kann 24 Stunden am Tag im Einsatz sein und entlastet unser Personal für komplexere Aufgaben“, so Officer Jiang. Die Polizei verspricht sich eine Optimierung der Ressourcen und mehr Sicherheit durch permanente Präsenz.
Teil einer nationalen KI-Offensive
Die Installation in Wuhu ist kein Einzelfall, sondern Teil einer nationalen Strategie. China treibt die Integration von „embodied AI“ – also KI in robotischen Körpern – in den öffentlichen Dienst massiv voran. Bereits im Juni 2025 setzte Chengdu ein ganzes Team aus Roboterhunden, rollenden Einheiten und humanoiden Assistenten ein. Hangzhou folgte im Dezember mit dem Verkehrsroboter „Hangxing No. 1“.
Hintergrund sind ambitionierte Wachstumsziele der Regierung. Eine Studie des staatlichen Entwicklungsforschungszentrums prognostiziert, dass der Markt für embodied intelligence in China bis 2030 ein Volumen von 400 Milliarden Yuan (rund 57 Milliarden Euro) erreichen wird. Bis 2035 könnte er sogar die Billionengrenze überschreiten.
Reifeprüfung für die KI-Revolution
Der Einsatz in einer Stadt zweiter Ordnung wie Wuhu zeigt: Die Technologie und ihre Lieferketten gelten als ausgereift. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass über 90 Prozent der chinesischen Organisationen KI und Robotik als kritisch für ihre Zukunft ansehen. Der Markt soll bis 2032 um jährlich über 32 Prozent wachsen.
Doch der rasche Rollout wirft auch Fragen auf. Während die Behörden die entlastende Funktion für menschliche Beamte betonen, diskutieren Arbeitsmarktexperten über langfristige Verschiebungen im öffentlichen Sektor. Auch Datenschutzbedenken werden laut.
Die Bewährungsprobe in Wuhu wird genau beobachtet. Kann „R001“ die Unfallzahlen senken und den Verkehrsfluss nachweislich verbessern, könnte er noch in diesem Jahr zum Standard in chinesischen Smart Cities werden. Der Roboter an der Kreuzung ist damit mehr als ein Kuriosum – er ist ein greifbarer Vorbote einer automatisierten urbanen Zukunft.
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