KI-Betrug wird zur größten Gefahr für Banken
21.01.2026 - 09:13:12Künstliche Intelligenz hat die Cyberkriminalität revolutioniert – und Betrug ist jetzt gefährlicher als Ransomware. Zwei internationale Berichte warnen diese Woche eindringlich vor den Folgen und fordern schärfere Regulierung sowie KI-Stresstests für Finanzinstitute.
WEF-Report: Betrug überholt Erpressung
Das World Economic Forum (WEF) stellt in seinem Global Cybersecurity Outlook 2026 eine dramatische Verschiebung fest. Nicht mehr Ransomware, sondern KI-gestützter Betrug bereitet Vorständen die größten Sorgen. Während sich IT-Sicherheitschefs um operative Stabilität kümmern, fürchten Geschäftsführer vor allem den direkten finanziellen und reputativen Schaden durch automatisierte Angriffe.
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Die Zahlen sind alarmierend: 73 Prozent der befragten Unternehmen wurden 2025 Opfer von Cyber-Betrug. 87 Prozent der Führungskräfte sehen KI als größten „Risikobeschleuniger“. Automatisierte Phishing-Kampagnen, Deepfake-Täuschungen und synthetische Identitätsbetrügereien haben ein industrielles Ausmaß erreicht. „KI erweitert die Angriffsfläche, während sie gleichzeitig die Abwehr verbessert“, analysiert Josephine Teo, Singapurs Ministerin für digitale Entwicklung.
Britisches Parlament fordert KI-Stresstests
Gleichzeitig übt der Schatzausschuss des britischen Parlaments scharfe Kritik. Die „Abwarte-Haltung“ der Aufsichtsbehörden sei unverantwortlich. Das Gremium fordert die Bank of England und die Finanzaufsicht FCA auf, umgehend „KI-Stresstests“ einzuführen. Diese sollen prüfen, wie Institute automatisierte Marktschocks oder algorithmische Massenausfälle bewältigen.
„Wir haben kein Vertrauen in die Vorbereitung des Sektors“, sagt Ausschussvorsitzende Dame Meg Hillier. Die Abgeordneten warnen vor unregulierten KI-Finanzberatern und intransparenten Kreditalgorithmen, die vulnerable Kunden benachteiligen. Bis Ende 2026 sollen die Behörden klare Haftungsregeln für KI-bedingte Schäden vorlegen.
Die Industrialisierung der Cyberkriminalität
Neue Daten belegen die Bedrohung. Sicherheitsexperten von KnowBe4 melden einen starken Anstieg „industrialisierter“ Phishing-Kampagnen. Diese nutzen KI, um traditionelle Abwehrmaßnahmen zu umgehen, und missbrauchen zunehmend legale Infrastrukturen wie Google-Dienste.
Besonders gefährlich: Deepfakes. KI-generierte Videos und Audioaufnahmen imitieren Führungskräfte oder religiöse Oberhäupter, um betrügerische Überweisungen zu erwirken. Der Crypto Crime Report 2026 von Chainalysis schätzt die Schäden durch Krypto-Betrug im vergangenen Jahr auf 17 Milliarden Euro. Betrug durch Identitätsdiebstahl stieg um 1.400 Prozent – angetrieben von günstigen KI-Tools, die täuschend echte Fake-Webseiten in Sekunden erstellen.
Auch das „Darcula“-Phishing-Netzwerk ist aktiv. Es zielt per SMS auf Mobilnutzer ab, imitiert behördliche Nachrichten und erbeutet so Bankzugangsdaten.
Die Gegenwehr der Finanzbranche
Die Branche rüstet auf. Immerhin 64 Prozent der Unternehmen haben mittlerweile formale Prozesse zur Sicherheitsbewertung von KI-Tools – ein deutlicher Anstieg gegenüber 37 Prozent im Vorjahr.
Banken setzen zunehmend auf eigene KI-Modelle zur Echtzeiterkennung von Anomalien. Statt auf eine einmalige Login-Überprüfung setzen sie auf „Adaptive Trust“-Modelle, die Risikosignale während der gesamten Kundensitzung bewerten. Das ist nötig, um synthetische Identitäten zu bekämpfen, die aus echten und gefälschten Daten zusammengesetzt sind.
Doch das Wettrüsten geht weiter. Während Banken biometrische Verfahren einführen, entwickeln Angreifer bereits „Camera Injection“-Attacken, um Gesichtserkennung mit Deepfakes zu überlisten. Die Nachfrage nach „Liveness Detection“, die echte von KI-generierten Gesichtern unterscheiden kann, boomt.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Die Ära, in der man Betrug an Tippfehlern erkannte, ist vorbei. KI kann Stimmen klonen und perfekte E-Mails verfassen. Experten raten dringend: Jede unerwartete Zahlungsaufforderung über einen zweiten Kanal verifizieren. Und: Unsolicited Kommunikation stets mit äußerster Skepsis behandeln – egal wie authentisch sie wirkt. Die Phase des unregulierten KI-Experiments im Finanzsektor geht ihrem Ende entgegen.
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