KI-Betrug, Smartphone-Nutzer

KI-Betrug: Deutsche Smartphone-Nutzer massiv unter Beschuss

29.11.2025 - 10:51:12

Täuschend echte KI-Stimmen, aggressive SMS-Wellen und perfekt gefälschte Bank-Nachrichten – Cyberkriminelle erreichen eine neue Qualitätsebene. Die Verbraucherzentralen und das BSI schlagen Alarm: Die Angriffe waren noch nie so raffiniert.

Es ist der Samstag nach dem Black Friday, und während Millionen auf Bestellbestätigungen warten, herrscht auf deutschen Smartphones Alarmstimmung. Die Verbraucherzentralen und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik melden zum Monatsende einen drastischen Anstieg komplexer Betrugsversuche.

Was Sicherheitsexperten besonders beunruhigt: nicht die Masse der Angriffe, sondern deren technologische Raffinesse. Die Zeiten schlecht übersetzter E-Mails sind vorbei. Heute haben es Nutzer mit emotional manipulativer Künstlicher Intelligenz und hyper-realistischen Nachrichten zu tun.

Anzeige

Viele Android-Nutzer übersehen diese 5 Sicherheitsmaßnahmen – gerade jetzt, wo Smishing, gefälschte „Sicherheits-Apps“ und Schadsoftware nach Black Friday massiv zunehmen. Das kostenlose Sicherheitspaket erklärt Schritt für Schritt, welche Einstellungen Sie an Ihrem Smartphone ändern sollten, wie Sie verdächtige SMS und Downloads erkennen und wie Sie WhatsApp sowie Banking-Apps vor Datendieben schützen. Praktische Checklisten helfen Ihnen, sofort sinnvoll zu handeln. Jetzt kostenloses Android-Schutzpaket sichern

Die aktuelle Bedrohungslage konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: den “Enkeltrick 2.0” mittels Voice Cloning, eine aggressive Welle von Paketdienst-SMS und gezielte Phishing-Kampagnen gegen Bankkunden.

Die wohl beängstigendste Entwicklung: KI-gestützte Schockanrufe nehmen massiv zu. Kriminelle nutzen frei verfügbare KI-Tools, um Stimmen von Angehörigen zu klonen – oft basierend auf kurzen Audio-Schnipseln aus Instagram oder TikTok.

“Es reichen wenige Sekunden O-Ton aus einem harmlosen Urlaubsvideo, um eine täuschend echte Stimme zu generieren”, erklären Experten für Cyberkriminalität. Die Betrüger rufen bevorzugt ältere Menschen an und spielen ihnen künstlich generierte Audiobotschaften vor. Der Inhalt: schwerer Verkehrsunfall, drohende Inhaftierung oder medizinische Notlage.

Das Perfide: Die Stimme klingt nicht fremd oder verzerrt, sondern exakt wie das Kind oder Enkelkind. In Kombination mit Hintergrundgeräuschen wie Sirenen oder Weinen entsteht massiver psychologischer Druck.

Die Polizei rät: Sofort auflegen und den angeblichen Verwandten unter der bekannten Nummer zurückrufen. Ein vereinbartes Familien-Codewort hilft, die Echtheit in Sekundenschnelle zu verifizieren.

Smishing-Welle nach dem Black Friday

Parallel rollt eine massive Welle von SMS-Phishing über Deutschland. Das Timing ist präzise gewählt: Unmittelbar nach der Rabattschlacht erwarten Millionen Paketzustellungen.

Die Verbraucherzentrale NRW registriert unzählige Meldungen über gefälschte Nachrichten im Namen von DHL, Hermes und DPD. Der klassische Text: “Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden. Bitte aktualisieren Sie Ihre Adresse” oder “Zollgebühren ausstehend”.

Neu ist die technische Umsetzung: Statt direkt auf Phishing-Seiten zu leiten, fordern einige SMS zum Download einer vermeintlichen “Sicherheits-App” auf. Tatsächlich handelt es sich um Schadsoftware, die sensible Daten abgreift.

Ein weiteres Phänomen: Der Wechsel des Mediums. Die Kontaktaufnahme erfolgt per SMS (“Hallo Mama/Papa, das ist meine neue Nummer…”), mit dem Ziel, das Opfer in einen WhatsApp-Chat zu locken. Dort wird nach Tagen des Vertrauensaufbaus um Echtzeitüberweisungen gebeten.

Die Bundesnetzagentur beobachtet zudem vermehrt Anrufe mit ausländischen Vorwahlen (+91 Indien, +52 Mexiko), die kurz anklingeln, um teure Rückrufe zu provozieren.

Sparkasse, ING und Volksbanken im Visier

Klassische Phishing-Mails bleiben eine konstante Bedrohung – allerdings mit neuer Qualität. Im Fokus stehen besonders Kunden der Sparkassen, ING und Volksbanken Raiffeisenbanken.

Aktuelle Warnungen beziehen sich auf E-Mails mit Betreffzeilen wie “Dringendes Update: S-pushTAN-App” oder “Wichtige Sicherheitsmaßnahme erforderlich”. Die Täter kopieren das Design der echten Banken-Webseiten nahezu perfekt. In den Mails wird behauptet, dass der Zugang zum Online-Banking gesperrt werde, wenn nicht innerhalb von 24 Stunden eine “Datenverifizierung” durchgeführt werde.

Besonders perfide: Die Links führen auf Webseiten mit Sicherheitszertifikaten – das Schloss-Symbol im Browser wiegt viele Nutzer in falscher Sicherheit. Auch ING-Kunden werden mit Aufforderungen zur “Datenaktualisierung” bombardiert, während Volksbank-Kunden Mails über angeblich ablaufende Bestätigungsverfahren erhalten.

Die goldene Regel: Banken fordern niemals per E-Mail oder SMS dazu auf, PINs, TANs oder Passwörter einzugeben. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte diese in den Spam-Ordner verschieben und sich über die offizielle App oder Website einloggen.

Industrialisierung des Cyberbetrugs

Die aktuelle Situation spiegelt die Erkenntnisse des BSI-Lageberichts wider. Die Behörde bezeichnet die Bedrohungslage als “angespannt bis besorgniserregend”. Was wir Ende November erleben, ist die Industrialisierung des Cyberbetrugs.

Früher arbeiteten Betrüger nach dem Gießkannenprinzip – Millionen schlechte E-Mails wurden versendet. Heute ermöglicht Generative KI den Kriminellen, Angriffe zu personalisieren und zu skalieren. Phishing-Mails sind grammatikalisch fehlerfrei, Voice-Cloning erlaubt emotionale Erpressung am Fließband.

Sicherheitsexperten sehen einen klaren Trend: Der Faktor Mensch wird zum primären Angriffsziel. Da technische Sicherheitssysteme wie Zwei-Faktor-Authentifizierung immer schwerer zu knacken sind, versuchen Kriminelle, den Nutzer dazu zu bringen, diese Hürden freiwillig zu umgehen – durch Angst oder Zeitdruck.

Was in der Weihnachtszeit droht

Experten geben keine Entwarnung. Die Vorweihnachtszeit gilt als Hochsaison für Cyberkriminelle. Es ist davon auszugehen, dass die Betrugsversuche im Dezember nochmals anziehen.

Erwartet werden:

  • Fake-Shops: Professionell gestaltete Online-Shops bieten begehrte Geschenke zu Traumpreisen, liefern nach Vorkasse aber nie
  • Spendenbetrug: Phishing-Mails im Namen bekannter Hilfsorganisationen
  • Video-Deepfakes: Als nächste Stufe warnen Analysten vor Videoanrufen, bei denen das Gesicht in Echtzeit durch KI manipuliert wird

Verbraucher sind gut beraten, eine gesunde Skepsis an den Tag zu legen. “Lieber einmal zu viel beim echten Absender nachfragen, als einmal zu schnell klicken”, lautet das Credo der Verbraucherschützer für diesen digitalen Winter.

Anzeige

PS: Die Vorweihnachtszeit ist Hochsaison für Fake-Shops, Smishing und Deepfakes – jetzt ist schnelle Vorsorge sinnvoll. Holen Sie sich den kompakten Gratis-Ratgeber für Android-Schutz: Er zeigt, wie Sie fragwürdige SMS erkennen, schädliche App-Downloads verhindern und Ihre Banking-Apps sicher nutzen – inklusive einer 3-Punkte-Checkliste für den sofortigen Schutz. Ideal für alle, die online bestellen oder Pakete erwarten. Gratis-Sicherheitsratgeber herunterladen

@ boerse-global.de