Krebsdiagnose, Patienten

KI in der Krebsdiagnose: Patienten wollen den Arzt im Boot

25.01.2026 - 01:44:12

Studien zeigen großes Misstrauen gegenüber KI-Diagnosen, doch in der Onkologie wird Potenzial gesehen. Die Mehrheit fordert jedoch zwingend menschliche Kontrolle über die Ergebnisse.

Die Öffentlichkeit steht KI-Diagnosen skeptisch gegenüber, erkennt aber großes Potenzial in der Krebsfrüherkennung – unter einer klaren Bedingung: Der Mensch muss das letzte Wort haben. Diese ambivalente Haltung zeigt sich in neuen Studien, während die Technologie rasant voranschreitet.

Zwei große nationale Umfragen, zusammengefasst in einer Arbeit des Center for Economic and Social Research und der USC, belegen die anhaltende Skepsis. Von über 10.000 Befragten vertrauten nur etwa 15,1 Prozent einer KI-Diagnose genauso viel oder mehr als einem menschlichen Experten. Ein separates Signal kommt jedoch aus der Onkologie: Viele sehen hier besonderes Potenzial für künstliche Intelligenz.

Überwältigende Mehrheit fordert menschliche Kontrolle

Diese vorsichtige Offenheit ist streng an Auflagen geknüpft. Eine Studie des UT Southwestern Medical Center mit 924 Mammographie-Patientinnen brachte es auf den Punkt: Zwar befürworteten 71,5 Prozent den KI-Einsatz zur Unterstützung bei der Auswertung ihrer Scans. Doch nur 6,6 Prozent wären mit einer KI als alleinigem Befunder einverstanden.

Fast 60 Prozent der Patientinnen gaben an, lieber Stunden oder Tage auf die Bewertung eines menschlichen Radiologen zu warten, als ein sofortiges Ergebnis von einem reinen KI-System zu erhalten. Diese Haltung spiegelt sich in der Ärzteschaft wider: Während viele Onkologen KI für administrative Aufgaben schätzen, vertrauen weniger als 30 Prozent ihr eigenständige diagnostische Entscheidungen an.

Anzeige

Passend zum Thema EU‑Regulierung für KI: Seit August 2024 gelten neue Pflichten, die für medizinische Assistenzsysteme entscheidend sind — von Risikoklassifizierung über verpflichtende Dokumentation bis zur Kennzeichnung. Unser kostenloses Umsetzungs‑E‑Book zur KI‑Verordnung erklärt verständlich, welche Anforderungen Kliniken, Entwickler und Hersteller jetzt erfüllen müssen, liefert eine praktische Checkliste und konkrete Schritte zur Vorbereitung Ihres KI‑Systems. So vermeiden Sie teure Rückrufe und Haftungsrisiken. Jetzt kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Vertrautheit schafft Vertrauen – Skandale zerstören es

Ein Schlüsselfaktor für Akzeptanz ist Alltagserfahrung. Die Forschung von Sobolev et al. zeigt: Personen, die bereits generative KI-Tools wie ChatGPT genutzt hatten, brachten medizinischer KI signifikant mehr Vertrauen entgegen. Männer und Akademiker waren zunächst offener, doch die persönliche Nutzung war der stärkste Vertrauensindikator.

Dieser vorsichtige Optimismus wird durch spektakuläre Fehlleistungen getrübt. Untersuchungen zu Googles „AI Overviews“ enthüllten gefährlich falsche Gesundheitsratschläge, auch zu Krebstests. Solche Vorfälle unterstreichen das Schadenspotenzial und schüren öffentliche Zweifel an Verantwortung und Zuverlässigkeit. Verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, ist enorm schwierig.

Der Markt bewegt sich – mit klarem Nutzen und neuen Regeln

Trotz der Bedenken schreitet die Integration voran. Das Medizintechnikunternehmen BD kündigte am 23. Januar 2026 ein neues KI-Tool zur Automatisierung von Versuchsdesigns in der Immunologie- und Krebsforschung an.

Wo der konkrete Vorteil sichtbar wird, zeigen Patienten Bereitschaft. In einer RadNet-Studie mit fast 750.000 Frauen entschieden sich 36 Prozent dafür, eine Zusatzgebühr für eine KI-unterstützte Mammographie zu zahlen. Das Ergebnis überzeugte: Die Krebsentdeckungsrate lag in dieser Gruppe 43 Prozent höher.

Diese Entwicklung findet unter schärferer regulatorischer Beobachtung statt. Seit Mitte 2024 schafft der EU AI Act eine komplexe neue Regulierungsebene für KI-gestützte Medizinprodukte, zusätzlich zur bestehenden Medizinprodukteverordnung (MDR). Ziel ist die sichere und ethische Entwicklung, doch Fragen zu Datenqualität und Haftung sind noch offen.

Der Weg zur Akzeptanz: Leistung, Kommunikation, Regulierung

Die Zukunft der medizinischen KI in der Krebsdiagnose wird von drei Faktoren bestimmt: Leistungsnachweis, Aufklärung und Regulierung. Für Entwickler geht es nicht nur um präzisere Algorithmen, sondern um deren Validierung in diversen klinischen Alltagssituationen. Studien wie die von RadNet, die eine verbesserte Detektionsrate belegen, sind das stärkste Mittel für Vertrauensbildung.

Kliniken müssen auf Patientenk

Anzeige

PS: Die EU‑KI‑Verordnung bringt konkrete Fristen und Klassifizierungsregeln — insbesondere für Anwendungen in der Krebsdiagnostik können Nachweispflichten und Haftungsfragen schnell komplex werden. Der kostenlose Implementierungs‑Guide bietet praxisnahe Checklisten, Kennzeichnungsbeispiele und einen klaren Fahrplan für Compliance‑Maßnahmen. Jetzt informieren, Übergangsfristen einhalten und Prüfungsaufwand reduzieren. Gratis AI‑Act‑Umsetzungsleitfaden sichern

@ boerse-global.de