Top-5, Kündigungsgründe

KI erreicht Top-5 der Kündigungsgründe in den USA

16.01.2026 - 22:25:12

Eine Analyse zeigt, dass KI 2025 zum fünftwichtigsten Grund für Stellenabbau in den USA wurde, mit über 54.800 betroffenen Jobs. Der Trend zu strategischem 'Workforce Rebalancing' setzt sich fort.

Künstliche Intelligenz ist in den USA erstmals unter den fünf häufigsten Gründen für Stellenabbau. Das zeigt ein aktueller Bericht, der die beschleunigte Wirkung der Technologie auf den Arbeitsmarkt dokumentiert.

Washington D.C. – Eine Jahresanalyse des Personaldienstleisters Challenger, Gray & Christmas für 2025 enthüllt: KI war der fünfhäufigste genannte Grund für Entlassungen. Nur traditionelle Faktoren wie Betriebsschließungen, Marktbedingungen und Restrukturierungen lagen noch davor. Insgesamt kündigten US-Arbeitgeber im vergangenen Jahr über 1,2 Millionen Stellenstreichungen an – ein Anstieg von 58 Prozent gegenüber 2024 und der höchste Jahreswert seit der Pandemie 2020.

Explosionsartiger Anstieg KI-bedingter Kündigungen

Die Daten sind eindeutig: US-Unternehmen führten im Jahr 2025 genau 54.836 Stellenstreichungen direkt auf Künstliche Intelligenz zurück. Diese Zahl markiert eine dramatische Eskalation. Erstmals als eigener Kündigungsgrund erfasst wurde KI 2023 mit rund 4.200 betroffenen Jobs. 2024 verdreifachte sich die Zahl fast auf 12.800, bevor sie sich 2025 mehr als vervierfachte.

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Dennoch folgt KI weiterhin konventionelleren Gründen. An der Spitze lagen 2025 Maßnahmen des Effizienzministeriums, schwache Markt- und Wirtschaftsbedingungen sowie Betriebsschließungen. Doch der schnelle Aufstieg der KI in die Top Fünf ist beispiellos. Experten beobachten die Auswirkungen besonders in Mittelmanagement-Positionen. Hier automatisiert KI oft Datenanalyse und Reporting – Aufgaben, die lange das Domäne einer großen Angestelltengruppe waren.

„Workforce Rebalancing“ setzt sich 2026 fort

Der Trend dürfte sich in diesem Jahr verstärken. Eine separate Umfrage unter Personalverantwortlichen ergab: KI und Automatisierung teilen sich mit Restrukturierungen Platz eins der erwarteten Kündigungsgründe für 2026. 56 Prozent der Befragten rechnen mit Entlassungen in ihrem Unternehmen, 17 Prozent nennen KI als Haupttreiber.

Analysten sprechen weniger von bloßem Stellenabbau, sondern von einer strategischen „Workforce Rebalancing“. Unternehmen reduzieren gezielt Rollen, die als kostspielig, langsam in der Rendite oder nicht kompatibel mit neuen Technologiemodellen gelten. Gleichzeitig berichtet eine Mehrheit der Firmen von aggressiven Einstellungsplänen für 2026. Gesucht werden nun Kandidaten mit starken Problemlösungsfähigkeiten und der Bereitschaft, sich schnell neue Tools anzueignen.

KI als bequemer Sündenbock?

Angesichts der alarmierenden Zahlen mahnen einige Ökonomen zur Vorsicht. Sie vermuten, KI diene manchen Unternehmen als bequeme Erklärung für Kündigungen, die eigentlich auf konventionelle Geschäftsdruck zurückgehen. Ein Bericht von Oxford Economics argumentiert: Die Zuschreibung an KI vermittle Investoren eine positivere, zukunftsgerichtete Erzählung als Verweise auf schwache Nachfrage oder Korrekturen nach Überhiring in der Pandemie.

Diese Perspektive wird gestützt durch einen einfachen Fakt: Jobverluste durch Marktbedingungen waren 2025 mehr als viermal so hoch wie KI-bedingte. Die Analyse betont, dass der makroökonomische Beweis für einen massiven strukturellen Wandel noch ausstehe. KI-bedingte Kürzungen machen nur einen kleinen Bruchteil der 1,5 bis 1,8 Millionen monatlichen Arbeitsplatzwechsel im breiten US-Arbeitsmarkt aus.

Breiterer Effekt: KI bremst Einstellungen

Die volle Wirkung der KI auf den Arbeitsmarkt ist nuancenreicher als direkte Entlassungen. Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, sagte kürzlich: Unternehmen experimentieren zwar aktiv mit KI, doch die Technologie führe bisher eher zu einer Verlangsamung der Einstellungen als zu Massenentlassungen. Er beschreibt den aktuellen Arbeitsmarkt als „seitwärts laufend“. Firmen seien vorsichtiger bei Neueinstellungen, während sie auf künftige Produktivitätsgewinne durch KI hoffen. Diese Einstellungszurückhaltung könnte eine unmittelbarere und weiter verbreitete Folge der KI-Einführung sein.

Was bleibt sicher? Die wachsenden Investitionen der US-Wirtschaft in Automatisierung und KI haben die Technologie zu einem signifikanten und dauerhaften Faktor in der Personalplanung gemacht. Sie verändert grundlegend das Verhältnis zwischen Technologie, Produktivität und Beschäftigung.

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