KI-MIG: Bundesnetzagentur wird zentrale Aufsicht für KI am Arbeitsplatz
12.02.2026 - 14:00:12Deutschland stellt die Weichen für die KI-Aufsicht: Das Kabinett beschloss ein neues Gesetz, das die Bundesnetzagentur zur zentralen Kontrollbehörde für Künstliche Intelligenz macht – mit direkten Folgen für jedes Personalbüro.
Die Bundesregierung hat heute den Entwurf für das „KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz“ (KI-MIG) gebilligt. Damit setzt Deutschland die EU-KI-Verordnung national um und schafft klare Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, insbesondere im Personalwesen. Die Bundesnetzagentur in Bonn wird zur zentralen Koordinierungsstelle.
Die Uhr tickt für deutsche Unternehmen. Ab dem 2. August 2026 müssen alle als „hochriskant“ eingestuften KI-Systeme konformitätsbewertet sein. Dazu zählen laut EU-Verordnung explizit Anwendungen im Personalbereich. Betroffen sind Tools für:
* Bewerberauswahl und -ranking, die Lebensläufe automatisch filtern.
* Leistungsbewertung von Mitarbeitenden.
* Aufgabenzuteilung, etwa für Schichtpläne.
Unternehmen müssen die Erklärbarkeit dieser Systeme nachweisen können. Personalverantwortliche stehen damit in der Pflicht, zu belegen, dass ihre KI-Tools keine Diskriminierung verstärken. „Das bedeutet einen massiven Dokumentationsaufwand und erfordert absolute Transparenz von den Software-Anbietern“, kommentiert ein Rechtsberater.
Aufsichts-Dschungel: Wer kontrolliert was?
Die Bundesnetzagentur wird als zentrale Benannte Stelle agieren. Sie koordiniert die Marktüberwachung, arbeitet dabei aber mit einer ganzen Reihe etablierter Behörden zusammen – darunter das Bundeskartellamt und die Finanzaufsicht BaFin. Für HR-Abteilungen entsteht ein komplexes Geflecht aus KI-Sicherheits- und Datenschutzvorschriften.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger betonte, das Gesetz solle europäische Vorgaben „innovationsfreundlich“ und mit schlanker Aufsicht umsetzen. Branchenbeobachter wie Sanchit Vir Gogia von Greyhound Research sehen darin eine Abkehr vom Einzelaufseher-Prinzip. Personaler müssen künftig enger denn je mit IT und Rechtsabteilung zusammenarbeiten.
Personalmarkt im Wandel: Gefragt ist KI-Kompetenz, nicht Generalisten
Parallel zur Regulierung verändert sich der Arbeitsmarkt für Personalexperten selbst. Ein aktueller Report der Society for Human Resource Management (SHRM) zeigt einen klaren Trend: Während die allgemeine Nachfrage nach HR-Kräften noch unter Vorkrisenniveau liegt, explodiert die Suche nach KI-Kompetenz.
In 3,1 Prozent aller HR-Stellenausschreibungen in den USA werden explizit KI- oder Machine-Learning-Kenntnisse verlangt – ein Wert über dem Durchschnitt des Gesamtarbeitsmarkts. Unternehmen setzen zunehmend auf „KI-versierte“ Führungskräfte, die das neue regulatorische Umfeld navigieren können.
Doch es klafft eine Wissenslücke. Eine Studie des Beratungshauses Hable ergab: Zwar fühlen sich 71 Prozent der Beschäftigten im Umgang mit KI sicher, aber nur 32 Prozent erhielten eine formale Schulung. Diese Lücke wird zum Compliance-Risiko, wenn ungeschulte Mitarbeiter KI-Tools nutzen, die gegen Transparenzvorgaben verstoßen.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Der KI-MIG-Entwurf geht nun in die parlamentarische Beratung von Bundestag und Bundesrat. Für Personalchefs heißt das: Handeln. Die erste Priorität ist eine Bestandsaufnahme aller eingesetzten KI-gestützten Tools und deren Risikoklassifizierung.
Die Uhr bis August 2026 läuft – wer KI-Systeme in der Personalarbeit einsetzt, muss jetzt handeln. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung fasst Anforderungen, Risikoklassifizierung und Dokumentationspflichten praxisnah zusammen – ideal für HR, IT und Compliance. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden herunterladen
Verstöße gegen die EU-KI-Verordnung können teuer werden. Bei schwerwiegenden Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder von bis zu sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Neben der KI-Regulierung ändert sich parallel auch die Rentenlandschaft – Deutschland lockerte zuletzt die Regelungen zu Pensionsverpflichtungen.
Die Botschaft ist klar: Die Rolle der Personalabteilung wandelt sich grundlegend. Aus der Verwaltung wird strategisches Risiko- und Technologiemanagement. Der Countdown bis August 2026 läuft.
@ boerse-global.de
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