KI-Krieg, SoftBanks

KI-Krieg 2025: SoftBanks Milliarden für OpenAI, Googles Gemini holt auf

31.12.2025 - 10:51:12

Der Wettlauf um die produktivste Künstliche Intelligenz hat eine neue Dimension erreicht. Während OpenAI mit einem historischen 41-Milliarden-Euro-Investment von SoftBank aufrüstet, gewinnt Googles Gemini rasant Marktanteile. Der Kampf entscheidet sich nicht mehr nur an der Intelligenz, sondern an praktischen Arbeitswerkzeugen.

Die Tech-Branche steht unter Schock: Der japanische Investor SoftBank hat eine Beteiligung von 11 Prozent an OpenAI für rund 41 Milliarden Euro abgeschlossen. Diese Transaktion, eine der größten Privatfinanzierungen aller Zeiten, bewertet das Unternehmen hinter ChatGPT mit etwa 500 Milliarden Euro. Für Marktbeobachter ist klar: Das Kapital soll OpenAI im erbitterten Kampf gegen Google stärken. SoftBank-Chef Masayoshi Son setzt darauf, dass OpenAIs Entwicklungspfad – insbesondere die GPT-5-Serie – trotz Googles Erfolgen der Industriestandard bleibt. Das Geld soll auch das „Stargate“-Projekt vorantreiben, eine 500-Milliarden-Dollar-Initiative für die Recheninfrastruktur der nächsten KI-Generation.

Geminis Aufholjagd: Marktanteile verdreifacht

Während OpenAI seine Kriegskasse füllt, feiert Google einen Sieg bei der Nutzerakzeptanz. Neue Daten zeigen eine dramatische Verschiebung: Der Anteil von Googles Gemini am KI-Webtraffic hat sich 2025 mehr als verdreifacht – von 5,4 auf 18,2 Prozent. Gleichzeitig sank der Marktanteil von ChatGPT von 87,2 auf 68 Prozent. Verantwortlich für diesen Umschwung ist Googles schneller Innovationszyklus mit den Modellen Gemini 3 und Gemini 3 Flash. Letzteres, als „schnelle Spitzen-Intelligenz“ vermarktet, überzeugt Unternehmen, die auf geringe Latenz bei Massenaufgaben angewiesen sind.

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Dieser Druck löste bei OpenAI angeblich einen „Code Red“-Alarm aus und beschleunigte die Veröffentlichung von GPT-5.1. Der Wettbewerb hat sich von reinen Modell-Benchmarks auf die Ökosystem-Integration verlagert. Google nutzt seine Dominanz bei Workspace, um Gemini nahtlos in Docs, Gmail und Drive einzubinden – ein klarer Hebel zu Millionen bestehenden Nutzern.

Der Produktivitäts-Check: Deep Think gegen Projekte

Für Power-User entscheidet sich der Sieger nun an zwei Fronten: komplexem Denken und Projektmanagement.

Googles Vorteil beim „Tiefen Denken“

Google setzt mit dem „Deep Think“-Modus in Gemini 3 auf verbesserte Logikfähigkeiten. Das Modell pausiert, um komplexe Rätsel, Code-Architekturen oder mehrstufige Probleme zu durchdenken, bevor es antwortet. Dieser Ansatz soll Halluzinationen in professionellen Umgebungen reduzieren.

OpenAIs Trumpf: Die „Projekte“-Lücke

Doch Gemini hat einen entscheidenden Schwachpunkt: Es fehlt ein System zur Projektorganisation. ChatGPTS „Projekte“-Funktion erlaubt es, Workflows wie App-Entwicklung oder Marketingkampagnen mit eigenen Anweisungen und Dateien zu bündeln. Gemini-Nutzer müssen sich dagegen mit einem einzigen Chat-Strom begnügen, was bei langfristigen Vorhaben unpraktisch ist. Experten sind sich einig: Um echte Enterprise-Power-User zu gewinnen, muss Google hier dringend nachrüsten.

Stimme und Gedächtnis: Der Kampf um die Usability

Auch beim besten Sprachassistenten liefern sich beide Konzerne ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vergleiche zeigen klare Stärken und Schwächen.

Gemini Live überzeugt mit geringer Latenz und vielfältigen Stimmen, hat aber gravierende Einschränkungen. Kritisch: Während eines Gesprächs fehlt ein persistentes Gedächtnis, und es werden keine Live-Transkripte angeboten. Nutzer sind auf das gesprochene Wort angewiesen – unpraktisch für das Überprüfen technischer Details.

ChatGPTs Sprachmodus hingegen transkribiert das Gespräch in Echtzeit auf dem Bildschirm. Sein größter Vorteil ist die „Memory“-Funktion: Die KI merkt sich Nutzerpräferenzen wie die bevorzugte Programmiersprache über verschiedene Sitzungen hinweg. Bei Gemini muss man diese Informationen oft neu eingeben.

Google schläft nicht: Die Integration von Gemini 3 Flash hat die Antwortzeiten spürbar verbessert, und die Sprachfeatures sind nun auf mehr Geräten verfügbar.

Strategische Weichenstellung für 2026

Die Ereignisse der letzten Tage zeigen zwei unterschiedliche Strategien. Google setzt auf Geschwindigkeit und Breitenwirkung durch tiefe Integration in Android und Workspace. Die Marktanteilsgewinne beweisen: Diese Taktik funktioniert beim Massenmarkt.

OpenAI, gestärkt durch SoftBanks Milliarden, konzentriert sich auf Tiefe und Komfort für Profis. Mit verfeinerten „Projekten“ und einem Vorsprung bei Konversation und Gedächtnis bindet es Entwickler, Autoren und Analysten, die die KI als langfristigen Partner sehen.

Der SoftBank-Deal hat zudem eine geopolitische Dimension. Er verknüpft OpenAI enger mit globalen Infrastrukturprojekten wie Stargate. Der Produktivitätskrieg ist somit nur die Vorderseite eines viel größeren Kampfes um die Rechenkapazitäten der Weltwirtschaft.

Für 2026 erwarten Experten, dass die identifizierten Lücken geschlossen werden. Google wird den „Projekte“-Mangel bei Gemini beheben müssen, um wertvolle Unternehmenskunden zu halten. OpenAI wird mit dem frischen Kapital wohl die Entwicklung von GPT-6 und „agentischen“ Fähigkeiten beschleunigen. Die Loyalität der Nutzer gewinnt, wer den reibungslosesten Workflow bietet – nicht nur das intelligenteste Modell.

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