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KI im Job: Breite Durchdringung stockt, Kluft wächst

04.02.2026 - 06:09:11

Die anfängliche Aufbruchsstimmung bei Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz ist verflogen. Eine neue Gallup-Studie zeigt: Die breite Nutzung stagniert, während sich eine Kluft zwischen intensiven Nutzern und einer großen Gruppe von Nicht-Nutzern auftut. Fast die Hälfte der US-Beschäftigten gibt an, KI nie für ihre Arbeit zu verwenden.

Die Zahlen sind eindeutig: Der Anteil der Beschäftigten, die KI mindestens gelegentlich nutzen, blieb im vierten Quartal 2025 unverändert bei 46 Prozent. Nach einer Phase explosiven Wachstums ist die Welle neuer Nutzer abgeebbt. Gleichzeitig berichten 49 Prozent der Arbeitnehmer, KI überhaupt nicht im Job einzusetzen. Ein beträchtlicher Teil der Wirtschaft bleibt von der Technologie unberührt.

Doch unter der stabilen Gesamtzahl verbirgt sich eine bedeutende Verschiebung. Diejenigen, die KI bereits angenommen haben, nutzen sie intensiver. Der Anteil der täglichen Nutzer stieg auf zwölf Prozent. Jeder vierte Arbeitnehmer (26 Prozent) verwendet KI nun häufig – täglich oder mehrmals pro Woche. Die Technologie verankert sich tiefer in den Arbeitsabläufen einer konzentrierten Gruppe von Early Adopters.

Die gefährliche Spaltung der Belegschaft

Diese Entwicklung schafft eine zweigeteilte Arbeitswelt. Auf der einen Seite stehen die Power-User, die ihre Effizienz mit KI steigern. Auf der anderen verharren Kollegen, die die Technologie komplett meiden. Für Unternehmen birgt diese Kluft erhebliche Risiken: ungleiche Workflows, inkonsistente Fähigkeiten und eine fragmentierte Belegschaft.

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Die Spaltung zeigt sich auch zwischen den Branchen. Wissensintensive Sektoren wie Technologie (77 Prozent Nutzung), Finanzen (64 Prozent) und professionelle Dienstleistungen (62 Prozent) liegen vorn. Ganz anders sieht es im Einzelhandel (33 Prozent), im verarbeitenden Gewerbe (38 Prozent) oder im Gesundheitswesen (41 Prozent) aus. Offenbar passen die aktuellen KI-Tools schlechter zu den Anforderungen dieser Bereiche.

Führungskräfte vs. Mitarbeiter: Ein gefährliches Gefälle

Besonders alarmierend ist die Lücke zwischen Führungsebene und Mitarbeitern. Während 69 Prozent der Führungskräfte KI in irgendeiner Form nutzen, sind es bei den einfachen Angestellten nur 40 Prozent. Die intensive Nutzung unter Managern ist geradezu explodiert.

Ein Grund liegt in der Art ihrer Tätigkeit. Führungskräfte arbeiten häufiger remote-fähig im Büro, wo KI-Tools leichter anzuwenden sind. Doch dieses Gefälle gefährdet den Unternehmenserfolg. Wie sollen Teams effektiv zusammenarbeiten, wenn ihre Werkzeuge und Denkweisen so weit auseinanderliegen?

Was bremst die KI-Revolution aus?

Die Studie deutet auf praktische Hürden hin. Vielen Mitarbeitern fehlt es an formaler Schulung. Unternehmensrichtlinien sind oft unklar. 41 Prozent der Befragten geben an, ihr Arbeitgeber habe keine offizielle KI-Strategie. Erschreckende 21 Prozent wissen es schlicht nicht.

Hier liegt eine zentrale Management-Aufgabe. Die Ära der einfachen Einführung ist vorbei. Künftiges Wachstum hängt davon ab, konkreten, aufgabenspezifischen Nutzen für jene 50 Prozent der Belegschaft zu demonstrieren, die noch keinen Anwendungsfall gefunden haben.

Der Weg voraus: Spezialisierung statt Generalisierung

Die nächste Phase der KI-Integration wird gezielter und methodischer ablaufen müssen. Statt eines allgemeinen Tools für alle erwarten Experten spezialisierte Lösungen für Branchen wie das Gesundheitswesen oder die Fertigung. Unternehmen müssen klare Anwendungsfälle entwickeln und gezielt schulen.

Gleichzeitig muss die wachsende Kluft zwischen Führung und Teams überbrückt werden. Wenn Manager immer stärker auf KI setzen, müssen sie sicherstellen, dass der Rest der Organisation mithalten kann. Die nächsten 12 bis 18 Monate werden zeigen, ob die aktuelle Stagnation nur eine Pause oder ein Dauerzustand ist.

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