KI-Leitfaden: Handwerk erhält Datenschutz-Kompass
19.01.2026 - 05:39:12Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hat einen praxisnahen Leitfaden für den datenschutzkonformen Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) veröffentlicht. Die Handreichung soll Betrieben helfen, die Chancen der Technologie zu nutzen und gleichzeitig die strengen Vorgaben der DSGVO einzuhalten.
Die zentrale Empfehlung des ZDH ist klar: Wo immer möglich, sollten Handwerksbetriebe auf die Eingabe personenbezogener Daten in KI-Systeme verzichten. Der Leitfaden stellt fest, dass KI erst dann datenschutzrelevant wird, wenn sie Informationen verarbeitet, die auf eine lebende Person zurückführbar sind. Eine kritische Vorabprüfung, ob solche Daten für den Anwendungszweck überhaupt nötig sind, kann rechtliche Risiken von vornherein minimieren. „Diese Datenminimierung ist die erste und wichtigste Verteidigungslinie“, so die Autoren.
Klare Regeln für den Pflichtfall
Für Fälle, in denen die Verarbeitung personenbezogener Daten unumgänglich ist, definiert der Leitfaden verbindliche Schutzmaßnahmen. Dazu gehört eine gültige Rechtsgrundlage wie eine Einwilligung oder gesetzliche Erlaubnis. Bei der Nutzung externer KI-Dienste muss zwingend ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter geschlossen werden. Zudem sollte KI nur auf dienstlichen Geräten genutzt werden, um Datenlecks über private Hardware zu verhindern.
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Praxishilfen und klare Warnungen
Um die Umsetzung zu erleichtern, liefert die Publikation eine praktische Checkliste. Der ZDH warnt ausdrücklich vor der Nutzung kostenloser KI-Tools, bei denen die weitere Verwendung der eingegebenen Daten oft undurchsichtig ist. Eine rote Linie zieht der Leitfaden bei vollautomatisierten Entscheidungen mit rechtlichen Folgen für Personen – diese bleiben ohne menschliche Kontrolle unzulässig. Ergänzend werden technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) empfohlen, um Datensicherheit zu gewährleisten.
Lückenschluss für den Mittelstand
Die Veröffentlichung kommt zu einer Zeit, in der auf EU-Ebene der umfassende AI Act als Rechtsrahmen für KI entsteht. Der ZDH-Leitfaden schließt eine wichtige Lücke, indem er die spezifischen datenschutzrechtlichen Fragen für KMU im Handwerk adressiert. Für Betriebe ohne eigene Rechtsabteilung ist diese praxisnahe Orientierungshilfe entscheidend, um die digitale Transformation sicher zu gestalten.
Digitalisierung als Antwort auf Fachkräftemangel
Die Initiative ist Teil einer breiteren Strategie, die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks durch Digitalisierung zu stärken. Angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels werden KI und digitale Technologien als Schlüssel gesehen, um Effizienz zu steigern und Mitarbeiter von Routinetätigkeiten zu entlasten. Klare rechtliche Leitplanken, wie sie der neue Datenschutz-Leitfaden setzt, sollen Vertrauen in die Technologie schaffen und ihre sichere Integration in den Betriebsalltag ermöglichen.


