KI-Gesetz: EU setzt mit Transparenzpflichten neue globale Standards
31.01.2026 - 01:32:12Seit sechs Monaten müssen Entwickler starker KI-Modelle in der EU erstmals detailliert Rechenschaft ablegen. Diese Transparenzpflicht ist nur der Auftakt: Ab August 2026 drohen bei Verstößen saftige Strafen von bis zu 15 Millionen Euro.
Die ersten verbindlichen Regeln des historischen EU-KI-Gesetzes sind in Kraft. Seit dem 2. August 2025 unterliegen Anbieter sogenannter Allzweck-KI-Modelle (GPAI) – wie sie hinter Chatbots und Bildgeneratoren stecken – strengen Dokumentations- und Transparenzpflichten. Für die globale Tech-Branche beginnt damit eine kritische Anpassungsphase. Das Gesetz etabliert die EU als weltweiten Vorreiter in der KI-Regulierung.
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Was Entwickler jetzt offenlegen müssen
Konkret müssen die Hersteller umfangreiche technische Dokumentationen vorlegen. Diese geben Einblick in Trainingsmethoden, Testverfahren und Bewertungsergebnisse der Modelle. Eine weitere Kernpflicht betrifft das Urheberrecht: Die Unternehmen müssen eine öffentlich einsehbare, detaillierte Zusammenfassung aller für das Training genutzten Inhalte erstellen.
Die EU-Kommission hat dafür sogar eine Standardvorlage bereitgestellt. Ziel ist eine lückenlose Informationskette für jene Firmen, die diese Basismodelle in ihre eigenen Dienste integrieren. Besonders im Fokus stehen Modelle mit systemischem Risiko, die mit enormer Rechenleistung (über 10^25 FLOPs) trainiert wurden. Für sie gelten verschärfte Auflagen wie umfassende Risikobewertungen und Meldepflichten bei schwerwiegenden Vorfällen.
Freiwilliger Verhaltenskodex als Wegweiser
Die Industrie nutzt zur Orientierung einen freiwilligen Verhaltenskodex für Allzweck-KI. Wer ihn einhält, genießt eine „Vermutung der Konformität“ – das erleichtert den bürokratischen Aufwand und bietet mehr Rechtssicherheit. Diese Übergangsphase bis zum Vollzug des Gesetzes war von den EU-Gesetzgebern bewusst eingeplant, um der Branche Vorbereitungszeit zu geben.
Doch die Uhr tickt: Ab dem 2. August 2026 wird es ernst. Dann tritt das Gesetz vollständig in Kraft und die Kommission kann hohe Geldstrafen verhängen. Verstöße gegen die GPAI-Pflichten können mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Dieses nach der DSGVO modellierte Durchsetzungssystem soll auch Tech-Giganten zum Einlenken bewegen.
Countdown für den globalen KI-Markt
Parallel laufen die Fristen für andere Teile des Gesetzes. Ab August 2026 gelten auch die strengen Regeln für Hochrisiko-KI-Systeme und weitere Transparenzpflichten, etwa die Kennzeichnung von KI-generierten „Deepfakes“. Anbieter, deren Modelle schon vor August 2025 auf dem Markt waren, haben bis August 2027 Zeit, ihre Systeme vollständig anzupassen.
Die EU setzt mit ihrem gestaffelten, risikobasierten Ansatz einen globalen Maßstab. Die kommenden Monate werden zeigen, ob ihr Plan für ein vertrauenswürdiges, menschenzentriertes KI-Ökosystem aufgeht – und wie sehr er die Entwicklung dieser Schlüsseltechnologie weltweit prägen wird. Für Unternehmen heißt es jetzt: dokumentieren, anpassen und investieren, um im neuen digitalen Regelwerk Europas bestehen zu können.
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