KI-Deepfakes, Krypto-Betrug

KI-Deepfakes treiben Krypto-Betrug auf Rekordniveau

18.01.2026 - 15:31:12

Organisierte KI-Kriminalität führte 2025 zu Verlusten von 17 Milliarden Euro. Deepfakes von Prominenten und regulatorische Schritte gegen Plattformen wie X prägen die Sicherheitslage.

KI-gesteuerte Betrugsnetzwerke haben 2025 Schäden von 17 Milliarden Euro verursacht. Die industrialisierte Kriminalität nutzt Deepfakes von Prominenten wie Elon Musk und setzt Plattformen wie X unter regulatorischen Druck.

Die Kryptowährungsbranche erlebt eine Sicherheits-Zäsur. Ein neuer Bericht des Analyseunternehmens Chainalysis zeigt einen alarmierenden Anstieg von Betrugsschäden durch künstliche Intelligenz. Hinter den Verlusten von geschätzt 17 Milliarden Euro im Jahr 2025 stehen laut dem am 13. Januar veröffentlichten Report hochgradig organisierte Netzwerke. Diese setzen auf „Phishing-as-a-Service“ und täuschend echte Deepfake-Videos, um selbst technisch unerfahrene Kriminelle zu gefährlichen Angreifern zu machen. Die industrialisierte Betrugswelle trifft auf eine Woche voller Sicherheitspannen und regulatorischer Schritte – von einem gefälschten Nvidia-Event bis zu einer Untersuchung gegen X.

Betrug wird zur Massenware

Der „2026 Crypto Crime Report“ beschreibt einen strukturellen Wandel. Betrugsoperationen hätten sich 2025 zunehmend industrialisiert, mit einer Infrastruktur, die seriöse Unternehmen imitiert. Die Analyse verweist auf enge Verbindungen zu organisierten Banden in Ost- und Südostasien. Diese sollen Zwangsarbeitslager nutzen, um „Pig Butchering“-Scams und Phishing-Kampagnen im großen Stil auszuführen.

Die treibende Kraft ist KI: Sie umgeht traditionelle Sicherheitsfilter und manipuliert das menschliche Vertrauen. „Die Verwundbarkeit des Menschen bleibt der am leichtesten auszunutzennde Faktor“, so Chainalysis und verweist auf einen Fall, bei dem ein kompromittierter Kundenservice-Mitarbeiter zu einem massiven Datenleck führte.

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Deepfakes imitierten Nvidia-Chef live

Wie real die Bedrohung ist, zeigte ein Vorfall am 14. Januar. Der Technik-Blog Tom‘s Hardware berichtete über einen gefälschten Livestream der Nvidia-Konferenz GTC. Die Übertragung lockte auf YouTube über 100.000 gleichzeitige Zuschauer an – das Fünffache des echten Events. Zu sehen war ein Deepfake von Nvidia-CEO Jensen Huang. Die KI-generierte Figur warb für ein betrügerisches Krypto-Giveaway und leitete auf eine Phishing-Seite weiter, die digitale Geldbörsen leerte.

Dies folgt einem bekannten Muster. Deepfakes von Tesla-Chef Elon Musk und MicroStrategy’s Michael Saylor sind die häufigsten Vehikel für solche Angriffe. In einer parallelen Entwicklung verklagten Nutzer am 15. Januar Musks KI-Firma xAI. Die Klage, über die The Economic Times berichtete, wirft dem Chatbot Grok vor, die Erstellung nicht einvernehmlicher Deepfake-Bilder ermöglicht zu haben. Cybersicherheitsexperten sehen darin ein Symptom für die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in generativer KI – eine Lücke, die Betrüger für finanziellen Gewinn ausnutzen.

Regulierer gehen gegen Plattformen vor

Die Politik beginnt, auf die Plattformen zu reagieren, die die Verbreitung dieser Scams ermöglichen. Bereits am 12. Januar leitete die britische Medienaufsicht Ofcom eine Untersuchung gegen X (ehemals Twitter) ein. Laut BankInfoSecurity prüft die Behörde, ob das Netzwerk den Online Safety Act einhält, insbesondere bei illegalen Inhalten und Deepfake‑Material.

Auch die Europäische Union signalisiert Handlungsbedarf. Berichten zufolge wurde X angewiesen, Dokumente zu seinen KI-Algorithmen bis 2026 aufzubewahren. Diese Schritte deuten auf eine veränderte Rechtslage hin: Plattformen könnten bald härter zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Deepfake-Phishing-Streams nicht in Echtzeit erkennen und entfernen.

So schützen sich Unternehmen und Anleger

Das Mantra „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ reicht nicht mehr aus. Sicherheitsfirmen raten zu „Zero Trust“-Authentifizierungsmodellen. KnowBe4-Experten warnten in einem Blogpost vom 13. Januar, dass Deepfake-Angriffe nun auch vertraute Gemeindefiguren wie religiöse Führer imitieren, um betrügerische Spenden zu erbitten.

Diese Ausweitung der Ziele erfordert neue Schutzmaßnahmen:
* Mehrkanal-Verifizierung: Transaktionen sollten nie nur auf Basis eines Videos autorisiert werden. Eine Bestätigung über einen zweiten, offiziellen Kanal ist essenziell.
* Deepfake-Erkennung: Unternehmen sollten KI-basierte Detektionssoftware integrieren, die für das menschliche Auge unsichtbare Artefakte in Audio und Video analysiert.
* Skepsis bei Dringlichkeit: Der Nvidia-Scam funktionierte mit einem zeitkritischen „Giveaway“. Seriöse Unternehmensankündigungen verlangen selten sofortige Geldtransfers vom Publikum.

Für 2026 prognostizieren Branchenanalysten eine Verschärfung des Wettrüstens zwischen Betrügern und Sicherheitsanbietern. Zwar könnte die „Erfolgsquote“ einzelner Scams sinken, je aufmerksamer Nutzer werden. Doch die schiere Masse der automatisierten KI-Angriffe bleibt eine permanente Gefahr. Als mögliche Gegenmaßnahme zeichnet sich die verpflichtende Einführung von „Content Credentials“ oder digitalen Wasserzeichen für alle KI-generierten Medien auf großen Plattformen ab. Bis dahin bleibt die Zahl von 17 Milliarden Euro eine deutliche Warnung vor den Kosten der Sorglosigkeit.

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