KI-Plattformen, Kompetenzlücke

KI-Plattformen schließen die Kompetenzlücke in Unternehmen

29.01.2026 - 16:24:12

Integrierte Plattformen kombinieren Mitarbeiterschulung mit No-Code-Entwicklung, um die größten Hürden für den KI-Einsatz in Unternehmen zu überwinden. Der Markt verschiebt sich von Einzeltools zu ganzheitlichen Lösungen.

KI für alle: Neue Plattformen kombinieren Schulungen mit No-Code-Tools, um die Hürden für den unternehmerischen KI-Einsatz zu überwinden. Der Markt verspricht ganzheitliche Lösungen – von der Mitarbeiterqualifizierung bis zur Entwicklung eigener Anwendungen.

Diese Woche markiert einen Wendepunkt für künstliche Intelligenz in der Wirtschaft. Statt isolierter Technologietests setzt die Industrie zunehmend auf integrierte KI-Adoptionsplattformen. Diese bündeln personalisierte Trainingsprogramme mit einfachen Entwicklungswerkzeugen. Ziel ist es, die zwei größten Bremsklötze für den Durchbruch zu lösen: den eklatanten Fachkräftemangel und die technischen Hürden beim Bau maßgeschneiderter Lösungen.

Ganzheitliche Lösungen ersetzen Einzeltools

Die Bewegung hin zu umfassenden Plattformen gewinnt an Fahrt. Noch am Donnerstag tauchte eine umfassende „KI-Adoptionsplattform Enterprise“ im Microsoft Marketplace auf. Das Angebot verspricht ein komplettes Toolkit, um KI-Kompetenz direkt in Betriebsabläufe zu integrieren. Es umfasst rollenspezifische Schulungen für über 200 Jobprofile. Gleichzeitig können Mitarbeiter damit eigene Anwendungen entwickeln – ohne eine Zeile Code schreiben zu müssen.

Bereits am Montag hatte der globale Technologiekonzern Fujitsu seine eigene Enterprise-KI-Plattform angekündigt. Sie enthält ein Low-Code/No-Code-Framework, mit dem Teams vor Ort schneller KI-Agenten entwickeln können. Diese parallelen Ankündigungen signalisieren einen klaren Trend: Weg von fragmentierten Einzeltools, hin zu einheitlichen Umgebungen, die den gesamten KI-Lebenszyklus managen – von der Ausbildung bis zum operativen Einsatz.

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Studie belegt: Qualifizierung ist größte Hürde

Wie dringend der Bedarf an systematischer Weiterbildung ist, unterstreicht eine neue globale Studie von Tata Consultancy Services (TCS). Der Report identifiziert die Qualifikationslücke in der Belegschaft als eine der größten Herausforderungen für die KI-Einführung. Zwar habe KI in Branchen wie dem Einzelhandel höchste Priorität. Doch die meisten Unternehmen kämen nicht über den Einsatz einfacher Chatbots hinaus. Nur ein Bruchteil nutze KI bereits für autonome Entscheidungsprozesse.

Regierungen und Konzerne reagieren nun mit groß angelegten Bildungsinitiativen. Die britische Regierung kündigte am Mittwoch eine massive Ausweitung ihres Programms „AI Skills Boost“ an. In Zusammenarbeit mit Amazon, Google und Microsoft soll bis 2030 kostenloses Basis-KI-Training für zehn Millionen Arbeitnehmer bereitgestellt werden. Die neuen Unternehmensplattformen greifen dieses Ziel direkt auf. Sie bieten skalierbare Trainingslösungen, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen.

No-Code-Tools demokratisieren die Entwicklung

Ein zentrales Merkmal der neuen Plattformen sind integrierte No-Code- und Low-Code-Werkzeuge. Sie befähigen Mitarbeiter ohne technischen Hintergrund – etwa aus Marketing, Finanzen oder Personal – eigene KI-Anwendungen und automatisierte Workflows zu erstellen. Die Fujitsu-Plattform soll beispielsweise die Entwicklungseffizienz interner Teams steigern. So können sie KI-Agenten bauen, die sich nahtlos in bestehende Systeme einfügen.

Diese Demokratisierung der Entwicklung ist entscheidend, um Unternehmen aus der „Pilot-Hölle“ zu befreien. So bezeichnen Analysten den Zustand, in dem KI-Projekte nie über das Experimentierstadium hinauskommen. Indem die Abhängigkeit von spezialisierten Data Scientists für jeden neuen Anwendungsfall sinkt, entsteht Raum für Graswurzel-Innovation. Die Mitarbeiter, die die Probleme am besten kennen, erhalten die Werkzeuge, sie auch zu lösen.

Reifere Strategie für den Unternehmenseinsatz

Die Zusammenführung von Training und No-Code-Entwicklung in einer Plattform steht für eine reifere, ganzheitliche Strategie. Diese Lösungen gehen über den bloßen Zugang zu großen Sprachmodellen hinaus. Sie schaffen ein Ökosystem für eine wahrhaft KI-native Belegschaft. Oft enthalten sie auch Tools, um den Geschäftswert und die Rendite von KI-Initiativen zu messen. So wird die Einführung an konkrete Ergebnisse geknüpft.

Der Bedarf an robuster Infrastruktur wird immer dringlicher. Ein heute veröffentlichter Report von Cockroach Labs zeigt, dass 83 Prozent der globalen Technologie-Verantwortlichen besorgt sind. Sie fürchten, dass der KI-Boom ihre bestehende IT-Infrastruktur innerhalb der nächsten zwei Jahre an die Grenzen bringen wird. Gemanagte KI-Adoptionsplattformen können dieses Risiko mindern. Sie bieten skalierbare, unternehmensgerechte Infrastruktur, die für den permanenten Betrieb von KI-Systemen ausgelegt ist.

Ausblick: Wettbewerb um den klaren Mehrwert

Die Entstehung dieser All-in-One-Plattformen spiegelt einen Wendepunkt wider. Die Branche verlagert ihren Fokus von der Neuartigkeit generativer KI-Modelle auf die Praxis ihrer Operationalisierung. Dieser Trend wird durch die jüngste Einführung des ersten Gartner Magic Quadrant for Decision Intelligence Platforms bestätigt. Diese neue Softwarekategorie konzentriert sich darauf, KI-Modelle mit konkreten Geschäftsentscheidungen zu verbinden.

Analysten betonen, dass der Erfolg dieser Plattformen von ihrem Mehrwert abhängt. Immer mehr Unternehmen wollen über das Experimentieren hinauskommen. Daher wächst die Nachfrage nach Lösungen, die eine klare Rendite demonstrieren, Governance und Sicherheit gewährleisten und eine selbstbewusste, kompetente Belegschaft fördern. Der Markt wird wettbewerbsintensiver werden. Zu erwarten sind fortschrittlichere KI-Agenten, verbesserte Sicherheitstechnologien und tiefere Integrationen in Kernsoftware wie ERP- und CRM-Systeme.

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