KI-Deepfakes kapern WhatsApp-Gruppen
20.01.2026 - 20:24:12KI-generierte Stimmen und Videos täuschen selbst Familienmitglieder in privaten Chats. Cybersicherheitsexperten warnen vor einer neuen Welle hochpersönlicher Betrugsangriffe, die das Vertrauen in Messenger wie WhatsApp und Telegram ausnutzen. Die Täter nutzen künstliche Intelligenz, um vertraute Gesichter und Stimmen zu imitieren.
Die Bedrohung markiert einen Paradigmenwechsel in der Cyberkriminalität. Statt technischer Lücken nutzen Kriminelle nun raffinierte psychologische Manipulation. Sie verlagern ihre Aktivitäten dorthin, wo Nutzer am unvorsichtigsten sind: in den scheinbar geschützten Raum privater Gruppenchats. Finanzaufsichtsbehörden weltweit schlagen Alarm.
Die modernen Betrugsmaschen beginnen oft mit täuschend echten KI-Videos oder Audio-Clips. Diese zeigen gefälschte Geschäftsleute oder imitieren die Stimme eines Familienmitglieds. Als Lockvogel dienen Online-Anzeigen oder Social-Media-Posts, die Opfer in geschlossene Messenger-Gruppen locken.
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Dort bauen die Betrüger gezielt Exklusivität und Vertrauen auf. Sie preisen betrügerische Investitionsangebote oder Kryptowährungs-Chancen mit angeblichen Garantierenditen an. Das Gruppenformat wirkt wie eine Echokammer: Einige Täter kontrollieren die Narrative und lassen das Angebot seriös erscheinen.
Die gefährliche Dynamik: Teilnehmer werden aufgefordert, Freunde und Familie einzuladen. Da die Einladung von einem bekannten Kontakt kommt, schwindet die Skepsis. So skalieren die Betrüger ihre Operationen effizient über persönliche Vertrauensnetzwerke.
Die Vertrauensfalle: Selbstüberschätzung macht anfällig
Ein zentrales Problem im Kampf gegen diese Betrügereien ist die gefährliche Selbstüberschätzung der Nutzer. Eine aktuelle Studie der Commonwealth Bank of Australia offenbart eine alarmierende Lücke. Fast 90 Prozent der Australier gaben an, einen KI-generierten Betrug erkennen zu können. In der Praxis lagen sie jedoch in weniger als der Hälfte der Fälle richtig.
Genau diese Lücke nutzen die Kriminellen aus. Die Deepfake-Angriffe zielen auf den menschlichen Urinstinkt ab, vertrauten Gesichtern und Stimmen zu glauben. Kommt eine dringende Nachricht scheinbar von einem Familienmitglied im Gruppenchat, ist die erste Reaktion oft impulsives Handeln – nicht kritisches Hinterfragen.
Die Technologie hinter der Bedrohung
Die Werkzeuge für diese Angriffe sind erschreckend zugänglich geworden. Um eine Stimme zu klonen, reichen Betrügern heute wenige Sekunden Audio, die sie aus öffentlichen Social-Media-Videos extrahieren. Die geklonte Stimme sendet dann dringende Sprachnachrichten mit Geldbiten oder Notfallmeldungen.
Eine weitere perfide Taktik ist die Kontenübernahme. Sicherheitsforscher warnen vor sogenannten „GhostPairing“-Angriffen. Dabei werden Nutzer manipuliert, ihren WhatsApp-Account mit dem Browser eines Angreifers zu verknüpfen. Durch das Scannen eines QR-Codes oder die Eingabe einer Verifizierungsnummer erlangen die Täter vollen Zugriff. Sie können dann das Opfer imitieren und den Betrug an dessen gesamtes Netzwerk weiterleiten.
Experten-Prognose: Betrug wird weiter eskalieren
Branchenprognosen sagen eine weitere Zunahme dieser Betrugsformen voraus. Der Kreditauskunftei Experian zufolge gehört die „Weaponisierung“ von KI durch Betrüger zu den größten neuen Bedrohungen für 2026. Besonders verbreitet sind laut Berichten Investitionsbetrug, betrügerische Geschäfts-E-Mails und Romance-Scams mit Deepfake-Elementen.
Die Verteidigung gegen diese Angriffe liegt vor allem in der Aufklärung der Nutzer. Cybersicherheitsexperten raten zu einem einfachen Prinzip: „Stoppen, Denken, Bestätigen“. Erzeugt eine Nachricht – selbst von einem Bekannten – Dringlichkeit und fordert Geld oder Daten, sollte man stets über einen zweiten Kanal verifizieren. Ein direkter Anruf bei einer bekannten Nummer kann den Betrug aufdecken.
Einige Sicherheitsspezialisten empfehlen zudem, mit engen Familienmitgliedern ein „Sicherheitswort“ für verdächtige Situationen zu vereinbaren. Nutzer sollten außerdem hochauflösende Frontalfotos und -videos aus der öffentlichen Sphäre fernhalten – sie liefern das Rohmaterial für Deepfakes. Bis Tech-Unternehmen zuverlässige Erkennungstools entwickeln, bleibt ein gesundes Misstrauen die wirksamste Verteidigung. Auch im vertrauten Gruppenchat.
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