KI-Deepfakes: Smartphones werden zum Hauptziel für Betrug
20.01.2026 - 06:55:12KI-gestützte Deepfakes und Desinformation erreichen eine neue Welle auf Mobilgeräten. Experten warnen vor immer personalisierteren Betrugsversuchen, die über Messenger und soziale Netzwerke verbreitet werden. Die einfache Verfügbarkeit von Manipulations-Apps verschärft die Lage für Verbraucher erheblich.
Wie die neue Betrugswelle Ihr Handy trifft
Cyberkriminelle nutzen Social-Engineering-Taktiken mit gefälschten Audio- und Videoinhalten. Sie automatisieren ihre Angriffe mit KI-Agenten, die tausende personalisierte Nachrichten parallel verschicken. Die Gefahren reichen von gefälschten Anrufen mit geklonter Stimme eines Familienmitglieds bis hin zu gezielter Rufschädigung.
Besonders alarmierend: die Zunahme von Deepfake-Pornografie, bei der Bilder ohne Einwilligung manipuliert werden. Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt das Ausmaß: 15 Prozent der Befragten gaben an, bereits einem Deepfake geglaubt zu haben.
Passend zum Thema KI-Regeln und Deepfakes: Seit August 2024 gelten neue Pflichten für KI-Systeme — das betrifft auch Kennzeichnung und Dokumentation von generierten Inhalten. Viele Anbieter und Verantwortliche sind unsicher, welche Risikoklassen, Transparenzpflichten und Nachweisformate jetzt gelten. Ein kompakter Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich die wichtigsten Anforderungen, Übergangsfristen und praktische Schritte zur sofortigen Umsetzung. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Der technologische Wettlauf: Detektoren gegen Fälschungen
Die Cybersicherheitsbranche entwickelt Gegenmittel. Es gibt mobile Apps und Plattformen, die Dateien auf KI-Manipulationen analysieren. Projekte wie “Deepfake Total” vom Fraunhofer AISEC prüfen Audiodateien und Videos. Konzerne wie Intel und Microsoft setzen auf Detektoren, die für das menschliche Auge unsichtbare Veränderungen aufspüren.
Ein weiterer Ansatz sind technische Standards für Authentizität. Die “Coalition for Content Provenance and Authenticity” (C2PA) arbeitet an einem offenen Standard für verifizierbare Metadaten in Mediendateien. Google will diese “Content Credentials” künftig in Pixel-Smartphones integrieren.
Die EU zieht gesetzlich nach
Die Politik reagiert mit schärferen Regeln. Der Digital Services Act (DSA) verpflichtet große Plattformen, illegalen Inhalten entschiedener entgegenzutreten. Der AI Act führt ab August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für Deepfakes ein. Nutzer sollen klar erkennen, wenn sie mit KI-generierten Inhalten interagieren.
Auf nationaler Ebene wird über eine Verschärfung des Strafrechts diskutiert. Doch Experten sind sich einig: Gesetze allein reichen nicht im Wettlauf mit der rasanten Technologie.
Eine Herausforderung für die ganze Gesellschaft
Die Flut an Fälschungen stellt den gesellschaftlichen Diskurs auf die Probe. Schon die bloße Existenz der Technologie untergräbt das Vertrauen – ein Effekt, der als “Liar’s Dividend” bekannt ist: Selbst echte Inhalte können leicht als Fälschung abgetan werden.
Die Lösung erfordert einen Dreiklang aus Technologie, Regulierung und Bildung. Projekte wie das vom Bund geförderte “DeFaktS” entwickeln KI-Werkzeuge, die Nutzern nicht nur warnen, sondern auch erklären, warum ein Inhalt als Desinformation eingestuft wurde.
Was Sie jetzt tun können
Die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Für Verbraucher sind Wachsamkeit und präventive Maßnahmen entscheidend. Experten raten zu diesen Schritten:
- Privatsphäre checken: Schränken Sie den Zugriff auf Ihre Social-Media-Profile und persönlichen Bilder ein.
- Anrufe verifizieren: Bei ungewöhnlichen Geldanfragen per Messenger oder Telefon die Identität über einen zweiten, bekannten Kanal prüfen.
- Sicherheitssoftware nutzen: Ein umfassendes Sicherheitspaket auf dem Smartphone bietet Basisschutz.
- Medienkompetenz stärken: Informieren Sie sich aktiv über aktuelle Betrugsmaschen und lernen Sie, verdächtige Inhalte zu erkennen.
PS: Die neue KI-Verordnung betrifft nicht nur Entwickler großer Systeme — auch Plattformbetreiber, App-Anbieter und Unternehmen müssen Kennzeichnungen und Dokumentationen vorhalten. Wer sich früh vorbereitet, reduziert rechtliche Risiken und kann Nutzer besser schützen. Der kostenlose Leitfaden fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und praktische Umsetzungs-Tipps kompakt zusammen und bietet Checklisten für die nächsten Schritte. Kostenlosen Leitfaden zur KI-Verordnung sichern


