Arbeitsplatz, EU-Verordnung

KI am Arbeitsplatz: EU-Verordnung zwingt Unternehmen zum Handeln

28.01.2026 - 01:31:12

Ab August 2026 gelten strenge Vorgaben der EU-KI-Verordnung für Personalentscheidungen. Unternehmen müssen Systeme prüfen, während Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte ausbauen.

Ab August 2026 gelten strenge neue Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Job. Unternehmen müssen ihre Systeme jetzt auf den Prüfstand stellen – und Betriebsräte fordern mehr Mitsprache.

Die Zeit des unregulierten Experimentierens mit Künstlicher Intelligenz (KI) im Personalwesen läuft ab. Während immer mehr Firmen Algorithmen für Bewerbungs-Screening oder Leistungsbewertungen nutzen, tritt im August 2026 die entscheidende Phase der EU-KI-Verordnung in Kraft. Sie stellt klare Anforderungen an Hochrisiko-Systeme. Parallel rüsten sich deutsche Betriebsräte, um bei der Einführung mitbestimmen zu können. Für Arbeitgeber wird die Anpassung an den neuen Rechtsrahmen zur dringenden Pflicht.

EU-KI-Verordnung: Der Countdown läuft

Ab dem 2. August 2026 müssen alle als hochriskant eingestuften KI-Systeme im Personalwesen – etwa für Einstellung oder Beförderung – strenge Vorgaben erfüllen. Die Vorbereitungsphase läuft. Unternehmen sind verpflichtet, umfassende Risikomanagementsysteme einzurichten und die Qualität ihrer Trainingsdaten sicherzustellen, um Diskriminierung zu vermeiden. Ein Kernprinzip: Die endgültige Personalentscheidung muss stets beim Menschen liegen. Die KI darf nur vorbereiten.

Anzeige

Passend zum Thema EU-KI-Verordnung: Die Frist im August 2026 zwingt Unternehmen, ihre KI-Systeme zu inventarisieren, Risikomanagement einzuführen und Trainingsdaten zu prüfen – sonst drohen Bußgelder. Unser kostenloser Umsetzungsleitfaden fasst die Anforderungen, Risikoklassen und Dokumentationspflichten verständlich zusammen und zeigt praktische Schritte für HR-Verantwortliche und Entwickler. Enthalten sind Checklisten, Dokumentationsvorlagen und konkrete Formulierungsvorschläge, die besonders für Betriebsräte und HR-Teams nützlich sind. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zur KI-Verordnung herunterladen

Bis zum Stichtag bleibt wenig Zeit. Firmen müssen nun ihre KI-Tools inventarisieren, dokumentieren und die Compliance-Strukturen aufbauen. Wer die Frist verpasst, riskiert hohe Bußgelder und Imageschäden.

Betriebsräte fordern ihr Mitspracherecht ein

Unabhängig von der EU-Verordnung haben Betriebsräte in Deutschland bereits heute starke Mitbestimmungsrechte. Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) gewährt ihnen umfangreiche Informations- und Beratungsrechte, wenn Technologien das Verhalten von Mitarbeitern überwachen können. Seit der Novellierung 2021 ist KI hier ausdrücklich genannt.

Die anstehenden Betriebsratswahlen im Frühjahr 2026 verleihen dem Thema zusätzliches Gewicht. Die neu gewählten Gremien werden die Umsetzung der KI-Regeln in den Betrieben maßgeblich begleiten. Sie können die Hinzuziehung von Sachverständigen verlangen und auf verbindliche Betriebsvereinbarungen drängen.

Offene Fragen: Datenschutz und Haftung

Neben der KI-Verordnung bleibt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine zentrale Herausforderung. KI im HR verarbeitet massenhaft personenbezogene Daten – die Einhaltung der strengen Vorgaben ist komplex, aber unerlässlich.

Besonders heikel ist die Haftungsfrage. Wer haftet, wenn ein Algorithmus Bewerber diskriminiert? Der Software-Hersteller, der nutzende Arbeitgeber oder beide? Diese juristischen Grauzonen sind noch nicht abschließend geklärt und werden die Gerichte noch Jahre beschäftigen. Experten raten Unternehmen daher zu maximaler Transparenz und Nachvollziehbarkeit ihrer Systeme.

Ein Jahr der Weichenstellungen

2026 wird zum Schicksalsjahr für die Regulierung von KI in der Arbeitswelt. Die verbleibenden Monate bis August müssen für gründliche Vorbereitungen genutzt werden. Doch reichen Gesetze allein? Dr. Ernesto Klengel vom Hugo-Sinzheimer-Institut betont: Starke Betriebsräte und Gewerkschaften sind nötig, um faire Regelungen durchzusetzen.

Die Zukunft wird eine Flut an Betriebsvereinbarungen bringen, die den KI-Einsatz detailliert regeln. Für Unternehmen ist die Auseinandersetzung mit dem Thema keine Zukunftsmusik mehr, sondern akute Notwendigkeit. Der Countdown für eine geregelte KI-Ära am Arbeitsplatz hat begonnen.

Anzeige

PS: Sie möchten die Umsetzung in Ihrem Betrieb aktiv mitgestalten? Der kompakte KI-Leitfaden erklärt, wie Sie Hochrisiko-Systeme klassifizieren, die Rolle der Mitbestimmung nach BetrVG berücksichtigen und transparente Reporting-Prozesse etablieren – ideal für Betriebsräte, Datenschutzbeauftragte und Personaler. Der kostenlose Download enthält Muster-Checklisten, Praxis-Tipps und Formulierungshilfen für Betriebsvereinbarungen, damit Sie rechtlich wie praktisch auf der sicheren Seite sind. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden sichern

@ boerse-global.de