KfW-Studie, Migranten

KfW-Studie: Migranten gründen weniger aus Angst vor schlechtem Image

12.01.2026 - 07:22:12

Eine neue Untersuchung zeigt, dass das gesellschaftlich schlechte Image der Selbstständigkeit Menschen mit Migrationshintergrund überproportional von einer Gründung abhält, obwohl ihre Gründungsneigung hoch ist.

Deutschlands Migranten haben eine hohe Gründungsneigung, doch gesellschaftliche Vorurteile bremsen sie aus. Das zeigt eine neue Studie der KfW Research vom 9. Januar 2026. Demnach schreckt das vermeintlich niedrige Ansehen der Selbstständigkeit Menschen mit Einwanderungsgeschichte überproportional ab – ein oft übersehenes Hindernis für mehr Wirtschaftsdynamik.

Paralyse durch ein schlechtes Image

Die Untersuchung offenbart ein paradoxes Bild: Obwohl das Gründertum eine Säule der Wirtschaft ist, gilt es gesellschaftlich oft als weniger erstrebenswert als eine feste Anstellung. Diese Wahrnehmung hält 37 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund von einem Schritt in die Selbstständigkeit ab. In der Gesamtbevölkerung sind es nur 24 Prozent.

Das „Image-Problem“ wirkt damit stärker als andere, häufiger genannte Hürden wie Finanzierungsrisiken oder Bürokratie. Die Studie legt nahe, dass kulturelle Vorbehalte viele potenzielle Gründungen bereits im Keim ersticken – und so wertvolles wirtschaftliches Potenzial ungenutzt lassen.

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Große Lust, wenig Mut

Die Daten belegen einen starken unternehmerischen Drive. Ganze 44 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, die noch nie selbstständig waren, können sich eine Gründung vorstellen. In der restlichen Bevölkerung sind es lediglich 30 Prozent.

„Hier schlummert ein riesiges Reservoir an Ambitionen“, so die Schlussfolgerung der Forscher. Es fehlt also nicht am Willen, sondern an der gesellschaftlichen Akzeptanz. Die hohe Gründungsneigung ist ein entscheidender Vorteil für die deutsche Wirtschaft, die dringend auf Innovation und Wachstum angewiesen ist.

Schon heute tragende Säule des Gründungsgeschehens

Trotz der Barrieren sind Gründer mit Migrationsgeschichte bereits unverzichtbar. 2024 stellten sie 30 Prozent aller Existenzgründer – etwas mehr als der langfristige Durchschnitt von 29 Prozent.

Hochgerechnet waren das etwa 178.000 neue Unternehmen von insgesamt 585.000 Gründungen bundesweit. Ihr Anteil unter den Gründern liegt damit deutlich über ihrem Anteil an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (27 Prozent). Sie tragen überproportional zu Beschäftigung und wirtschaftlicher Erneuerung bei.

Was hält Gründer wirklich ab?

Während praktische Hürden wie die Finanzierung für alle Gründer relevant sind, identifiziert die KfW-Studie das Image als entscheidenden Unterschied. Für viele mit Einwanderungsgeschichte wiegt die vermeintlich fehlende Stabilität und gesellschaftliche Anerkennung der Selbstständigkeit besonders schwer.

Rein wirtschaftliche Förderprogramme oder bürokratische Erleichterungen greifen hier zu kurz. Nötig ist ein kultureller Wandel, der das Gründertum als gleichwertigen und prestigeträchtigen Karriereweg etabliert.

Appell für einen kulturellen Wandel

Die Studie kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Angesichts von Fachkräftemangel und demografischem Wandel ist Deutschland auf Gründungen aus allen Bevölkerungsteilen angewiesen.

Analysten fordern eine breite gesellschaftliche Kampagne. Entrepreneurship muss in Medien, Schulen und der öffentlichen Debatte positiver dargestellt werden. Eine Aufwertung des Gründerimages könnte eine neue Welle der Innovation auslösen – angeführt von der hochmotivierten migrantischen Community.

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