KI-Beauftragter, Schlüsselfigur

KI-Beauftragter wird zur Schlüsselfigur für Unternehmen

06.02.2026 - 05:43:12

Die Umsetzung der KI-Verordnung macht den KI-Beauftragten zur unverzichtbaren Schlüsselrolle. Neue Zertifikate sichern den Expertenstandard für Risikobewertung und Datenschutz-Compliance.

Die EU-KI-Verordnung macht den KI-Beauftragten zur unverzichtbaren Compliance-Zentrale. Neue Zertifikate sollen jetzt den dringend benötigten Expertenstandard sichern.

Mit der fortschreitenden Umsetzung der europäischen KI-Verordnung steht die Wirtschaft vor einer zentralen Herausforderung: der Besetzung der neuen Schlüsselrolle des KI-Beauftragten. Diese Woche verdeutlichten neue Dienstleistungen und Standards, dass sich diese Position vom theoretischen Konzept zur praktischen Notwendigkeit wandelt. Sie soll die Lücke zwischen technischer Innovation und regulatorischer Compliance schließen.

Vom Konzept zur Unternehmenspflicht

Der KI-Beauftragte verantwortet, dass der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Einklang mit der EU-KI-Verordnung und der DSGVO steht. Seine Aufgaben sind vielfältig: Er klassifiziert KI-Systeme rechtlich, bewertet deren Risiken noch vor der Markteinführung und prüft die verwendeten Trainingsdaten auf Datenschutzkonformität und Urheberrecht.

Zudem analysiert er Haftungsrisiken bei fehlerhaften KI-Entscheidungen und etabliert ethische Standards für Fairness und Transparenz. Die Entwicklung von Schulungen für Mitarbeiter, die Führung eines lückenlosen Dokumentationssystems sowie regelmäßige Audits gehören ebenfalls zu seinem Portfolio. Kurzum: Er wird zur zentralen Governance-Stelle für alle KI-Aktivitäten eines Unternehmens.

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Zertifikate schaffen Vertrauen

Der Markt für Qualifikationsnachweise boomt. Am 5. Februar 2026 wurde ein neuer Governance-Dienst angekündigt, der auf der Expertise eines TÜV-zertifizierten KI-Beauftragten basiert. Solche Zertifikate, etwa auch vom Digitalverband Bitkom, setzen einen verlässlichen Standard für die gefragte Hybrid-Qualifikation.

Die Programme vermitteln Kernkompetenzen, die direkt aus der KI-Verordnung abgeleitet sind: strukturierte Risikoklassifizierung, detaillierte Systemdokumentation und die Einrichtung von Überwachungsprozessen. Das Curriculum deckt technische, organisatorische und rechtliche Aspekte ab. Für Unternehmen wird ein solcher Nachweis immer wichtiger, um bei der Besetzung dieser Schlüsselposition auf Nummer sicher zu gehen.

Doppelter Compliance-Druck: KI-Verordnung trifft DSGVO

Die größte Herausforderung für den KI-Beauftragten liegt im Zusammenspiel der neuen KI-Verordnung mit der bestehenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Beide Regelwerke müssen parallel eingehalten werden. Während die KI-Verordnung ein risikobasiertes System für KI einführt, regelt die DSGVO die Verarbeitung personenbezogener Daten in allen Phasen – vom Training bis zum Live-Betrieb.

Diese Doppelbelastung erfordert ein feines Gespür für Daten-Governance. Der KI-Beauftragte muss etwa Datenschutz-Folgenabschätzungen (DSFA) für KI-Systeme überwachen, die unter der DSGVO ohnehin Pflicht sind, im KI-Kontext aber neue Komplexität erhalten. Gleichzeitig muss er die Transparenzvorgaben der KI-Verordnung umsetzen, die Nutzer über die Interaktion mit einer KI informieren – eine Regel, die die DSGVO-Prinzipien ergänzt.

Wettbewerbsvorteil durch verantwortungsvolle KI

Die Etablierung der Rolle ist eine direkte Reaktion auf die bevorstehenden Fristen der KI-Verordnung. Spätestens mit der Pflicht zur Kennzeichnung bestimmter KI-generierter Inhalte ab dem 2. August 2026 ist eine theoretische Herangehensweise nicht mehr möglich. Die Ernennung eines KI-Beauftragten oder eines spezialisierten Teams gilt als essenziell, um hohe Strafen und Reputationsschäden abzuwenden.

Rechtsexperten raten vor allem Unternehmen mit Hochrisiko-KI-Systemen – etwa in Finanzen, Gesundheitswesen oder Personalwesen – zum proaktiven Handeln. Eine qualifizierte KI-Governance wird zunehmend nicht nur als Pflicht, sondern auch als Wettbewerbsvorteil gesehen. Unternehmen, die einen robusten und ethischen KI-Einsatz nachweisen können, gewinnen das Vertrauen von Kunden und Partnern und positionieren sich als Vorreiter.

Wird der KI-Beauftragte bald verpflichtend?

Aktuell schreibt die KI-Verordnung die Stelle nicht explizit vor, anders als die DSGVO den Datenschutzbeauftragten. Doch die praktischen Anforderungen der Verordnung – komplexe Risikobewertungen, lückenlose Dokumentation, fortlaufendes Monitoring – machen eine zentrale Expertenschnittstelle fast unvermeidlich.

In den kommenden 18 Monaten, bis alle Umsetzungsfristen der Verordnung abgelaufen sind, wird die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften das Angebot voraussichtlich übersteigen. Unternehmen sollten daher jetzt in die Weiterbildung bestehender Compliance-, Rechts- und IT-Mitarbeiter investieren oder externe Expertise suchen. Die Rolle des KI-Beauftragten wird sich so als tragende Säule der Corporate Compliance im 21. Jahrhundert etablieren.

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