Billionen, Euro

KI kann 4,5 Billionen Euro Produktivität freisetzen

15.01.2026 - 15:39:12

Künstliche Intelligenz birgt das unmittelbare Potenzial, jährlich 4,5 Billionen Euro an Arbeitsproduktivität in den USA freizusetzen. Das zeigt eine bahnbrechende Studie des IT-Dienstleisters Cognizant. Die Analyse „New Work, New World 2026“ prognostiziert eine dramatisch schnellere Transformation: KI betrifft nun rund 93 Prozent aller Jobs.

Die aktualisierte Untersuchung, die auf früheren Forschungen aus dem Jahr 2024 aufbaut, zeichnet ein deutlich beschleunigtes Bild. Die Integration von KI in Arbeitsabläufe ist demnach keine Zukunftsvision mehr, sondern heutige Realität mit massiven wirtschaftlichen Folgen. Die Studie betont jedoch: Das volle Potenzial lässt sich nur durch strategisches menschliches Zutun und flexible Geschäftsmodelle heben.

Die Forscher bewerteten 18.000 einzelne Arbeitstätigkeiten aus 1.000 Berufen neu. Ihr zentrales Ergebnis: Der durchschnittliche KI-Expositionswert eines Jobs liegt heute bereits bei 39 Prozent. Dieser Wert ist 30 Prozent höher als die ursprüngliche Prognose für das Jahr 2032. Die Veränderung beschleunigt sich rasant – die Expositionswerte steigen nun jährlich um 9 Prozent, nach nur 2 Prozent in der Vorstudie.

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Betroffen sind alle Bereiche. Im Rechtswesen stieg der Wert von 9 auf 63 Prozent, im Bildungswesen von 11 auf 49 Prozent. Selbst Vorstandsrollen (C-Level) verzeichnen einen Anstieg von 25 auf 60 Prozent. Selbst manuelle Tätigkeiten, einst als geschützt angesehen, sind betroffen: Der Wert im Transportwesen stieg von 6 auf 25 Prozent, im Baugewerbe von 4 auf 12 Prozent.

Menschliches Urteilsvermögen bleibt der Schlüssel

Trotz des enormen Produktivitätspotenzials ist die Technologie allein keine Wunderwaffe. „Erhebliches Kapital fließt in KI und verändert die Arbeitswelt“, sagt Cognizant-CEO Ravi Kumar S. Doch Unternehmen müssten über die reine Technologie hinausblicken, um aus den Investitionen echten Nutzen zu ziehen.

Die Analyse stellt klar: Menschliches Wissen, Kontextverständnis und kritisches Urteilsvermögen bleiben unersetzlich. In Management-, Business- und Verwaltungsrollen lassen sich über 40 Prozent der Aufgaben nicht automatisieren. Die Studie sieht in der Weiterbildung der Mitarbeiter die kritische Brücke zwischen aktuellen KI-Ausgaben und künftigen Geschäftsergebnissen. Unternehmen müssten flexible Systeme schaffen, die neue KI-Fähigkeiten aufnehmen können.

Branchenübergreifende Herausforderung

Die Ergebnisse treffen auf eine Wirtschaft, die ringt, wie sie die rasant fortschreitenden KI-Technologien am besten integriert. Die 4,5 Billionen Euro stellen einen erheblichen Teil der US-Wirtschaft dar. Unternehmen, die KI erfolgreich nutzen, dürften deutliche Wettbewerbsvorteile erlangen.

Interessant ist eine Verschiebung in den betroffenen Berufen. IT- und Mathematikrollen, einst an der Spitze der Expositionsliste, führen diese nicht mehr an. Das könnte bedeuten, dass die erste Welle der KI-Entwicklung in einigen technischen Feldern ein vorläufiges Limit erreicht hat, während das Potenzial für ein breiteres Berufsspektrum gerade erst erschlossen wird. Diese Entwicklung macht strategische Personalplanung und Umschulung wichtiger denn je.

Appell an Anpassungsfähigkeit

Der Bericht ist ein Weckruf für Wirtschaftsführer und Politiker. Der schnelle, expandierende Einfluss der KI auf den Arbeitsmarkt erfordert einen proaktiven Ansatz in der Personalentwicklung. Das Potenzial, Mitarbeiter für kreativeres Problemlösen freizusetzen, ist immens – setzt aber konsequente Anpassung voraus.

Der Weg zu den versprochenen Produktivitätsgewinnen führt über mehr als die reine Bereitstellung von KI-Tools. Er erfordert ein grundlegendes Überdenken von Arbeitsprozessen, eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und eine Belegschaft, die effektiv mit intelligenten Systemen zusammenarbeitet. Die Organisationen, die künftig erfolgreich sind, werden jene sein, die menschliches Talent und technologische Kraft verschmelzen.

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