KI-Apps erzeugen Deepfakes für Erpressung
19.01.2026 - 06:09:12KI-gesteuerte Apps für Android und iOS erzeugen täuschend echte Nacktbilder – und nutzen sie für Erpressung und Datendiebstahl. Cyberkriminelle locken Nutzer mit vermeintlichen KI-Fotoeditoren in teuflische Fallen.
Die Apps versprechen, aus normalen Fotos Nacktbilder zu generieren. Doch statt harmloser Bildbearbeitung installieren sie Spyware, stehlen persönliche Daten oder erpressen ihre Opfer mit gefälschten, pornografischen Deepfakes. Die Qualität dieser künstlich erzeugten Bilder wird durch Fortschritte in der Generativen KI immer überzeugender – und die Bedrohung damit massiver.
Das gängigste Szenario ist die sogenannte Sextortion. Betrüger besorgen sich Fotos ihrer Opfer, oft aus sozialen Medien. KI-Tools verwandeln diese dann in täuschend echte Nacktbilder oder explizite Videos. Mit diesem Material erpressen sie Geld: Sie drohen, die Deepfakes an Familie, Freunde oder Arbeitgeber zu schicken.
„Die technologischen Fortschritte machen die Erstellung von Deepfakes immer einfacher und zugänglicher für Kriminelle“, warnt das Bundeskriminalamt (BKA) in Anlehnung an US-Behörden. Besonders junge Nutzer der Generationen Z und Y sind betroffen. Die emotionalen und finanziellen Schäden für die Opfer sind enorm.
Betrügerische Apps und abofallen
Die offiziellen Stores von Google und Apple verbieten zwar explizite Inhalte, doch schaffen es viele Schad-Apps trotzdem in die Shops. Oft handelt es sich um „Fleeceware“: Apps, die Nutzer in teure Abos locken, aber kaum Funktionen bieten. Aus einem vermeintlich kostenlosen Test können so jährliche Kosten von Hunderten oder sogar Tausenden Euro werden.
Schlimmer noch: Die Apps sind oft Trojaner für gefährliche Spyware. Anfang 2026 warnten beide Tech-Konzerne vor der Zunahme solcher Bedrohungen. Die Schadsoftware kann Nachrichten, Kontakte, Fotos und den Standort in Echtzeit ausspähen. Experten raten dringend, nur Apps aus offiziellen Quellen zu installieren und bei unseriösen Versprechungen äußerst skeptisch zu sein.
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Rechtslage und Gegenmaßnahmen
Die Erstellung und Verbreitung einvernehmlicher Nacktbilder – auch mittels KI – ist in vielen Ländern, darunter Deutschland, illegal. Gesetze gegen „Revenge Porn“ decken oft auch Deepfakes ab. Soziale Netzwerke stehen unter Druck, solches Material schnell zu löschen. Neue Gesetze wie der US-amerikanische „Take It Down Act“ geben Plattformen nur 48 Stunden Zeit, um auf Hinweise zu reagieren.
Die Technologie dahinter basiert auf KI-Modellen, die mit Millionen Bildern trainiert wurden. Sie simuliert Nudität, enthüllt aber nichts Reales. Trotzdem ist das Potenzial für Missbrauch und psychische Schäden immens. Daher starten nun Aufklärungskampagnen in Schulen, um über die Gefahren von Deepfake-Missbrauch aufzuklären.
So schützen Sie sich vor KI-Bedrohungen
Cybersicherheitsexperten empfehlen einen mehrschichtigen Ansatz:
- Vorsicht beim Teilen: Jedes öffentliche Foto im Netz kann von Kriminellen verwendet werden.
- Updates installieren: Halten Sie Betriebssysteme und Apps stets aktuell.
- Skepsis walten lassen: Seien Sie misstrauisch bei unerwünschten Nachrichten oder Freundschaftsanfragen, besonders in Dating-Apps.
- Sicherheit verstärken: Nutzen Sie starke, einzigartige Passwörter und Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Der beste Schutz bleibt gesunder Menschenverstand: Wenn eine App oder eine Online-Interaktion verdächtig erscheint, brechen Sie den Kontakt ab und melden Sie den Vorfall.


