KI-gesteuerte, Phishing-Welle

KI-gesteuerte Phishing-Welle bedroht Unternehmenssicherheit

24.01.2026 - 09:46:12

Echtzeit-Phishing-Kits und KI-generierte Identitäten umgehen Sicherheitsbarrieren wie MFA und bedrohen Unternehmen. Experten fordern Zero-Trust-Ansätze und warnen vor der Steuersaison.

Die Cyberkriminalität erreicht eine neue Dimension: Künstliche Intelligenz ermöglicht Echtzeit-Betrugsangriffe, die selbst Mehrfaktor-Authentifizierung aushebeln. Diese alarmierende Entwicklung überschattet das Weltwirtschaftsforum in Davos und zwingt Unternehmen zum sofortigen Handeln.

Dynamische Angriffe in Echtzeit

Die Bedrohung ist konkret und akut. Die Hackergruppe ShinyHunters bestätigte am Freitag, dass sie eine neue Woche von Angriffen auf Unternehmenskonten mit Single Sign-On (SSO) verantwortet zeichnet. Die Methode ist besonders tückisch: Spezielle Phishing-Kits ermöglichen es Angreifern, während eines Telefongesprächs mit dem Opfer in Echtzeit zu manipulieren, was dieses auf einer gefälschten Website sieht.

Laut einem Bericht des Identitätsmanagement-Anbieters Okta vom 22. Januar enthalten diese Kits ein Web-Control-Panel. Damit können Kriminelle ihre Opfer live durch Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) führen. Erhalten sie etwa einen MFA-Code auf ihrem Gerät, lösen sie sofort ein entsprechendes Dialogfenster auf der Phishing-Seite des Opfers aus. Das Opfer wird aufgefordert, die Benachrichtigung zu bestätigen oder den Code einzugeben – und gibt so unwissentlich den Zugang frei.

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Die „fünfte Welle“: KI als Waffe

Cybersicherheitsexperten sprechen bereits von einer neuen Ära. Das Singapurer Unternehmen Group-IB bezeichnet diese Entwicklung als „fünfte Welle“ der Cyberkriminalität, charakterisiert durch „waffenfähige KI“. Die Einstiegshürde für ausgeklügelten Betrug ist dramatisch gesunken.

Auf Darknet-Marktplätzen sind bereits „synthetische Identitäts-Kits“ für umgerechnet nur fünf Euro erhältlich. Sie enthalten KI-generierte Video-Schauspieler, geklonte Stimmen und biometrische Datensätze, die Know-Your-Customer (KYC)-Systeme täuschen sollen. Die Diskussionen über diese Tools in Untergrundforen explodierten: von unter 50.000 Nachrichten jährlich (2020-2022) auf fast 300.000 pro Jahr seit 2023.

„Die schlechte Grammatik und offensichtlichen Fehler, die früher Phishing-Versuche verrieten, werden durch makellose, KI-generierte Personen ersetzt“, warnt ein Analyst. Diese können Führungskräfte oder Kunden mit unheimlicher Genauigkeit imitieren.

Gegenmaßnahmen: Von „Zero Trust“ bis eingebautem Schutz

Die Sicherheitsbranche reagiert unter Hochdruck. Der Passwortmanager 1Password kündigte am Freitag eine neue, eingebaute Phishing-Prävention an. Das Tool erkennt, wenn sich die URL einer Seite von der gespeicherten Login-Information unterscheidet, und blockiert automatisch die Passworteingabe. Ziel ist es, eine „Denkpause“ zu erzwingen und so den Druck zu mindern, den Social-Engineering-Angriffe typischerweise aufbauen.

Der auf dem WEF diskutierte Global Cybersecurity Outlook 2026 warnt indes, dass generative KI zum „Fähigkeitsmultiplikator“ für Angreifer geworden sei. 73 Prozent der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr selbst von oder in ihrem Umfeld von Cyber-Betrug betroffen gewesen zu sein. Die Empfehlung ist klar: Organisationen müssen über traditionelle Sicherheitsschulungen hinausgehen und „Zero Trust“-Prinzipien verankern. Jede Interaktion – sogar Videoanrufe – muss potenziell synthetisch betrachtet werden.

Steuererklärung 2026 als Testgelände

Die nächste große Bewährungsprobe steht bereits bevor: die Steuererklärungs-Saison. Experten wie Peter Horadan, CEO von Vouched, warnen vor einer Flut KI-personalisierter Steuerbetrügereien. Betrüger nutzen KI, um öffentliche Daten und geleakte Informationen zu durchforsten und daraus maßgeschneiderte E-Mails oder Voicemails zu erstellen, die scheinbar von Finanzämtern oder Arbeitgebern stammen.

Der Rat für Unternehmen und Steuerberater ist eindeutig: Klare, vorab vereinbarte Kommunikationskanäle mit Kunden und Mitarbeitern etablieren. Langfristig könnten mobile Führerscheine oder kryptografische Identitätsverifikation wissensbasierte Authentifizierung ersetzen. Für 2026 jedoch bleibt die Wachsamkeit gegen perfekte KI-Imitationen die wichtigste Verteidigungslinie. Die Zeit des blinden Vertrauens ist endgültig vorbei.

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