KI am Arbeitsplatz: Unklare Rollen lösen Burnout-Welle aus
09.01.2026 - 18:32:12Eine neue Studie identifiziert „Rollenambiguität“ als größte Burnout-Gefahr im KI-Zeitalter. Während die Technologie Routineaufgaben übernimmt, leiden Mitarbeiter unter verschwimmenden Verantwortlichkeiten.
Forscher des Imperial College London und Microsoft warnen in einer aktuellen Untersuchung vor einer unerwarteten Nebenwirkung der KI-Integration. Die in Occupational Medicine veröffentlichte Studie zeigt: Nicht die Technik selbst stresst, sondern die daraus resultierende Unklarheit über menschliche Zuständigkeiten. Ohne präzise neue Jobprofile wird diese „Rollenambiguität“ 2026 zur dominierenden Gesundheitsgefahr für Wissensarbeiter.
Das Paradox der Entlastung
Die Untersuchung beleuchtet ein kritisches Missverständnis. Unternehmen setzen KI vor allem zur Automatisierung stumpfer Aufgaben ein. Für die Mitarbeiter entsteht dadurch jedoch eine neue, unsichtbare Belastungsebene.
Ihre Aufgaben verschieben sich massiv in Richtung Überwachung, Problemlösung und emotionale Arbeit. „Diese Verschiebung ist psychologisch anspruchsvoller als die wegfallende Routine“, erklärt Dr. Lara Shemtob vom Imperial College, Co-Autorin der Studie. Mitarbeiter landen in einer ständigen Aufsichtsposition, für die sie weder geschult noch offiziell verantwortlich sind.
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Die Kernfrage lautet: Wo endet meine Verantwortung und wo beginnt die der Maschine? Diese Ungewissheit frisst das professionelle Selbstvertrauen auf und treibt das Risiko für Angst und Stress in die Höhe.
Die Bürde der unsichtbaren Arbeit
Ein besonders brisanter Punkt der Studie sind die „Hidden Workloads“ – versteckte Arbeitslasten. Während offizielle Stellenbeschreibungen Zeitersparnis versprechen, verbringen Angestellte immer mehr Zeit damit, KI-Outputs zu validieren.
Experten der Society of Occupational Medicine (SOM) warnen: Die ständige Suche nach KI-„Halluzinationen“, also fehlerhaften Ausgaben, bedeutet pure kognitive Dauerbelastung. Diese Kontrollfunktion wird in den seltensten Fällen erfasst oder in Zielvereinbarungen gewürdigt.
„Organisationen müssen diese Überwachungsaufgaben quantifizieren und offiziell in die Rollen integrieren“, fordert SOM-Präsident Professor Neil Greenberg. Geschieht das nicht, macht der zusätzliche Aufwand jeden Effizienzgewinn zunichte – die Arbeit wird nur intensiver.
Führungskräfte reden, Mitarbeiter verstehen nicht
Aktuelle Marktdaten unterstreichen die Dringlichkeit. Ein Bericht von DHR Global zeigt eine alarmierende Lücke zwischen Chefetage und Belegschaft:
* 69 Prozent der C-Level-Führungskräfte glauben, ihre KI-Strategie klar kommuniziert zu haben.
* Dem stimmen nur 12 Prozent der Berufseinsteiger zu.
Branchenanalysten sehen hier einen direkten Link zu den sinkenden Engagement-Werten, die Anfang 2026 einen neuen Tiefpunkt erreicht haben. Nur rund jedes dritte Unternehmen hat bislang klar kommuniziert, wie sich konkrete Jobs durch KI verändern.
Die Folgen sind handfest: LinkedIn-Daten zeigen, dass sich 75 Prozent der Fachkräfte unvorbereitet fühlen, sich in diesem neuen Umfeld zu bewerben oder zu behaupten. Die Rollen-Unschärfe lähmt die berufliche Entwicklung.
Vom Handgelenk-Schmerz zur mentalen Erschöpfung
Arbeitsmediziner ziehen eine historische Parallele. In den 90ern und 2000ern war das RSI-Syndrom die Berufskrankheit der Digitalisierung. 2026 ist die größte Gefahr kognitiv und emotional.
Der „Mental Load“ der KI-Überwachung ist einzigartig. Er speist sich aus der Angst vor den Fehlern eines Systems, das man nicht voll kontrolliert, aber für dessen Ergebnisse man verantwortlich gemacht werden kann. Diese Kombination – hohe Verantwortung bei geringer Kontrollmöglichkeit – ist ein klassischer Burnout-Auslöser.
Die Zukunft: Jobprofile müssen neu erfunden werden
Experten erwarten für die kommenden Monate eine Welle von Anpassungen im Personalwesen. Unternehmen werden gezwungen sein, ihre Strukturen nicht mehr nur nach Funktionen, sondern nach dem Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu gestalten.
Die Studie legt nahe: KI-Tools ohne gleichzeitige „Role Re-Architecture“ einzuführen, ist fahrlässig. Gewerkschaften und Betriebsräte dürften 2026 verstärkt ein „Recht auf Rollenklarheit“ einfordern. Der Erfolg wird jenen Unternehmen gehören, die explizit definieren, welche Entscheidungen nicht der KI überlassen werden – und ihren Mitarbeitern so die psychologische Sicherheit für produktives Arbeiten zurückgeben.
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