KI-Branche, Bewährungsprobe

KI-Branche vor der Bewährungsprobe: 2,5 Billionen Euro für physische und autonome Systeme

18.01.2026 - 15:12:11

Die globale Technologiebranche stellt sich 2026 auf eine neue Phase ein: Künstliche Intelligenz muss endlich liefern. Neue Daten zeigen einen massiven Investitionsschub, gepaart mit wachsender Ungeduld. Die großen Player setzen nun auf „Physical AI“ und autonome Agenten, die mehr tun als nur zu reden.

Die Analysten von Gartner prognostizieren weltweite KI-Ausgaben von 2,52 Billionen Euro für 2026 – ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Löwenanteil fließt in den Aufbau der nötigen Infrastruktur. Doch der Boom kommt mit einer deutlichen Warnung: Die Branche stecke im „Tal der Enttäuschung“.

Das bedeutet: Die anfängliche Euphorie ist verflogen. Unternehmen lassen sich nicht mehr von der bloßen Potenzial begeistern. Sie fordern konkrete Ergebnisse und eine messbare Rendite auf ihre Investition. Allein für Infrastruktur werden 2026 zusätzlich 401 Milliarden Euro ausgegeben. Budget ist da, aber die Geduld für Prestigeprojekte ohne klaren Geschäftswert schwindet rapide.

Der Kampf um die reale Welt: „Physical AI“ beginnt

Während Software-Agenten die Büros erobern, findet der entscheidende Kampf um 2026 in der physischen Welt statt. Der Halbleiter-Riese Arm hat dafür extra eine neue Geschäftseinheit gegründet. Sie soll Chips für Roboter, autonome Industrieanlagen und intelligente Geräte entwickeln, die KI-Aufgaben direkt vor Ort erledigen.

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Auch die Strategien von Automobil- und Robotikfirmen werden von diesem Trend umgekrempelt. Tesla etwa lenkt nach einem schwierigen Jahr 2025 mit rückläufigen Verkäufen mehr Ressourcen auf sein humanoides Robotik-Programm „Optimus“ und autonomes Fahren. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Verschmelzung von Robotik und KI das nächste Wachstum bringt.

Schlüssellieferant in diesem Ökosystem bleibt NVIDIA. Mit Plattformen wie „Project GR00T“ liefert das Unternehmen die „Gehirne“ für humanoide Roboter. Erste kommerzielle Pilotprojekte in dieser Nische werden für 2026 erwartet.

Die unsichtbaren Mitarbeiter: Agentische KI übernimmt Aufgaben

Im Software-Bereich vollzieht sich eine ebenso tiefgreifende Veränderung. „Agentic AI“ – also Systeme, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aufgaben ausführen – wird zum Standard. Aus passiven Assistenten werden aktive Mitarbeiter.

Salesforce hat seinen „Slackbot“ zu einem persönlichen KI-Agenten für die Arbeit umgewandelt. Microsoft brachte bereits agentische Lösungen speziell für den Einzelhandel auf den Markt. Diese Tools automatisieren komplexe Abläufe in Beschaffung und Lieferkette. Die KI verhandelt dabei Details, die früher menschliche Kontrolle erforderten.

Die Botschaft ist klar: 2026 werden Agenten zur primären Schnittstelle zwischen Mitarbeitern und Unternehmenssoftware. Sie erledigen repetitive Aufgaben und Datenanalysen, ohne ständig dazu aufgefordert werden zu müssen.

Die große Frage: Kann man der KI vertrauen?

Je autonomer die Systeme werden, desto drängender wird die Frage nach Vertrauen und Kontrolle. Ein Bündnis aus Tech-Giganten und Thomson Reuters hat sich jüngst formiert, um genau das voranzutreiben. Die Sorge der Unternehmen wächst: Was, wenn die KI Entscheidungen mit finanziellen oder operativen Folgen trifft – und sich irrt?

Für den Markt zeichnet sich eine Spaltung ab. Während einerseits Unsummen in Hardware und Infrastruktur fließen, werden die Käufer andererseits wählerischer. Lösungen, die sofortige Effizienzgewinne bringen, sind gefragter als Systeme mit offenen Generierungsfähigkeiten.

Konsolidierung und der Weg aus dem Tal

Experten erwarten, dass das „Tal der Enttäuschung“ 2026 schwächere KI-Startups und oberflächliche Anwendungen aussieben wird. Der Markt wird sich um die Plattformen konsolidieren, die zuverlässige physische und agentische KI liefern können.

Der massive Infrastrukturausbau könnte die Engpässe bei Rechenleistung später im Jahr lockern. Das würde die Hürden für den Einsatz von Robotern und komplexen Agenten senken. Doch der Druck auf die Anbieter ist da: Sie müssen beweisen, dass der Preis von 2,5 Billionen Euro mehr einbringt als nur kluge Konversation. 2026 wird nicht das Jahr des klügsten Modells, sondern des effektivsten. Die KI muss in der realen Welt ankommen.

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