KI-Kriminelle, Online-Banking

KI-Kriminelle zielen auf Online-Banking

21.01.2026 - 05:56:12

Finanzinstitute bekämpfen eine Eskalation hochsophistizierter, KI-gesteuerter Angriffe mit Deepfakes und emotionalen Bots. Sie investieren massiv in biometrische Sicherheit und eigene KI-Systeme, während Regulierer schärfere Meldepflichten einführen.

Die digitale Bankenbranche befindet sich in einem neuen Cyber-Krieg. Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz für raffinierte Betrugsmethoden, die selbst aufmerksame Nutzer täuschen können.

Die Sicherheit von Online- und Mobile-Banking steht vor einer nie dagewesenen Herausforderung. Seit Jahresbeginn 2026 eskaliert eine Welle hochsophistizierter, KI-gesteuerter Cyber-Angriffe. Finanzinstitute sind in höchster Alarmbereitschaft. Der digitale Wettrüsten hat Cybersicherheit von einem IT-Thema im Hintergrund zu einem strategischen Top-Risiko für den gesamten Finanzsektor gemacht.

Deepfakes und emotionale Bots: Die neuen Betrugsmaschinen

Cyberkriminelle setzen künstliche Intelligenz in alarmierendem Maße ein. Die Angriffe sind skalierbarer und überzeugender denn je. Im Fokus stehen KI-gestütztes Phishing und Deepfake-Betrug.

Es handelt sich nicht mehr um holprig formulierte E-Mails. Moderne Phishing-Angriffe sind hochglanzpoliert und personalisiert. Für den Durchschnittsnutzer sind sie kaum noch zu erkennen. Noch gefährlicher: Kriminelle klonen mit Deepfake-Technologie Stimmen und manipulieren Videos. Sie geben sich als Bankmitarbeiter oder sogar als in Not geratene Familienmitglieder aus, um Überweisungen zu erschleichen.

Hinzu kommen emotional intelligente Bots, die mit generativer KI komplexe Betrugsszenarien wie Romance- oder Notfall-Betrug ohne menschliches Zutun durchführen. Diese Bots bauen über Zeit Vertrauen auf und manipulieren Opfer mit hoher emotionaler Präzision. Etablierte Bedrohungen wie die Banking-Malware Astaroth passen sich ebenfalls an und nutzen nun Messaging-Dienste wie WhatsApp Web für die Verbreitung.

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Biometrie und KI: So wehren sich die Banken

Die Finanzbranche reagiert mit massiven Investitionen in Sicherheitstechnologien der nächsten Generation. Biometrische Authentifizierung ist zum Eckpfeiler geworden. Fingerabdruck-Scans, Gesichts- und Stimmerkennung sind in Banking-Apps weit verbreitet. Sie bieten eine bequeme, aber sichere Alternative zu anfälligen Passwörtern. Einige Institute erforschen sogar Iris-Scanner für Geldautomaten und Mobilgeräte.

Gleichzeitig bekämpfen Banken Feuer mit Feuer. Sie setzen eigene KI- und Machine-Learning-Algorithmen zur Betrugserkennung ein. Diese Systeme analysieren in Echtzeit riesige Transaktions-Datensätze. Sie identifizieren Muster und Anomalien, die auf betrügerische Aktivitäten hindeuten – oft, bevor ein menschlicher Mitarbeiter reagieren könnte. Der proaktive Ansatz ist im Kampf gegen Betrug mit Echtzeitüberweisungen entscheidend, die nach Abschluss nicht rückgängig gemacht werden können.

Schärfere Meldepflichten: Der Druck der Regulierer wächst

Die globale Bedrohungslage führt zu strengeren und schnelleren Meldepflichten für Vorfälle. In einigen Rechtsgebieten müssen Finanzinstitute signifikante Cyber-Vorfälle nun innerhalb von 72 Stunden nach Entdeckung ihrer Aufsichtsbehörde melden. Das Ziel: Die Weitergabe von Bedrohungsinformationen im Bankensystem zu verbessern und koordinierte Reaktionen auf großangelegte Angriffe zu ermöglichen.

Die Pflichten gelten auch für Drittanbieter der Banken. Sie müssen ihre Kunden aus der Finanzbranche umgehend über Sicherheitsvorfälle informieren, die zu erheblichen Dienststörungen führen könnten. Kommende Regelungen wie der Cyber Incident Reporting for Critical Infrastructure Act werden diese Fristen voraussichtlich weiter verschärfen und Meldungen über Lösegeldzahlungen innerhalb von nur 24 Stunden vorschreiben.

Strategischer Wandel: Vom IT-Problem zum Top-Risiko

Die aktuelle Lage markiert einen fundamentalen Wandel. Cyber-Risiken gelten nicht länger als rein technisches Problem, sondern als primäre strategische Bedrohung. Sie können die Finanzstabilität, operative Widerstandsfähigkeit und das Kundenvertrauen erschüttern. Eine Mehrheit der Finanzunternehmen stuft Cyber-Risiken inzwischen als eine der fünf größten Gefahren ein.

Besonders heikel ist der Anstieg des „Authorized Push Payment“-Betrugs. Dabei werden Kunden getäuscht, selbst Geld an Kriminelle zu überweisen. Für Banken ist die Balance zwischen Sicherheit und nahtloser Customer Experience eine enorme Herausforderung. Es herrscht ein permanentes Wettrüsten. Während Banken die Sicherheit verschärfen, entwickeln Betrüger raffiniertere Social-Engineering-Taktiken.

Der Weg nach vorn erfordert Wachsamkeit auf allen Seiten. Nutzer müssen achtsam bleiben und unerwartete Zahlungsaufforderungen stets über vertrauenswürdige Kanäle prüfen. Banken werden ihre Sicherheitsinfrastruktur weiter ausbauen, mit Fokus auf Verhaltensbiometrie und Echtzeit-KI. Die Regulierung wird transparenter und fordernder. Der Erfolg des digitalen Bankings hängt am Ende davon ab, das finanzielle Leben jedes Nutzers zu schützen.

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