Scheinproduktivität, Studien

KI führt zu Scheinproduktivität in Unternehmen

17.01.2026 - 16:57:12

Studien zeigen, dass unreflektierter KI-Einsatz oft zu mehr Nacharbeit führt und Produktivitätsvorteile zunichtemacht. Mitarbeiter werden zu Kontrolleuren degradiert, während echte Kompetenzen schwinden.

KI-Tools versprechen Effizienz, erzeugen aber oft nur mehr Nacharbeit. Aktuelle Studien zeigen: Der unreflektierte Einsatz künstlicher Intelligenz führt in vielen Firmen zu einem neuen Problem – der “False Productivity”. Die erhofften Produktivitätsgewinne bleiben aus, weil der anfängliche Zeitgewinn durch aufwendige Korrekturen zunichtegemacht wird.

Das Trugbild der Geschwindigkeit

Die Verlockung von KI liegt in ihrer Geschwindigkeit. Ergebnisse liegen in Sekunden vor. Doch diese Schnelligkeit ist trügerisch. Eine MIT-Untersuchung ergab, dass 95 Prozent der KI-Pilotprojekte in Unternehmen keine messbaren positiven Auswirkungen hatten.

Der Grund: Die Qualität des Output stimmt oft nicht. KI-generierte Inhalte enthalten subtile Fehler oder vermissen wichtigen Kontext. Laut Harvard Business Review berichten über 40 Prozent der US-Arbeitnehmer, dass KI-Ergebnisse bei näherer Betrachtung wenig Substanz bieten.

Mitarbeiter verbringen dann viel Zeit damit, diesen sogenannten “Workslop” (Arbeitsabfall) zu überprüfen und zu korrigieren. Dieser Mehraufwand kann den ursprünglichen Zeitvorteil vollständig aufzehren.

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Der teure Rework-Kreislauf

Statt Entlastung etabliert KI oft einen ineffizienten Kreislauf. Ein typisches Szenario: Ein Mitarbeiter nutzt ein KI-Tool, das Ergebnis wirkt plausibel und wird weitergeleitet. Später stellt sich heraus, dass die Grundlage fehlerhaft war – eine Kaskade von Korrekturen folgt.

Dieser Prozess frisst mehr Ressourcen als eine sorgfältige manuelle Erledigung von Beginn an. Die Unternehmensberatung McKinsey stellte fest, dass rund die Hälfte der Firmen, die keine Verbesserungen durch generative KI erzielten, ihre Projekte wieder aufgaben.

Die wahren Kosten der KI-Implementierung werden oft unterschätzt:
* Beratung und Datenmanagement
* Umfangreiche Mitarbeiterschulungen
* Laufende Wartung und Anpassung

Frustrierte Mitarbeiter, schwindende Kompetenz

Die ständige Notwendigkeit, Maschinenarbeit zu kontrollieren, demotiviert. Qualifizierte Fachkräfte fühlen sich zum “KI-Aufseher” degradiert, statt kreative Aufgaben zu bearbeiten.

Langfristig droht ein Kompetenzverlust. Wenn kritisches Denken durch Systemabhängigkeit ersetzt wird, verlieren Mitarbeiter an Expertise. Studien der OECD deuten darauf hin, dass KI tendenziell höhere Kompetenzen erfordert, um sie sinnvoll zu steuern.

Beschäftigte, die keine echte Entlastung erfahren, wünschen sich vor allem bessere Weiterbildungen und eine anpassungsfähigere Technologie.

Vom Solow-Paradoxon zur intelligenten Partnerschaft

“False Productivity” ist eine moderne Ausprägung des Solow-Paradoxons: Massive Technologie-Investitionen schlagen sich nicht direkt in Produktivitätssteigerungen nieder. Unternehmen investieren Milliarden in KI, die Erträge bleiben bescheiden.

Der Fehler liegt in der Annahme, KI sei ein reines Automatisierungswerkzeug. Erfolg erfordert eine tiefgreifende Anpassung der Arbeitsabläufe. In Deutschland nutzen laut PwC bisher nur 9 Prozent der Beschäftigten generative KI täglich – eine große Lücke zwischen Interesse und Anwendung.

Die Lösung liegt nicht in vollständiger Automatisierung, sondern in der intelligenten Augmentation. KI sollte menschliche Fähigkeiten ergänzen, nicht fehleranfällige Abkürzungen anbieten. Die Zukunft gehört einer neuen Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine, die zu echter Produktivität führt.

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