KI-Betrug, Maschen

KI-Betrug: Neue Maschen bedrohen Smartphones

22.01.2026 - 06:03:12

Kriminelle nutzen KI für Deepfake-Anrufe und setzen auf neue Methoden wie Quishing und Ghost Pairing, um an sensible Daten zu gelangen. Experten warnen vor der wachsenden Gefahr für Mobile Banking.

Eine neue Generation von Betrugsangriffen macht Smartphones zum Hauptziel. Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz für täuschend echte Anrufe und setzen auf neue Methoden wie „Quishing“ und „Ghost Pairing“. Cybersicherheitsexperten schlagen Alarm.

Deepfake-Anrufe: Wenn die Stimme des Chefs täuscht

Besonders bedrohlich sind KI-gestützte Vishing-Angriffe (Voice-Phishing). Betrüger klonen Stimmen von Vorgesetzten oder Familienmitgliedern täuschend echt. Diese Anrufe oder Videonachrichten sind hochgradig personalisiert, da die Täter zuvor Daten aus sozialen Medien sammeln. Microsoft berichtete von hunderten Fällen, in denen KI für Face-Swapping und Stimmklonung eingesetzt wurde. Das Ziel: Vertrauen aufbauen, um an sensible Daten zu gelangen oder zu unerlaubten Überweisungen zu verleiten.

Quishing & Ghost Pairing: Die neuen Einfallstore

Neben KI-Angriffen gewinnen zwei weitere Methoden rasant an Bedeutung:
* Quishing: Manipulierte QR-Codes locken Nutzer auf gefälschte Webseiten. Sie tauchen auf gefälschten Parkzetteln, an E-Ladesäulen oder in Paketbenachrichtigungen auf. Der schädliche Link bleibt bis zum Scan unsichtbar.
* Ghost Pairing: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor dieser Masche. Sie missbraucht die Geräte-Kopplung von WhatsApp. Opfer geben auf Phishing-Seiten einen Kopplungscode ein und verbinden so ein fremdes Gerät mit ihrem Konto. Die Kriminellen erhalten vollen Zugriff – oft lange unbemerkt.

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Viele Android-Nutzer übersehen diese 5 einfachen Schutzmaßnahmen – und öffnen damit Tür und Tor für Quishing-, Smishing- und Ghost-Pairing-Angriffe. Ein kostenloses Sicherheitspaket erklärt Schritt für Schritt, wie Sie QR-Codes sicher prüfen, Zwei-Faktor-Authentifizierung richtig einrichten, App-Berechtigungen kontrollieren und WhatsApp-Kopplungsfallen erkennen. Praktische Checklisten helfen, Ihr Smartphone sofort sicherer zu machen – speziell für Fälle wie Paketbetrug, mobile Banking und gefälschte Anrufe. Jetzt Gratis-Sicherheitsratgeber für Android anfordern

Mobile Banking im Visier der Betrüger

Die Raffinesse der Angriffe stellt eine ernste Gefahr für das Mobile Banking dar. Das Ausspähen von Zugangsdaten bleibt die größte Bedrohung. Die Zahl der Angriffe durch mobile Banking-Trojaner hat sich drastisch erhöht. Kriminelle nutzen Vorwände wie angebliche Bank-Updates oder gefälschte SMS von Paketdiensten (Smishing). Laut einer Umfrage war fast ein Viertel der Befragten bereits Opfer eines Betrugsversuchs – eine klare Lücke zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Sicherheit.

So schützen Sie sich wirksam

Angesichts der neuen Bedrohungen sind proaktive Maßnahmen unerlässlich. Experten empfehlen eine mehrschichtige Strategie:

  • Skepsis bewahren: Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Nachrichten, die Dringlichkeit vermitteln oder zur sofortigen Dateneingabe auffordern.
  • QR-Codes prüfen: Scannen Sie Codes nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Prüfen Sie die angezeigte URL vor dem Öffnen.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) nutzen: Aktivieren Sie 2FA für Messenger und Banking-Apps. Das bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene.
  • Software aktuell halten: Installieren Sie Updates für Betriebssystem und Apps zeitnah. Sie schließen oft Sicherheitslücken.
  • Apps aus offiziellen Stores laden: Beziehen Sie Apps nur aus den Stores von Apple oder Google. Prüfen Sie Berechtigungen kritisch.
  • Links nicht anklicken: Geben Sie wichtige Adressen, wie die Ihrer Bank, immer manuell im Browser ein.

Die Bedrohung wird weiter wachsen

Experten gehen davon aus, dass die Angriffe komplexer und häufiger werden. Plattformen für „Phishing-as-a-Service“ senken die Einstiegshürde für Kriminelle. Prognosen zufolge werden bis Ende 2026 über 90 Prozent der Angriffe auf Zugangsdaten durch solche Kits ermöglicht. Die fortschreitende KI-Entwicklung wird noch überzeugendere, dynamischere Attacken schaffen. Für Nutzer bedeutet das: Wachsamkeit und grundlegende Sicherheitsmaßnahmen sind wichtiger denn je.

@ boerse-global.de